Gerätetests
2009-03-16

GPS-Bluetooth-Datenlogger i–Blue 747A+

Vor einiger Zeit habe ich hier den GPS-Bluetooth-Datenlogger i-blue 747 getestet und er hat es dank des MTK-Chipsatzes auf Anhieb geschafft, mich zu begeistern.

Mittlerweile hat MTK eine verbesserte Version des Chipsatzes herausgebracht und es gibt den i-blue 747 mit diesem neuen Chipsatz.

Der MTK v2-Chipsatz (MTK 3329) verspricht eine noch längere Akkulaufzeit, bis zu 66 Kanäle, eine Empfindlichkeit von -165 dBm und AGPS.

Ausserdem wurde der Speicher des Loggers verdoppelt (je nachdem was alles aufgezeichnet werden soll sind das nun bis zu 125000 Punkte) und die Datenübertragung ist schneller (75 Sekunden um einen vollen Speicher auf den PC zu laden).

Es gibt einen baugleichen Logger auch von QStarz, die Bezeichnung ist BT-Q1000X.

 

Lieferumfang

Die Verpackung enthält neben dem Logger den Akku (1000 mAh), der identisch ist mit dem des "alten" 747. Ausserdem ein USB-Verbindungskabel, ein Ladegrät fürs Auto, eine CD mit Software, einem Quick-Start-Guide und einem Gutschein für einen 1-monatigen Gratisaccount bei locr.

Auf das Ladegerät für die 240V wurde verzichtet.

Auf der CD befinden sich die Treiber, eine pdf-Anleitung, die locr-Software, eine Software zum Geotagging von Fotos (GPS Photo Tagger) und ein Konfigurier- und Datenausleseprogramm names "GpsView". Das Programm "GPS Photo Tagger" ist übrigens nahezu identisch mit dem Programm "Travel Recorder" welches von QStarz bei Loggern mitgeliefert wird oder dem Programm EZ-Tour, welches einigen Holux-LKoggern beiliegt. Kompatibel sind sie jedoch nicht, weil anscheinend aus Lizenzgründen das Auslesen der Daten auf die entsprechenden Geräte limitiert wurde. Das ist gegebenenfalls schade, falls man mehrere Geräte verschiedener Hersteller besitzt. Auch lassen sich mit den Programmen keine bestehenden Tracks (z.B. im .gpx-Format) einlesen.

 

Bedienung

Nachdem das Gehäuse (bis auf die Farbe) identisch ist mit dem des bisherigen i-blue 747 ist auch die Bedienung nahezu identisch. Auf der linken Gehäuseseite befindet sich ein Schiebeschalter mit den drei Stellungen "OFF", "NAV" und "LOG".

In der Stellung "NAV" zeichnet der Logger nur auf, solange eine Bluetooth-Verbindung aktiv ist, in der Stellung "LOG" immer. Das Bluetooth-Modul ist ebenfalls immer aktiv. Der Unterschied zwischen den Modi ist, dass in der Stellung "NAV" eben nur mit aktiver BT-Verbindung aufgezeichnet wird und der Logger ohne Verbindung in einen Schlafmodus wechselt, aus der er durch erneutes Aufbauen der Verbindung "geweckt" wird.

Über die Bluetooth-Schnittstelle gibt der Logger konfigurierbare Datensätze im NMEA-Format aus.

Nett ist, dass man im Gegensatz zum alten 747 nun auch per Bluetooth-Verbindung Zugriff auf die Konfiguration und den Speicher hat.

Die Einstellungen zur Aufzeichnung der Datenpunkte erlauben ein zeit-, entfernungs- und geschwindigkeitsabhängiges Loggen. Eine typische Einstellungen ist z.B. alle 10 Meter und alle 60 Sekunden. Damit erhält man für viele Zwecke gute Daten. Für Fussgänger und Jogger empfiehlt sich eventuell sogar eine Einstellung "alle 1 Sekunden". Beim riesigen Datenspeicher, der zur Verfügung steht reicht das für ca. 27 Stunden Aufzeichnung. Eine Einstellung alle 10 Meter erlaubt mindestens 990 km, wobei bei schnellerer Autofahrt der Logger nicht mehr in der Lage ist, wirklich alle 10 Meter einen Punkt aufzuzeichnen, da die Rate auf 1 pro Sekunde beschränkt ist und man bei 130 km/h pro Sekunde bereits 36 m zurücklegt. Das macht jedoch nichts, da man bei der Geschwindigkeit auch kaum sehr enge Kurven fährt.

Auf der Oberseite des Loggers befindet sich noch ein Knopf, bei dessen Drücken der Logger einen speziell markierten Wegpunkt speichert. Damit kann man also bestimmte Stellen einer Strecke für später kennzeichnen. Selbstverständlich kann man sich auch komplett auf das Aufzeichnen von Punkten beim Drücken des Knopfes beschränken.

Die Anzahl der Datenpunkte ist abhängig davon, was alles aufgezeichnet wird, typisch sind aber ca. 100000 Punkte.

Den Bluetooth-Teil habe ich ansonsten nicht getestet, hier unterscheiden sich die Geräte im allgmeinen nur wenig.

 

Empfang

Nachdem bereits der alte i-blue 747 dank des MTK-Chipsatzes (MTK GPS - MT3318) alles mir bis dahin bekannte in Sachen Empfangsleistung geschlagen hatte, war es kaum vorstellbar, dass hier noch eine Steigerung möglich ist. Aber sie ist.

Der i-blue 747A+ ist nochmals einen Tick empfindlicher, liefert eine Position selbst unter schwierigsten Bedingungen und verliert häufig auch in Innenräumen das Signal nicht.

Durch die Unterstützung von AGPS, wobei GPS-Satelliten-Bahndaten für mehrere Tage aufs Gerät (aus dem Internet) geladen werden soll die Zeit bis zum Erhalten der ersten Position auch bei abgelaufenen Ephemeriden-Daten von 45 Sekunden auf 15 Sekunden verkürzt werden. In der Praxis zeigte ein Vergleich zwischen dem mit AGPS-Daten geladenen 747A+ und dem alte 747 sogar, dass der 747A+ bereits nach 5 Sekunden eine Position hatte, während der 747 erst nach 34 Sekunden soweit war. Mehr zu diesem interessanten Versuch am Ende des Artikels über AGPS hier.

Um eventuell vorhandene Unterschiede im Empfang zwischen dem alten 747 und dem neuen 747A+ herauszufinden habe ich beide über eine grössere Strecke im Kofferraum unseres Autos mitlaufen lassen. Im Kofferraum deshalb, damit durch die Blechschicht (ja es ist Blech) das Signal so stark geschwächt wird, dass eventuelle Unterschiede deutlich zu Tage treten. Erstaunlicherweise beeindruckt das Blech beide Logger nicht wesentlich. Ich meine aber zu erkennen, dass der alte Logger in machen Situationen minimal Probleme hatte, der Strecke zu folgen. Wohlgemerkt, das sind zwei Stellen eines über 400 km langen Tracks und der 747 leistet sich trotz der widrigen Bedingungen keine Blösse. Möglich aber, dass die Bilder ein wenig den entscheidenen Fortschritt des 747A+ zeigen.

 

Akkulaufzeit

Wie bereits eingangs erwähnt wurde der Stromverbrauch des 747A+ gegenüber dem Vorgängermodell nochmals reduziert.

Aufzeichnungsintervall Laufzeit Aufgezeichnete Punkte
1 Sekunde 27.5 h 99068*
5 Sekunden 39.4 h 28384
60 Sekunden 39.3 h 2360

* bei gewählter Aufzeichnungsart; bis Speicher voll

 

Wie die Daten zeigen, ist die Laufzeit um 30% besser als beim Vorgänger und das bei noch besserer Empfangsleistung.

 

Software

Wie ebenfalls oben bereits erwähnt liegen zwei Programm bei. Aber Achtung: Das Programm GPSView läuft erst ab Version 2.0.12 auch auf einem PC mit Windows in deutscher Spracheinstellung. Die Versionen davor bekommen keinen sinnvollen Kontakt zum Logger.

Die Software GpsView ist allerdings so recht weder Fisch noch Fleisch, die Funktionen beschränken sich aber auf die "Nicht-Logger-Funktionen". So lässt sich weder ein Log auslesen noch die zu loggenden Daten oder Aufzeichnungsintervalle programmieren. Da bietet die alte Software des 747 (Datalog) mehr Möglichkeiten. Diese kann man sich bei Transystems herunterladen (rechte Maustatse, Ziel speichern unter....). Diese hat lediglich keine AGPS-Unterstützung.

Als weitere Alternative gibt es eine betriebssystemunabhängige Freeware (bt747 control) die alle Geräte mit MTK-Chipsatz ansprechen kann. Es unterstützt auch alle Funktionen des Loggers ausser AGPS (Stand: Januar 2009) und sogar einfaches Geotagging von Fotos. Laien könnte es eventuell überfordern, aber um einfach und schnell den Logger zu steuern und die Daten herunterzuladen ist es hervorragend.

Die andere Software im Paket ist "GPS Photo Tagger" und taucht wie in der Einleitung bereits beschrieben unter unterschiedlichem Namen und Farbgestaltung bei verschiedenen Herstellern auf. Das Programm ist auf deutsch und einigermassen klar in der Bedienung.

Die Software meldet sich nach dem Start mit einer Weltkarte (Google). Man kann nun bereits früher eingelesene Tracks bearbeiten und anzeigen oder vom GPS-Gerät die gespeicherten Tracks einlesen. Andere Files (z.B. gpx-Files) liest das Programm nicht, kann diese aber exportieren. Ebenfalls lässt sich der Datenlogger mit dem Programm grob konfigurieren. Allerdings nur Aufzeichnungsintervalle, keine Details zu den aufzuzeichnenden Daten etc.

Hat man einen Track eingelesen wird dieser ganz ansprechend angezeigt. Man kann die Punkte auch editieren und sich Informationen zur Zeit, Höhe, Geschwindigkeit usw. anzeigen lassen oder grafisch darstellen. Nun kann man auch Bilder (.jpg) einlesen, die mit dem Track verknüpft werden (Geotagging). Diese werden dann ebenfalls angezeigt. Diese Kombination an Daten lässt sich als Diashow abspielen oder auch an Google-Earth übergeben, welches dann gestartet wird. Alternativ kann man sie auch im Google-KMZ-Format abspeichern. Die Fotos können auch auf einen flickr oder locr-Account hochgeladen werden.

Insgesamt eine nette Dreingabe. Schade nur, dass man nicht andere Logger auslesen und vor allem keine bestehenden Files wie gpx-Dateien importieren kann.

 

Fazit

Der Logger ist grossartig. Er ist nicht der Kleinste den es gibt, hat aber den besten Empfang den ich kenne und mit ca. 37 h Laufzeit loggt er sensationell lange. Eine absolute Empfehlung für alle die Ihre Wanderungen, Radtouren, Segeltörn, Autofahrten etc. aufzeichnen wollen. Natürlich ist er auch prima geeignet zum Geotagging und um Strassen für das openstreetmap-Projekt zu kartographieren. Ein absolut würdiger Nachfolger des i-blue 747.

Erhältlich ist der Logger beispielsweise bei outdoortrends.de:


Dort bei Produktsuche eintragen: 747A+