Select Page
Nach USB-GPS-Mäusen, Bluetooth-GPS-Mäusen tauchen jetzt langsam Bluetooth-GPS-Datenlogger vermehrt auf dem Markt auf. Grund genug, sich zwei dieser Geräte genauer anzusehen.
Beide Geräte sind GPS-Empfänger, mit USB-Anschluss, Bluetooth-Modul und integriertem Speicher zur Aufzeichnung von Positionsdaten. Sowohl die Verpackungen als auch der Lieferumfang der Geräte ähnelt einander sehr stark und scheint eine Art Marktstandard zu sein.

Lieferumfang

i–Blue747

Das grüne Päckchen des i–Blue747 von Transystems Sender enthält neben dem Gerät selbst einen Lithium-Ionnen-Akku, eine CD mit Software und Treibern (seriell-USB), eine Kurzanleitung auf englisch sowie ein Strom/Ladekabel mit Mini-USB-Stecker für die Steckdose sowie fürs Auto. Zudem ist ein nettes aufrollbares USB-Kabel. Der Akku hat eine Kapazität von 1000 mAh und Ersatz sollte leicht erhältlich sein, falls nötig.
Lieferumfang Transystem iBlue-747
Lieferumfang Transystem iBlue-747
Das Gerät ist 71 x 44 x 19 mm (67 g) recht handlich und macht einen ausreichend robusten Eindruck. An der Seite besitzt es einen Schiebeschalter um die zwei Betriebsmodi umzuschalten. Man kann hier wählen zwischen nur Loggen und Loggen mit Bluetooth-Verbindung, wobei dann nur bei aktiver Bluetooth-Verbindung auch wirklich geloggt wird. Oben auf dem Gehäuse befindet sich noch eine Taste zum manuellen Aufzeichnen eines Markierungspunktes. Weiterhin sind auf der Oberseite drei LEDs vorhanden. Die Linke zeigt den Zustand des Bluetooth-Empfängers. Leuchtet sie, versucht das Gerät eine Verbindung aufzubauen. Steht die Verbindung, so blinkt diese LED im Sekundentakt. Die mittlere LED zeigt den Status des GPS-Empfängers. Die LED leuchtet kontinuierlich gelb solange das Gerät noch keine Position hat und blinkt dann, sobald die erste Position verfügbar ist. Die rechte LED leuchtet grün während des Ladens, blinkt grün wenn der Akku voll geladen ist und blitzt rot, wenn der Akkustand niedrig ist.
Auf der CD befindet sich ein USB-zu-seriell-Treiber, da der Empfänger intern mit einer seriellen Schnittstelle arbeitet sowie eine einfache Software zum Einstellen der Parameter und Auslesen der Daten. Angenehm auffallend ist das winzige Steckernetzteil mit Mini-USB-Stecker, dass auf Reisen wirklich in jede Tasche passt. Ebenfalls nett: Das aufrollbare USB-Kabel.
Hinweis: Von Blumax gibt es ein baugleiches Gerät mit der Bezeichnung Blumax Bluetooth GPS-4043. Von Qstarz ist ebenfalls ein baugleiches Gerät erhältlich.

Wintec WBT-201

Der Wintec WBT-201 kommt in einem edel aussehenden schwarzen Karton. Der Inhalt gleicht erstaunlich dem des i–Blue747: Das Gerät, ein LiIon-Akku, eine CD, ein kleines Anleitungsbüchlein in englisch und koreanisch(?) sowie ein Steckernetzgerät für die Steckdose und eines fürs Auto. Weiterhin ein USB-Kabel und ein Anti-Rutsch-Pad zum Aufklebem am Boden des Gerätes. Zur Kapazität des Akkus liegen mir keine Informationen vor, er ist jedoch äusserlich deutlich kleiner als der des i–Blue747. Auch hier sollten Ersatzakkus erhältlich sein.
Lieferumfang Wintec WBT-201
Lieferumfang Wintec WBT-201
Das Gerät selbst ist mit 60 x 38 x 18 mm (44 g) ebenfalls kleiner und leichter als der i–Blue und wirkt mit dem seidigen Finish sehr edel. Das Gerät ist laut Hersteller spritzwasser- geschützt, eine Angabe, die ich nicht überprüft habe. Die gummierte Oberfläche lässt es mich jedoch auch so glauben.
Der Logger besitzt zwei Bedientasten auf der Oberseite. Die Linke dient zum Ein-/Ausschalten des Gerätes und des Bluetooth-Moduls. Nach einem Druck auf die linke Taste startet das Gerät während der Aufzeichnung einen neuen Track. So können bestimmte Streckenabschnitte markiert werden. Weiterhin hat das Gerät drei kleine LEDs. Die obere, rote LED zeigt den GPS-Epfang an. Die LED ist an, wenn das Gerät noch keinen “Fix” hat und blinkt sobald eine Position ermittelt wurde. Die mittlere blaue (was auch sonst!) zeigt den Zustand des Bluetooth-Empfängers. Auch hier blinkt die LED bei aktiver Verbindung ist ist dauerhaft an, wenn kein Empfangspartner gefunden wurde. Die untere LED leuchtet beim Laden rot, bei voll geladenem Akku grün und blinkt wenn der Akkustand niedrig ist.
Auf der CD befindet sich wie beim i–Blue ein Treiber (auch hier USB-seriell) und die Software zum Gerät, die etwas ausführlicher ist als beim i–Blue Doch dazu später mehr.

Empfangsqualität/Empfindlichkeit

Im i–Blue747 wurde ein bisher recht unbekannter MTK32-Chipsatz mit einer Empfindlichkeit von besser als -158 dBm (Tracking) verbaut. Dieser macht momentan wegen seiner hohen Empfindlichkeit und dem geringen Stromverbrauch von sich reden. Er kann Signale von bis zu 32 Satelliten, gleichzeitig verarbeiten. Im WBT-201 steckt ein alter Bekannter: Der Antaris 4 Chipsatz von u-blox. Alter Bekannter, weil der Chipsatz schon ein paar Jahre auf dem Markt ist und mittlerweile nicht mehr ganz den letzten Stand der Technik darstellt. Für diesen Empfänger wird beim Tracking die gleiche Empfindlichkeit angegeben, bei der Aquisition sollte die Empfindlichkeit mit -148 dBm gegenüber -144 dBm noch etwas besser sein als beim i–Blue747. Dieser Empfänger kann die Signale von 16 Satelliten gleichzeitig verarbeiten.
Technische Daten sind das eine, die Praxis muss zeigen, wie sich die Geräte schlagen. Zunächst fällt schon beim “Spielen” mit den Geräten auf, dass an Stellen im Innenraum wo der i–Blue747 bereits durch Blinken der gelben LED zeigt, dass er eine Position ermittelt hat, der WBT-201 noch nichts empfängt.
Ein Test beim Joggen, wo beiden Geräten vorher die Gelegenheit gegeben wurde, in Ruhe eine Position zu ermitteln und dann ein Gerät in der linken und eines in der rechten Hosentasche seine Empfangsqualitäten beweisen musste, zeigt keine auffälligen Unterschiede. Beide Geräte haben einen gleich guten Track aufgezeichnet. Eigenartigerweise zeigt das Gerät in der rechten Hosentasche einen etwas nach rechts versetzten Track an, das in der linken Tasche einen nach links versetzten. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass die Antennen senkrecht zum Boden jeweils leicht vom Körper aus nach aussen zeigten und somit sicher keine optimalen Bedingungen hatten. Beide Tracks sind sehr gut und beide Empfänger haben in der “Häuserschlucht” am rechten Bildrand etwas Probleme.
Vergleich der Tracks des i–Blue747 (rot) und des WBT-201 (blau)
Luftbild: © Google Earth/Flotron Jermann
Vergleich der Tracks des i-blue747 (rot) und des WBT-201 (blau)
Ein Vergleich der Zeiten für die Positionsbestimmung nach einem “Heissstart”, “Warmstart” und “Kaltstart” zeigen nur kleine Unterschiede. Offensichtlich sind heutige Empfänger so gut optimiert, dass sie bei guten Empfangsbedingungen (freie Sicht auf den Himmel) innerhalb extrem kurzuer Zeit eine gültige Position bestimmen können. Ob das Verständnis für die Varianten bei beiden Herstellern völlig gleich ist, ist nicht ganz klar, zumindest beim Kaltstart sieht man jedoch an den NMEA-Daten, dass das Gerät zu Beginn keine Satellitenpositionen und keine eigene Position kennt. Der Heisstart entspricht beispielsweise einem kurzen Ausschalten des Gerätes oder der Situation, dass die Signale in einem Tunnel verloren gehen und am Ende wieder gefunden werden müssen. Jeder Startmodus wurde dreimal hintereinander durchgeführt. Die angegebenen Werte geben jeweils den kleinsten und grössten Wert in Sekunden an.
Startmodus i–Blue747 WBT-201
Hot-Start 1 3
Warm-Start 21 – 36 23 – 39
Cold-Start 36 – 38 32 – 42
Die Werten zeigen einen leichten Vorteil für den i–Blue747 an, bei guten Bedingungen ist der Unterschied jedoch nicht gravierend.
Im nächsten Test müssen beide Empfänger ihr Fähigkeiten bei mittelmässigen Empfangsbedingungen unter Beweis stellen. Das berüchtigte kowoma-Fensterbrett. Hier ist nur gut ein Drittel des Himmels zu sehen und es gibt prächtige Reflektionen (und somit Multipath-Möglichkeiten) von den Häusern gegenüber. Beide Geräte wurden nebeneinander gelegt eingeschaltet und haben alle 10 Sekunden Werte aufgezeichnet, bis der Akku erschöpft war. Zur Akkulaufzeit kommen wir später, zunächst wollen wir die aufgezeichneten Tracks vergleichen. Die aufgezeichneten Wegpunkte beider Geräte wurden zu Google-Earth exportiert und gezeichnet.
Vergleich der Tracks des i-blue747 (rot) und des WBT-201 (blau)
Der blaue Track ist vom Wintec WBT201, der Rote vom i–Blue747. Die beiden Spitzen nach aussen beim roten Track sind die beiden allerersten Werte nach dem Fix, alle anderen Werte liegen in einem Kreis von etwa 50 Metern Durchmesser wobei deutlich eine Verschiebung des Mittelwerts nach rechts (Südosten) zu sehen ist. Das muss damit zusammenhängen, dass im Nordwesten die Hauswand die Signale abdeckt und eine solch einseitige Symmetrie einen Einfluss auf die Werte hat.
Die Werte des WBT201 streuen etwa 50% stärker. Das ist nicht wirklich dramatisch schlechter, aber doch deutlich sichtbar.
Der Track des i–Blue747 besteht übrigens aus 10700 Werten, der des WBT201 aus 6352.
Insgesamt attestiere ich dem i–Blue747 den besseren GPS-Empfänger. Das mag auch an der vermutlich etwas grösseren Antenne liegen, aber ich teste das Gesamtgerät. Hier ist der i–Blue747 schneller bei der Aquisition, empfindlicher und somit auch bei schwierigen Empfangsbedingungen präziser.

Weiter…

Seite 1: Lieferumfang – Seite 2: Bluetooth Empfänger – Seite 3: Software (Teil 2)