Gerätetests
2009-05-22

GPS-Logger Qstarz BT-Q1300(S)

Die Firma Qstarz ist bekannt für GPS-Datenlogger und auch bekannt für gute Qualität. Während ganz allgemein bisher wenig Wert auf das Äussere der Logger gelegt wurde, kommt von Qstarz nun ein Logger daher, den ich spontan als "todschick" bezeichnen würde. Elegant, klein (flach) und schön anzusehen. Dabei sollten die inneren Werte nicht gelitten haben. Zumindest von den technischen Daten her, lässt sich grosses erwarten. Der Logger arbeitet mit dem neuesten MTK II Chipsatz (66 Kanal; -165 dBm tracking) und unterstützt A-GPS. Der Logger war zunächst als BT-Q1300 auf dem Markt. Dann wurde an der Firmware eine Kleinigkeit verändert damit das Loggen sofort nach dem Einschalten startet und nicht separat aktiviert werden musste, ausserdem ist im Lieferumfang nun ein Oberarmband enthalten, eine Trainingssoftware und es gibt den Logger jetzt in zwei Farben (schwarz/gold und weiss/grün). Etwa seit der Firmware-Änderung und dem Zufügen des Armbands heisst der Logger BT-Q1300S, wobei das S für Sports steht. Eine klare Ansage, dass QStarz damit ins Marktsegment der Sportler vordringen will.

 

Lieferumfang und erster Eindruck

Der Logger kommt in einer recht handlichen Papp-Verpackung mit Blistereinsatz daher. Die Schachtel enthält neben dem Logger das erwähnte Armband mit Klettverschluss, eine 12V-Ladegerät, USB-Kabel, CD, Quick Guide (auch auf deutsch!), Hinweiszettel uns Gutschein für 1 Monat locr-Account.

Am Logger selbst fällt sofort das edle Design auf und auch die Verarbeitungsqualität macht einen guten Eindruck. Der Logger wiegt 29 Gramm (mit Lederriemen) und hat sie Maße 62x38x7 mm (ohne Lederriemen). Mit Hilfe des Schlüsselrings am Lederriemen lässt sich der Logger leicht irgendwo befestigen. Ich hätte mir aber gewünscht, dass der Riemen mit einem Druckknopf anstatt einer Niete befestigt wäre. Man hätte ihn dann abnehmen können wenn man ihn nicht benötigt.

 

Bedienung

Der Logger hat nur eine Taste an der rechten Seite, was die Bedienung sehr einfach wenn auch etwas unübersichtlich macht. Zum Einschalten drückt und hält man die Taste. Dabei leuchtet das grüne Licht. Nach ca. 1. Sekunde blinkt kurz das gelbe Licht und geht wieder aus. Erst wenn dieses wieder an geht und an bleibt (ca. 4 Sekunden) kann man die Taste wieder loslassen. Es gehen dann kurz alle vier (gelb, grün, rot, blau) Lichter an. Jetzt ist der Logger aktiv. Das gelbe (GPS) Licht leuchtet solange der Empfang nicht ausreichend ist und blinkt sobald die Satelliten gefunden sind. Das grüne LED blinkt bei jedem Logging-Vorgang.
Der Bluetooth-Teil ist dann ebenfalls aktiv und akzeptiert Verbindungen, Hauptschlüssel ist wie bei allen diesen Geräten 0000. Sobald eine Verbindung aufgebaut ist, blinkt das blaue Bluetooth-Icon. Ein Test der Verbindung klappte mit einem Laptop und einem Motorola RAZR V3x einwandfrei und stabil bis mindestens 10 m.

Während der Logger läuft kann durch kurzes Drücken auf die Taste ein zusätzlicher Logging-Punkt gesetzt werden. Das grüne LED blinkt dann dreimal kurz. Bei längerem Drücken (2 Sekunden) geht das grüne LED kurz an und das loggen ist danach deaktiviert. Das erkennt man daran, dass es nicht mehr blinkt. Wieder aktiviert wird das Logging durch erneutes Gedrückthalten der Taste bis das grüne LED wieder angeht.
Ausgeschaltet wird der Logger durch langes Drücken (4 Sekunden) auf die Taste.
Wenn das Loggen deaktiviert ist und keine Bluetooth-Verbindung besteht wechselt der Logger in einen stromsparenden Standy-Zustand. Zu erkennen ist dies daran, dass die blaue LED nur noch alle 5 Sekunden blinkt. Sobald wieder eine Bluetooth-Verbindung aufgebaut wird, wird der GPS-Teil wieder aktiviert.

Ich finde das Vorgehen etwas verwirrend, solange man den Logger nicht nur ein- und ausschalten will. Erschwerend kommt im Freien bei hoher Helligkeit hinzu, dass man die LEDs nicht mehr oder nur noch schlecht erkennt. Ein kleiner Schiebeschalter wäre vielleicht die bessere Wahl gewesen.

Zum Laden oder Verbindung mit dem Computer kann neben der Taste ein Mini-USB-Stecker eingesteckt werden. Dieser ist hinter einer beweglichen Plastikabdeckung verborgen.

Beim Auszulesen der Daten aus dem Logger, zu dem er eingeschaltet werden muss ist es mir einige Male passiert, dass der Logger "abgestürzt" ist. Dies passiert wohl dann manchmal wenn man beim Einstecken des Kabels und dem Einschalten des Loggers ein unglückliches "Timing" hat. Der Logger reagiert dann nicht mehr und einzelne LEDs (meist das GPS-LED) bleiben an. Man muss dann warten bis der Akku leergelaufen ist und kann dann nach dem Laden wieder normal weitermachen. Für diese Fälle wäre ein Reset-Knopf nett gewesen, der die Stromzufuhr kurz unterbricht.

 

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist für einen solch kleinen Logger sehr beachtlich. Mit einer Aufzeichnungsrate von 1 Punkt/Sekunde unter mittelmässigen Empfangsbedingungen lief der Logger im Test knapp über 11 Stunden. Die vom Hersteller angegebenen 12 h sind also durchaus nicht übertrieben. Die Ladezeit des Akkus beträgt etwa 1 Stunde.

 

Speicherkapazität

Die Speicherkapazität der Logger ist mittlerweile riesig. Der Speicher reicht je nach Einstellung für 200000 Punkte, das entspricht einer Logging-Dauer von über 50 Stunden bei einem Intervall von 1 Sekunde. Also weit mehr als einer Akku-Füllung. Wenn man hier auf 5 Sekunden erhöht, kann man bei 12 h Loggen pro Tag auch einen vierwöchigen Urlaub aufzeichnen und muss zwischendurch nur den Akku laden.

 

Empfangsqualität

Hier ist es mittlerweile sehr schwer, eine vernünftige Aussage zu treffen. Der verbaute Chipsatz ist bekannt für seine extreme Empfindlichkeit und schnelle Aquisition. Im Test scheint der kleine BT-Q1300 subjektiv ein klein wenig hinter den Möglichkeiten des grösseren i-Blue 747A+ bzw. BT-Q1000X zu bleiben obwohl der Chipsatz identisch ist. Möglicherweise eine Folge der kleineren Antenne. In Punkte Zeit bis zur ersten Position liegt der Logger mittlerweile beim technisch machbaren. Man muss mit ca. 45 Sekunden rechnen es sei dann man hat die AGPS-Daten aufs Gerät geladen die für ca. 5 Tage gültig sind. Dann dauert es nur ca. 15 Sekunden bis zum "Fix". Die beiliegende TravelRecorder-Software erlaubt ab Version 5 das Aufspielen der aktuellen AGPS-Daten, die QSports Software (geteste V 2.1) nicht. Das ist schade, denn gerade als z.B. Läufer möchte man eigentlich nicht "ewig" vor dem Haus stehen und "auf die Satelliten" warten.

Im Zusammenhang mit dem mitgelieferten Armband ist aufgefallen, dass durch die seitlich am Oberarm liegende Position des Empfängers die Position häufig ein paar Meter verschoben ist. Hat man den Logger links, ist es nach links verschoben und umgekehrt. Das dürfte an der Abschattung der Signale durch den Körper liegen. Hier sind die Uhren am Handgelenk mi etwas Abstand vom Körper klar im Vorteil. Ein Band fürs Handgelenk wäre also für den Empfang günstiger gewesen.

 

Armband

Um gleich beim Armband zu bleiben:

Eigentlich eine gute Idee und schön gemacht. Das Armband hat mir den Winter über gute Dienste beim Laufen geleistet und schützt den Logger bei Regen auch ein wenig vor Nässe. Jetzt im Frühjahr wenn der Arm nur noch von einem T-Shirt bekleidet ist fällt auf, dass der Entwickler wohl recht starke Oberarme hatte. Zu deutsch: Das Ding ist zu lang, der Klettverschluss lässt sich bei dünneren Armen (vor allem bei Frauen) nicht mehr sinnvoll schliessen. Schade.

 

Software

Dem Qstarz BT-Q1300(S) liegt ganz vernünftige Software bei. Zum einen ein kleines Tool namens GPSView zur Kontrolle und konfigurieren der NMEA-Daten und Empfangskontrolle. Weiterhin das bekannte VisualGPS für CE und PC. Dann ein Programm namens RaceChrono für Symbian, das mir nichts sagt und ich kann es auch nicht testen.

 

Die eigentlich wichtigen Programme sind Teil der QStarz PC Suite. Diese besteht aus dem Programm TravelRecorder und QSports.

 

TravelRecorder

Der TravelRecorder ist recht häufig unter verschiedenen Namen anzutreffen, so als PhotoTagger bei transystem-Loggern. Ich habe ihn beim Test des i-Blue 747A+ kurz erläutert, siehe hier. Das Programm ist deutsch (wenngleich es etwas mit Umlauten kämpft) und dient zum Konfigurieren des Loggers, Laden der AGPS-Daten und Auslesen der Daten aus dem Logger. Es bietet weiterhin eine Kartenansicht (Google), Ansicht des Höhenverlaufs und der Geschwindigkeit, sowie die Möglichkeit, Fotos (jedoch keine RAW-Files) und Videos mittels Geotagging zu Verarbeiten. Weiterhin gibt es Exportmöglichkeiten der Daten als KML, KMZ, GPX und NMEA-Daten. Ausserdem kann man eine "Reise" bestehend aus Track und Bildern als HTML-File exportieren um sie beispielsweise per Mail zu versenden. Eine nette Sache. Leider nicht unterstützt wird jeglicher Import von GPS-Daten, sei es als GPX oder in einem anderen Format. Die Software ist also genau auf die Verwendung mit dem Qstarz-Logger beschränkt.

 

QSports

Das andere Programm der Suite ist QSports. Es handelt sich dabei um eine Art Trainingslogbuch für Sportler. Es ist grob vergleichbar mit Garmins Training Center oder der Freeware (Spenden erwünscht) SportTracks.

Das Programm erlaubt wie der TravelRecorder das Konfigurieren und Auslesen des Loggers (nicht jedoch AGPS), "sortiert" ausgelesene Tracks nach Trainingsart (Laufen, Radfahren etc.) und stellt diese in einem Kalender dar. Weiterhin gibt es eine Kartendarstellung und Graphen zu Höhe und Geschwindigkeit.

Um den Trainingsfortschritt zu beobachten kann man sich Ziele zu Strecke, Zeit, Häufigkeit, Kalorien oder Gewichtsabnahme setzen und das Programm "überwacht" und bewertet dann die Einhaltung bzw. zeigt den Fortschritt an. Man kann auch Pulsfrequenz, Gewicht, Körperfett etc. eintragen um die Fitnessdaten besser darstellen zu können. Insgesamt ein schön gemachtes Programm.

 

Fazit

Schnittiger GPS-Datenlogger mit hervorragenden technischen Daten und netter Software. Speziell die geringe Grösse, das Trainingssoftware und das Armband (trotz mängeln) machen das Gerät für jene Sportler interessant, die keine Sportuhr wie die Navilock NL-1220 oder einen Garmin Forerunner kaufen wollen. Sportuhren liegen preislich doch mehr oder weniger deutlich höher.