Gerätetests
2009-03-16

iPhone und iPad

Zugegeben, sowohl Apples iphone als auch das iPad (3G-Version) sind nicht primär als GPS-Geräte ausgelegt. Andererseits lohnt sich ein Blick auf die GPS-Fähigkeiten von Telefon und Tablettcomputer um zu sehen, wie gut sie sich in dieser Disziplin schlagen.

Dieser "Test" widmet sich also bewusst nicht den ganzen Geräten und Funktionen sondern betrachtet sehr eingeschränkt nur dsa, wsa zur Nutzung als GPS-Empfänger notwendig ist. Natürlich muss man vorwegnehmen dass in jedem Fall eine geeignete Software gebraucht wird und die Geräte nur die Grundvoraussetzungen schaffen. Da aber die üblichen verfügbaren GPS-Apps im Vergleich zum Anschaffungspreis der Geräte vernachlässigbar sind dürfte es daran wohl nicht scheitern.

 

Technisches

Das iPhone4 sowie das iPad verwenden den AGPS-Chipsatz BCM4750 von Broadcom. Der Chip kann 24 Satelliten gleichzeitig folgen und sollte von den übrigen technischen Daten mit anderen aktuellen GPS-Empfängern vergleichbar sein. Die AGPS-Funktion ermöglicht eine schnellere Ersterfassung.

Interessant ist beim iPhone4 die Tatsache, dass die GPS-Antenne in den Edelstahlrahmen (linke Hälfte) integriert ist. Welchen Einfluss diese ungewöhnliche Antennenbauart auf Genauigkeit oder Empfindlichkeit hat ist nicht so leicht zu eruieren. Leider erlaubt Apples SDK wohl keinen Zugriff auf Empfangsstärken und anderen Details zu den Daten der Satelliten. Somit können hier wenig Informationen gewonnen werden. Es gibt beim Empfang zumindest keine offensichtlichen Probleme. Detailliertere Tests zeigen aber leichte Einbussen bei der Genauigkeit am iPhone. Doch dazu später mehr.

 

Die GPS-Antenne des iPad ist eine Art Patch-Antenne und sitzt hinter dem rechten Teil des schwarzen Kunststoffs am oberen Rand des Gerätes. Zur Erinnerung: nur die 3G-Version des iPad hat auch GPS. Die Nur-WiFi-Version des iPad hat oben auch keinen schwarzen Rand sondern ist rundum in Aluminium ausgeführt. Die Antenne hat also beste "Sicht" zum Himmel wenn das Gerät normal flach liegt.

 

Empfangsqualität

Wie bereits erwähnt ist es nicht ohne weiteres möglich die Signalstärken, TTF (Time-to-Fix, also die Zeit zwischen Aktivieren und bis das Signal verfügbar ist) oder die Anzahl empfangendes Satelliten bei den iOs-Geräten zu bestimmen. Es ist natürlich jedoch möglich Positionsdaten aufzunehmen und mit anderen Empfängern zu vergleichen.

Nebenstehende Grafiken zeigen das Wandern der Position während ca. 12 h an einer Position mit mittelmässigem GPS-Empfang im Haus aber mit "Sicht" auf den Himmel durch das Dach. Einmal für einen der exaktesten GPS-Logger, den WBT-202, einmal für das iPad und einmal für das iPhone 4.

Alle drei Geräte lagen flach nebeneinander. Dabei zeigen die Antennen des WBT202 und der iPad nach oben, das des iPhone zur Seite. Der schlechtere Empfang des iPhone liegt jedoch vermutlich nicht an der Lage sondern eher an der Antennenbauart. Trotz allem ist das Gerät unter normalen Bedingungen im Freien gut für eine Positionsbestimmung geeignet.

 

Akkulaufzeiten

Die Akkulaufzeiten für GPS-Anwendungen sind bei iOS-Geräten nur sehr bedingt aussagekräftig. Zum einen ist natürlich entscheidend, was nebenher mit dem Gerät gemacht wird, ausserdem dürfte sich der Akkuverbrauch bei jeder GPS-Software unterschiedlich darstellen. Beim iPhone kommt noch als sehr grosser Faktor die Qualität des GSM-Signals hinzu. Schlechter oder gar kein Empfang des Handy-Netzes sorgen hier für massiv höheren Stromverbrauch. Leider ist mir - ausser einem Entfernen der SIM-Karte oder evtl. SBsettings nach Jailbreak - nicht bekannt wie man das Gerät auf "nur GPS" umstellen kann. Nur Wifi wäre möglich indem man im FLugmodus Wifi wieder aktiviert.

Unter normalen Umständen ist die Laufzeit beim GPS-Loggen jedoch sehr brauchbar. So ging beim iPhone der Ladestand während 13 h loggen mit Gaia-GPS von 100 auf 25 % zurück. Mit guter Software ist also tageweises Aufzeichnen von Strecken durchaus realistisch.

 

Ein paar Kurztests zu entsprechenden Apps für iPhone und iPad finden sich auf dieser Seite...