Garmin GPSmap 60CSx
Das verwendete Testgerät wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt von:
Hierfür ganz herzlichen Dank.
Erster Eindruck
Auf den ersten Blick ist der neue GPSmap 60CSx nicht vom bisherigen Spitzenmodell der 60er Serie zu unterscheiden. Äusserlich sieht die "eXtreme"-Variante aus wie früher. Was ist anders?
Neben ein paar kleineren Dingen, zu denen ich später noch komme, zunächst die auffälligsten Änderungen:
Austauschbarer Speicher
Endlich hat es Garmin geschafft, seine Geräte mit einem auswechselbaren Speicher zu versehen.
Neuer Empfängerchipsatz
Garmin verwendet jetzt nicht mehr ihren eigenen (?) GPS-Empfängerbaustein sondern den vielen GPS-Maus Benutzern sicherlich bekannten SiRF III Chipsatz. Dieser zeichnet sich durch sensationelle Empfindlichkeit und Schnelligkeit aus.
Doch der Reihe nach:
Wer sich für das Gerät interessiert und die 60er Serie ansonsten noch nicht kennt, dem möchte ich den Testbericht des GPSmap60CS empfehlen. Alles was dort beschrieben wird, gilt im Prinzip auch für den GPSmap60CSx. Änderungen und Unterschiede werden hier beschrieben.
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In der Verpackung, die jetzt (umweltfreundlich?) ohne Kunststoff-Klarsichtteil daherkommt, befinden sich das Gerät, ein Gürtelclip, eine CD mit dem Trip- und Waypointmanager, ein Bändel für das Handgelenk, ein meiner Meinung nach noch immer zu kurzes USB-Kabel und die englischsprachige Anleitung. Die deutsche Anleitung war wohl noch nicht fertig, deswegen lag die des fast identischen 60CS bei. Alles in allem nettes und ausreichendes Zubehör. Zum Design, der Verarbeitung, der Bedienung und dem Display muss nichts mehr gesagt werden. Hier gilt alles vom Test des 60CS und bereits dieser war in diesen Disziplinen absolut ohne Tadel.
Nach dem Einschalten fällt vor allem eines auf:
Empfang
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Liest man den Test des 60CS, der beim Empfang hervorragend abschnitt, mag man es kaum glauben, aber der 60CSx lässt den alten 60CS absolut blass aussehen. Der SiRF-Chipsatz stellt alles in den Schatten was ich bisher gesehen habe. Wartet man im normalen Betrieb (nicht direkt nach dem Kauf) das Verschwinden des Einschaltbildschirms ab, bekommt man bereits eine "Skyview" voll mit Satelliten und einer fertig ermittelten Position geliefert. Das Gerät hat etwa doppelt so schnell eine Position wie der 60CS: Nach etwa 5 Sekunden.
Auch das Suchen einer Position nach zurücksetzen mit ENTR - Power ON geht beim 60CSx innerhalb von etwa 40 Sekunden, während der 60CS dafür noch über 2 Minuten braucht.
Die Position wird nicht nur schnell bestimmt, auch hat das Gerät selbst unter freiem Himmel stärkere Signale und empfängt mehr Satelliten als noch der 60CS. Schaut man genau, kommen vor allem Satelliten nahe am Horizont hinzu.
Seine wahre Stärke beweist der SiRF-Chipsatz jedoch bei schlechten Empfangsbedingungen. Selbst in engen Häuserschluchten und sogar in Innenräumen (in Fensternähe oder unter mässig "durchlässigen" Dächern) hat das Gerät zuverlässig Empfang. Zwei Bilder mit dem 60CS und dem 60CSx nebeneinander sollen dies zeigen:
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Nebenstehendes Bild enstand etwa 2 Meter vom Fenster entfernt im Innenraum. Während der 60CS unter diesen Bedingungen keine Satelliten mehr empfangen kann (manchmal ganz schwach einen einzelnen), ist der 60CSx in der Lage eine Positionsbestimmung durchzuführen.
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Etwas weniger deutlich aber immernoch sichtbar ist der bessere Empfang in einer Häuserschlucht. Beide Geräte können eine Position bestimmen, der 60CSx empfängt jedoch mehr Satelliten. Dies sorgt für eine zuverlässigere und exaktere Positionsbestimmung.
Weitere Tests zeigen, dass der SiRF-Chipsatz des 60CSx die stark abgeschwächten von Hauswänden etc. reflektierten GPS-Signale zur Positionsbestimmung verwenden kann. Dies macht unter bestimmten Umständen eventuell die Position etwas ungenauer und sorgt mit Sicherheit dafür, dass die Position zwischen Häusern um einige Meter daneben liegt. Aber wie ich immer sage: Lieber eine ungenaue Position als garkeine. Und wenn direkte (unreflektierte) Signale vorhanden sind, werden diese zur Bestimmung verwendet.
Batterielaufzeit
Kein Licht ohne Schatten, offensichtlich hat die Verwendung des SiRF-Chipsatz auch seinen Preis. Diesen bezahlt man in diesem Fall durch den Stromverbrauch. Garmin gibt die Laufzeit auf der Webseite mit etwa 18 Stunden gegenüber 20 Stunden beim 60CS an, die Batterielaufzeit des 60CSx sinkt also gegenüber dem 60CS um ca. 10 %. Die Packung spricht sogar von 30 Stunden im Batteriesparmodus. Beide Werte halte ich für unrealistisch. Eigene Messungen ergaben mit gleichen Batterien (aus einer Packung; Panasonic MAX 3) und unter gleichen, schlechten Empfangsbedingungen eine Laufzeit von über 24 Stunden für den 60CS und nur etwas über 16 Stunden beim 60CSx. Das ist etwa ein Drittel weniger.
Die Batterielaufzeit kann damit zwar noch als gut bewertet werden, ist aber nicht mehr so überragend, wie beim 60CS.
Auswechselbarer Speicher
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Was Magellan schon seit Jahren hat, hat jetzt auch Garmin geschafft. Der 60CSx hat einen auswechselbarer Speicher.
Um das Gerät nicht unnötig zu vergrößern und um eindringendem Wasser keine Chance zu geben hat Garmin als Speicherlösung einen microSD-Speicher gewählt, der im Batteriefach hinter den Batterien integriert ist.
Das ganze System erinnert an die SIM-Cards von Mobiltelefonen und auch der Speicher selbst ist so winzig, dass man gut darauf acht geben sollte ihn nicht zu verlieren. Mitgeliefert wird ein (leerer) 64 MB Chip, so dass der 60CSx standardmässig mit etwa der gleichen Speichermenge ausgerüstet ist, wie der 60CS. Die microSD-Karte hiessen übrigens früher noch Transflash-Karten.
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Die Wegpunkte und Tracks werden übrigens im internen Speicher abgelegt, nicht auf der Speicherkarte, sind also auch ohne oder nach dem Wechsel der Speicherkarte verfügbar.
Seit Firmware-Version 2.90 kann man den GPX so konfigurieren, dass die Tracks auch als .gpx-Datei auf der Speicherkarte abgelegt werden. Das erlaubt es detailliertere, mehr und mit Zeitstempel ausgestattete Tracks zu speichern. Die intern gespeicherten durch "Save Track" erzeugten Files sind auf 20 Tracks mit je 500 Punkten beschränkt und enthalten keinen Zeitstempel. Diese sind zum Geotagging nicht zu gebrauchen.
Funktionsumfang und Sonstiges
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Was den Funktionsumfang angeht, hat Garmin sowohl die Menüstruktur als auch im wesentlichen Umfang das des 60CS beibehalten. Es fällt auf, dass die Icons für die Funktionen etwas überarbeitet wurden. Ich finde die alten Icons freundlicher, aber das ist Geschmacks- und Gewohnheitssache.
POI-Datenbanken (Nachtrag 2006-03-03)
Neben einigen anderen neueren Geräten unterstützen auch die der x-Serie das Aufspielen eigener POIs. POIs sind "Points-of-Interest", also zunächst einmal nur allgemein interessante Punkte. Bei den Garmin-Karten sind immer zahlreiche solche POIs dabei, von Museen bis zu Schnellimbissen. Schön ist jetzt eben, dass mit Hilfe des POI-Loaders eigene Sammlungen von zusätzlichen "Wegpunkten" aufgespielt werden können. Das können Schlösser und Burgen, Geocaches, Radarfallen oder was auch immer sein. Da die Menge der POIs nur durch den verfügbaren Speicher begrenzt ist, gibt es da eine ganze Menge Möglichkeiten. Zudem lassen sich Kategorien definieren und die jeweils in der Nähe liegenden Punkte anzeigen. Eine Liste mit zahlreichen bereits verfügbaren POI-Listen und das Programm findet man z.B. hier und hier (Programm; englisch).
Funktionen
Wecker ist weg
Was am Hauptmenü ebenfalls ins Auge sticht ist die Tatsache, dass ein Icon fehlt: Es ist der Wecker.
Das ist unverzeihlich.
Der Wecker hatte mir beim 60CS im Urlaub bereits einige Male gute Dienste geleistet und ich kann nicht verstehen, warum er "eingespart" wurde. Möglicherweise taucht er in einer späteren Softwareversion ja wieder auf, es gibt jedoch einen weiteren Hinweis, warum die Integration der Weckfunktion vielleicht aufgrund einer geänderten Architektur nicht mehr möglich ist.
Barometer
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Ebenfalls verschwunden ist die Möglichkeit den Luftdruck auch bei ausgeschaltetem Gerät aufzeichnen zu lassen. Diese Funktion, die in den neueren Firmwares des 60CS hinzukam, erlaubt es auch bei ausgeschaltetem Geräte den Verlauf des barometrischen Drucks aufzuzeichnen. Diese Funktion hat sich auf Schiffen als recht nützlich erwiesen, da man so auch ohne das GPS immer mitlaufen lassen zu müssen automatisch den Druckverlauf (auch nachts) grafisch und exakt abrufen kann. Warum diese tolle Funktion fehlt ist ebenfalls unverständlich, könnte aber mit dem Fehlen des Weckers zusammenhängen. Eventuell kann der 60CSx keine Arbeiten im ausgeschalteten Zustand verrichten. Sehr schade und schon ein deutlicher Wermutstropfen beim neuen 60CSx.
Strom vom USB-Stecker
Was man ebenfalls an obigen Bildern erkennt ist, dass der 60CSx nun Strom vom USB-Port verwendet. Das bedeutet, dass bei Anschluss an einen USB-Port die Batterien entlastet werden. Verwendet man das Gerät im Auto oder als GPS-Maus kann man so auch auf eine doppelte und komplizierte Verkabelung über den dicken Garmin-seriell-Strom-Stecker verzichten. Gute Idee.
Elektronischer Kompass
Der eingebaute elektronische Kompass reagiert noch immer (wie beim 60CS) empfindlich auf schräges Halten des Gerätes, nur fehlt jetzt die entsprechende Warnmeldung am unteren Rand der Kompassansicht, die zum Geradehalten ermahnt. Dies ist eine Sache der Firmware und kann beim nächsten Update behoben sein.
Serielle Schnittstelle
Bei der seriellen Schnittstelle wurde noch ein wenig rationalisiert. Keine Angst, die Schnittstelle ist noch da, aber einige Datenformate sind verschwunden. Die Unterstützung von RTCM-Daten (DGPS) und Garmin DGPS ist verschwunden. Daraus lässt sich vermuten, dass der 60CSx keinerlei Differential GPS mehr unterstützt. Das mag für einzelne ein Nachteil sein, ich vermute aber, dass der Grossteil der Anwender nie DGPS gebraucht hat oder brauchen wird. NMEA und das Garmin Datenformat sind selbstverständlich vorhanden.
Autorouting
Ich hätte mir gewünscht, dass irgendwann ein Gerät der 60er Serie unterschiedliche Töne für Abbiegehinweise nach links und rechts bietet, dies ist leider noch immer nicht der Fall. Hier hat sich nichts geändert.
Was hinzukam ist die Auswahlmöglichkeit für Fahrgemeinschaftsspuren. Diese mir nur aus Amerika bekannten "Carpool Lanes" können jetzt ebenfalls ausgewählt werden.
WAAS/EGNOS
Nicht, dass es eine grosse Rolle spielt, weil EGNOS ja sowieso nie fertig zu werden scheint, aber das Gerät unterstützt natürlich auch WAAS/EGNOS. Allerdings scheint der SiRF-Chipsatz die Statusflag des EGNOS-Systems sehr genau umzusetzen. Es ist mir nicht gelungen, den 60CSx zur Verwendung des momentan sendenden 33er Satelliten zu bewegen. Wie gesagt, der Empfänger sollte auch ohne EGNOS genau genug arbeiten.
Fazit
Der 60CSx bietet eine überragende Empfangsleistung und dürfte dank des SiRF-Empfängermoduls momentan zu den empfangsmässig leistungsfähigsten GPS-Geräten auf dem Markt zählen. Was die Vielfältigkeit der Nutzung, den Funktionsumfang, die Ablesbarkeit des Displays und die Verarbeitung angeht ein absolutes Spitzengerät, das aber auch seinen Preis hat.
Gegenüber dem 60CS bietet das Gerät einen wirklich wesentlich verbesserten Empfang und die Möglichkeit der austauschbaren Speicherkarte. Dadurch kann man praktisch unbegrenztes Kartenmaterial mitnehmen. Ebenfalls schön ist die Möglichkeit eigene Datenbanken mit "Interessanten Punkten" aufzuspeilen. Vor allem die zusätzliche Leistung schlägt jedoch offensichtlich auf den Stromverbrauch. Die Batterielaufzeit wurde mit über 30% weniger als beim 60CS bestimmt. Auch, und das muss nochmals erwähnt werden, vermisse ich schmerzlich den Wecker und die Barometer-Funktion in ausgeschaltetem Zustand. Zugegeben, die Messlatte für den 60CSx-"treme" liegt auch x-trem hoch und ohne den direkten Vergleich mit dem Vorgänger gäbe es eigentlich nichts zu bemängeln, aber man wird eben anspruchvoll...Schneller, weiter, besser...









