Garmin Oregon 400t (Europa)
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Mit dem Colorado hatte Garmin eine neue Serie Outdoor-Geräte eingeleitet. Die Colorado-Serie selbst scheint aber nicht so erfolgreich wie gewünscht und wurde nun bereits nach kurzer Zeit um die Oregon-Serie ergänzt. Wie schon bei den 60ern und 76ern gibt es verschiedene "Ausbaustufen" des Geräts. In aller Kürze: Der "kleine" Oregon 200 hat keinen elektronischen Kompass, keinen barometrischen Höhenmesser und keinen Sender/Empfänger für Datenübertragung zwischen Geräten und zu Herzfrequenz- oder Kadenzsensor, der "grosse" 400t hat zusätzlich zum 300er noch eine topografische Karte von Europa vorinstalliert und mehr Speicher. Nachfolgend getestet wird der Oregon 400t.
Erster Eindruck
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Das Gerät kommt in einer recht handlichen Verpackung daher. Ohne viel Kunststoff, wie bei Garmin seit einiger Zeit für viele Geräte üblich. Auch der Inhalt ist recht übersichlich. Neben dem Gerät selbst liegt der Verpackung ein USB-Kabel, ein Trageclip mit Karabiner, eine Kurzanleitung in fünf Sprachen, Werbung für Mapsource-Karten, eine CD mit dem Benutzerhandbuch und der Kurzanleitung als pdf sowie einem Sicherheitsblatt für den richtigen Umgang mit GPS-Geräten im Auto bei. Für technisch weniger versierte ist das heute sehr verbreitete Weglassen eines vernünftigen gedruckten Handbuchs ganz sicher unschön. Ich persönlich vermisse es nicht, denn die wesentlichen Dinge sind selbsterklärend und die etwas kniffligeren Dinge sind meist auch im pdf-Handbuch nicht zu finden. Eigenartig ist, dass Garmin nun völlig darauf verzichtet eine Software mitzuliefern. Das hätte nicht sein müssen. Früher gab es immer wenigstens eine einfache Version von Mapsource dazu, damit man Wegpunkte, Tracks etc. auch am PC auf einer groben Weltkarte ansehen und bei Bedarf auch sicher aufbewahren kann. Beim Oregon ist nichts dergleichen dabei.
Design, Handhabung und Verarbeitung
Das Gerät sieht recht gefällig aus. Ohne Ecken und Kanten. Und ohne herausstehende Antenne. Es liegt sehr gut in der Hand, das Gehäuse und die Verarbeitung selbst machen einen sehr wertigen Eindruck. Im ersten Eindruck ein sympathisches Gerät. Das Gerät liegt gut in der Hand und erlaubt Einhandbedienung sowohl mit Links als auch Rechts. Die geringe Grösse beim gegebenen Gewicht - 191 g mit Batterien - erweckt ein wenig den Ziegelstein-Eindruck.
Der Verschluss des Batteriedeckels ist nicht ganz leicht zu bedienen, macht aber einen sehr stabilen und auch sehr wasserdichten Eindruck. Das ganze Gerät ist, wie es sich gehört, wasserdicht (IPX7; 30 Minuten bei 1 Meter Wassertiefe). Doch Vorsicht: Schwimmen tut der Oregon nicht.
Die Konstruktion der Federn für die Batterien sehen gegenüber früheren Geräten etwas anders aus. Bei älteren Geräten (z.B. GPSmap 60CS) hatten vor allem Mountainbikefahrer öfter über "Stromausfälle" bei holpriger Fahrweise geklagt. Hier wurde also Hand angelegt.
Abgesehen vom Ein-Ausschalter wurde die gesamte Bedienung beim Oregon von Tasten auf einen Touchscreen verlegt. Diese druckempfindliche Oberfläche funktioniert hervorragend. Das Konzept des Touchscreens hat jedoch auch - doch dazu später - ein paar kleine Nachteile.
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Der mitgelieferte Karabiner ist nett um das Gerät z.B. am Rucksack oder Gürtel zu befestigen. Ich hätte mich aber noch über eine ganz einfache Handschlaufe gefreut, damit sich das Gerät nicht plötzlich aus der Hand stürzt. Das hätte beim einem solchen Gerät kostenmässig drin sein müssen. Immerhin hat Garmin grundsätzlich schon daran gedacht und am Gerät unten eine Öse integriert in die eine solche Handschlaufe eingefädelt werden kann.
Bei längerer Benutzung fällt auf, dass auch ein Mikrofasertuch zum Reinigen des Touchscreen noch eine nette Dreingabe für den Oregon gewesen wäre.
Ausstattung
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Wie bereits einige Geräte vorher (z.B. Vista HCx) verfügt der Oregon über einen Kartenslot für MicroSD-Karten. Bei 400t ist der interne Speicher selbst schon sehr gross (ca. 4 GB, davon sind 2.2 GB mit der Basemap belegt, 1.1 GB sind frei verfügbar). Eine zusätzliche Speicherkarte - die nicht mehr teuer ist - ist nett aber eigentlich nicht nötig. Grösster Vorteil daran ist jedoch, dass man dort eine zusätzliche Kartendatei (gmapsupp.img) speichern kann und somit zum vorinstallierten Kartensatz zwei zusätzliche verschiedene Kartendateien aufs Gerät laden kann. Insgesamt verfolgt Garmin mit der Datenorganisation des Oregon ein sehr interessantes und recht offenes Konzept, wie im folgenden Kapitel nochmals angesprochen wird.
Schnittstelle
Nach Anschluss an den USB-Port des PCs sieht man den Oregon sowie die Speicherkarte (falls vorhanden) jeweils als zusätzliches Laufwerk. In diversen Unterverzeichnissen befinden sich die Kartendaten, Wegpunkte, Geocaches, Tracks, Screenshots etc.
Ich finde das sehr komfortabel, zumal man sogar auf einen grossen Teil der deutschen Menüübersetzung Zugriff hat und die teilweise schräge Übersetzung von Garmin korrigieren kann. Gefährlich aber ist bei soviel Offenheit, dass man sich auch Dinge verpfuschen oder löschen kann, beispielsweise die vorinstallierte Karte. Es empfiehlt sich also, eine Sicherheitskopie der vorinstallierten Daten zu machen, was durch einfaches Kopieren mit dem Windows Explorer möglich ist. Zur Verzeichnisstruktur siehe auch hier.
Der Oregon lässt sich also auch als USB-Stick verwenden oder man kann verschiedene Kartensatz-Files einfach und schnell vom PC auf den GPS oder zurück speichern ohne immer Mapsource die Karten neu kompilieren lassen zu müssen.
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Für die Schnittstelle gibt es diverse Einstellungen, darunter auch "Garmin seriell" und "NMEA In/Out". Da das Gerät jedoch keine eigene serielle Schnittstelle hat, kann auf diese Daten nur über den Garmin-USB-Treiber zugegriffen werden. Einen USB-seriell Modus der einen COM-Port emuliert bietet dieser Treiber standardmässig nicht, hierfür dient das Programm "Garmin-Spanner", welches man sich jedoch bei Garmin herunterladen muss und von dem auch interessanterweise in der Anleitung oder sonst nirgendwo die Rede ist. Zu finden ist es hier (englisch).
Die für die meisten Zwecke beste Einstellung dürfte der "Garmin Spanner" Modus sein. Dabei fragt das Gerät beim Verbinden mit einem USB-Kabel ob es in den Massenspeicher-Modus wechseln soll oder nicht. Verneint man die Frage, bleibt der Empfänger im normalen bedienbaren Modus. Das ist z.B. dann sinnvoll, wenn man einen nicht-Garmin USB-Stromadapter anschliesst um der Oregon z.B. im Auto zu verwenden (siehe auch hier). Es erscheint dann im Hauptmenü ein Stromstecker-Symbol anstatt der Batteriestandsanzeige, sonst ist das Gerät weiter bedienbar.
Die Datenübertragung ist dank USB 2.0 recht flott, so können in kurzer Zeit auch grössere Karten übertragen werden. Gemessen wurden ca. 570 kB/s.
Im Gegensatz zum Verbindungswunder GPSmap60Cs und folgende der Serie hat der Oregon weder eine direkte serielle Schnittstelle noch lässt sich eine externe Antenne anschliessen. Für die serielle Schnittstelle gibt es heute allerdings nur noch wenig Verwendung und die Möglichkeit eine externe Antenne anzuschliessen ist mit den empfindlicheren Empfängern auch weniger dringlich geworden.
Karten
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Beim Oregon 400t ist eine grobe Weltkarte (Basemap) mit grober Topographie, grossen Städten und Strassen installiert. Zusätzlich ist eine topographische Karte von Europa enthalten. Es müsste allerdings eher EU als Europa heissen, denn Norwegen und die Schweiz sind dort nicht enthalten. In höheren Zoomstufen ist der Unterschied auch deutlich erkennbar. Das finde ich persönlich sehr schade. Wer nicht in der Schweiz oder Norwegen wohnt oder sich dort öfters aufhält, den lässt das vielleicht kalt. Dennoch hätte ich erwartet, dass Garmin diese weissen Flecken auf der Landkarte auch füllt. Enthalten hingegen sind Inselgruppen wie die Kanaren.
Zusammengefasst: Es fehlen Island, Norwegen, Schweiz, Türkei, Azoren, Madeira. Andorra ist nur teilweise vorhanden. Malta und Zypern enthalten kein Strassennetz, für Finnland und Schweden sind die Höheninformationen bis 60°N vorhanden. Die topographische Karte ist aber für das abgedeckte Gebiet sehr detalliert und enthält in etwa alle Strassen und Wege die befahrbar sind, inklusive schmaler Waldwege, teilweise auch Wanderwege. Zudem sind Informationen über Bodenbedeckung usw. auf der Karte ersichtlich. Auch Wasserflächen (Bäche, Seen) sind eingezeichnet.
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Wer hier jedoch genauer hinsieht, dem fällt jedoch ein grober Schnitzer in den Karten auf, der bei einer topographischen Karte nicht passieren darf. Es fehlen (zumindest in Deutschland) diverse Flüsse und Bäche. Während man das fehlen kleinere Bäche, obwohl topographisch dann interessant wenn man nicht einfach drüberspringen kann, zur Not noch tolerieren könnte ist das Fehlen von Mindel, Wertach, Lech, Altmühl, Naab, Regen und sogar Teilen der Donau peinlich und nicht akzeptabel. Isar, Iller und andere Teile der Donau sind eingezeichnet. Hier muss Garmin unbedingt nacharbeiten und ein Kartenupdate liefern.
Als Beispiel sei Donauwörth (siehe Bild rechts) gezeigt. Hier fehlen sowohl Donau als auch Wörnitz. Die Donau bringt es immerhin auf eine Breite von über 50 m, sollte also wirklich nicht fehlen. In Ulm beispielsweise findet man die Donau, allerdings nur als ganz schmale Linie.
Die topographische Karte ist nicht routingfähig, die Suchfunktion unterstützt aber Orte und Strassen. Ebenfalls verfügbar sind Höheninformationen die auch für eine 3D-Ansicht verwendet werden. Höhenlinien sind ebenfalls eingezeichnet. Abgesehen vom Flussproblem eine sehr ansprechende und detaillierte Karte die Spass macht.
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Auch die installierte Weltkarte ist recht vernünftig und enthält auch kleinere Inseln wie Mahe der Seychellen. Dort allerdings nur die Umrisse, grundlegende Topographie, die Hauptstadt und keine Strassen. Die von Garmin erhältliche Worldmap oder auch das Openstreetmap-Projekt (hier; englisch) enthalten mehr Informationen.
Zusätzlich enthält der Oregon noch eine Zeitzonenkarte, die man aber nicht sieht. Diese Karte dient lediglich dazu dem Gerät zu ermöglichen die an der aktuellen Position gültige Zeitzone automatisch zu erkennen. Man darf die Zeitzone aber auch manuell wählen.
Display
Der Oregon hat ein transflektives TFT Display mit 240x400 Pixeln und Hintergrundbeleuchtung. Dem leisen Surren nach zu urteilen, handelt es sich bei der Hintergrundbeleuchtung um eine Elektrolumineszenzfolie, nicht um LEDs. Das garantiert zumindest eine gleichmässige Ausleuchtung. Darstellungsqualität, Farben und Ablesbarkeit im Dunkeln oder in Innenräumen ist hervorragend, solange man die Hintergrundbeleuchtung aktiviert hat.
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Leider ist das Display im Freien bei weitem nicht so gut zu erkennen. Die Anzeige ist recht grau, dunkel und wirkt durch die zusätzliche Folie des Touchscreen je nach Lichteinfall doch recht milchig. Hat man dann darauf noch Fingertapsen hinterlassen, kann es sehr schwer werden noch etwas zu erkennen. Eigenartigerweise ist das Display aber in direktem und vollem Sonnenlicht wieder besser lesbar als in heller diffuser Umgebung.
Um es gleich vorweg zu nehmen, der einzige echte Kritikpunkt am Oregon ist demnach das Display. Das Problem kennt man ja auch von Digitalkameras. Umso erstaunlicher und unverständlicher ist, dass es noch keine Lösung dafür geben soll.
Im direkten Vergleich mit dem genial gute lesbaren Display des GPSmap60CS kann der Oregon nicht Punkten. Durch geschickte Wahl der Hintergrundbilder und Farben lässt sich die Lesbarkeit aber etwas verbessern. In der Kartendarstellung empfiehlt es sich eventuell die Schummerung abzuschalten. Stellt man dann noch die Hintergrundbeleuchtung auf volle Helligkeit und die automatische Abschaltung auf 15 Sek., so dürfte das ein guter Kompromiss zwischen Ablesbarkeit und Batterielaufzeit sein.
Batterielaufzeit
Wie auch die Displayablesbarkeit ist die Batterielaufzeit ein wichtiges Thema für mobile Geräte. Garmins Geräte neigten in der Vergangenheit ein wenig dazu von Generation zu Generation weniger lang mit einem Satz Batterien zu laufen. Hier zeigt sich, dass die Leistungen die von den Geräten zunehmend abverlangt werden nicht durch sparsamen Elektronik kompensiert werden können. Schnelle detaillierte Kartendarstellung auf grossen fein aufgelösten Displays, hochempfindliche Empfänger und leistungsfähige Rechner brauchen nun mal mehr Strom als z.B. ein einfacher gelber Ur-etrex.
Trotz der enormen Leistungsfähigkeit des Oregon, die beispielsweise beim sehr schnellen Kartenaufbau und scrollen zu erkennen ist, stellen sich die Batterielaufzeiten recht erfreulich dar.
Meine Tests habe ich mit Varta Professional 2700 mAh NiMH-Akkus durchgeführt. Das Gerät wurde an einem Fenster im Innenraum betrieben, hatte also nur mässige Empfangsbedingungen.
Auf der Satellitenseite, ohne Hintergrundbeleuchtung und ohne Benutzeraktivitäten konnte eine Laufzeit von ca. 20 h gemessen werden. Das ist gut. WAAS/EGNOS war deaktiviert.
Aktiviert man WAAS/EGNOS, so verringerte sich die Laufzeit auf ca. 17 h.
Mit voller ständig eingeschalteter Hintergrundbeleuchtung auf voller Helligkeit unter ansonsten gleichen Bedingungen wurden immerhin noch ca. 11 h gemessen. Auch das ist ein erfreulicher Wert. In der Praxis wird man die Beleuchtung kaum ununterbrochen eingeschaltet lassen, die von Garmin angegebenen typischen 16 h Laufzeit dürften also für viele Nutzer in etwa stimmen.
Sehr interessant im Zusammenhang mit der Batterielaufzeit ist die Kompassfunktion. Während z.B. beim GPSmap60CS das Aktivieren des Kompass die Batterielaufzeit ziemlich heftig nach unten gedrückt hat, scheint das beim Oregon so gut wie keine Rolle mehr zu spielen. Das erklärt auch die etwas anderen Einstellungsoptionen für die Kompassfunktion gegenüber früher. Es gibt beim Oregon nur noch "Automatisch und Aus". Für den Modus "Automatik" gibt es keine Einstellungen, wann der Kompass aktiviert wird und wann nicht, er wird einfach beim Unterschreiten einer intern festgelegten Geschwindigkeit aktiviert. Im Stand ist er also immer aktiv. Das erkennt man beispielsweise daran, dass sowohl Karte als auch Kompassansicht sich beim Drehen des Gerätes in der Hand verändern. Der Stromverbrauch für den Kompass scheint jedoch minimal, denn ein Umstellen auf "Aus" hatte bei der Laufzeit einen kaum messbaren Einfluss.
Neu seit Firmware-Version 2.80 gibt es eine Stromsparfunktion für das Display. Nach Abschalten der Beleuchtung wird das Display schwarz. Das Gerät sieht wie ausgeschaltet aus, läuft aber weiter. Nach Druck auf das Display wird es reaktiviert, die Batterielaufzeit im Versuch hat sich dabei auf knapp über 23 Stunden verlängert. In der Praxis, wenn man doch immer wieder einen Blick aufs Display werfen will, dürfte sich das also nur geringfügig auf die Laufzeit auswirken.
Zur Verlängerung der Batterielaufzeit siehe auch hier.
Bedienung des Touchscreens
An die Bedienung des Oregon muss man sich durch einige durch die Touchscreen-Bedienung notwendigen Veränderungen zuerst gewöhnen. Es ist aber sehr intuitiv und meist gut gelöst. Der Touchscreen reagiert sehr gut, erlaubt auch eine Ziehen von Menüeinträgen oder der Karte und die Bedienung klappt auch mit Handschuhen nicht schlechter als bei Geräten mit Tasten. Gegen versehentliches "Herumdrücken" lässt sich das Display sperren. Nur hierfür, zum Ein- und Ausschalten, verändert der Helligkeit sowie zum Erstellen von Screenshots wird die einzige Taste noch benötigt. Zu den Funktionen und der Menüstruktur später mehr.
Empfang
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Was früher eines der wichtigsten Kriterien eines GPS-Empfängers war, verwandelt sich mittlerweile in eine Selbstverständlichkeit: Guter Empfang auch unter widrigen Bedingungen. In Sachen Empfindlichkeit liegt der Oregon nach heutigen Massstäben im Mittelfeld. Die Empfindlichkeit ist deutlich besser als die der alten GPSmap60CS, minimal schlechter als die der Geräte mit Sirf-III-Chipsatz (z.B. Vista HCX) und deutlich schlechter als die derzeit (Dezember 2008) besten GPS-Empfänger mit MTK2-Chipsatz.
Für Interessierte: Der Oregon verwendet den Cartesio-Chipsatz von ST Micro, ein ARM-Chip mit integriertem GPS-Empfänger. Der Chipsatz unterstützt A-GPS und berechnet nachdem er genügend Daten gesammelt hat die Satellitenbahnen einige Tage voraus um beim erneuten Aufstarten innerhalb dieses Zeitraums schneller die erste Position bestimmen zu können. Diese Funktion ist jedoch beim täglichen Einsatz nicht offensichtlich zu spüren.
Die Zeiten bis zur ersten Positionsbestimmung sind schwer zu bestimmen, da das "Booten" des Gerätes meist länger dauert als der "Fix". Garmin gibt 33 Sekunden für einen Kaltstart und 1 Sekunde für einen warm Start (mit AGPS) an.
Auffällig ist, dass häufig auch bei 4 oder 5 grünen Satellitenbalken noch nicht sofort eine Position angezeigt wird. Offensichtlich bedeutet der grün ausgefüllte Balken nur, dass der Satellit stabil empfangen wird, nicht dass bereits alle Daten für eine Berechnung verfügbar sind.
Das Wiederfinden der Satelliten nach einem Verlust z.B. in einem Tunnel dauerte im Versuch mit ca. 5 Sekunden reichlich lange.
Insgesamt würde ich sagen: Der Empfang ist ok, aber gegeüber anderen Garmin-Geräten ein Rückschritt. Insgesamt wurde aber so vermutlich ein guter Kompromiss mit der Verwendung eines Chipsatzes mit integriertem GPS-Teil eingegangen. Alles andere hätte wohl Leistung, bestimmte Funktionen oder mehr Strom gekostet.
Erwähnenswerte Funktionen
Wer die Garmin-Geräte bereits kennt, findet alles bekannte und bewährte im Oregon wieder. Das Gerät bringt alle Funktionen mit, die man von einem modernen GPS-Handgerät erwartet.
Neu und sehr praktisch sind die Profile. Es gibt bereits voreingestellte Profile, die man jedoch ändern, umbenennen und um eigene Ergänzen kann. Die Profile sind dann praktisch, wenn man für verschiedene Tätigkeiten diverse Einstellungen verändern muss. Wer sein Gerät beispielsweise beim Segeln verwendet, musste bisher die Einheiten auf nautische Meilen umstellen, die Zielführung von Peilung auf Kurs, hatte bei den Datenfeldern eventuell andere Präferenzen, der barometrische Sensor sollte auf konstante Höhe eingestellt sein usw. All diese Einstellungen kann man jetzt im Profil "Marine" machen, ohne sich z.B. seine Einstellungen zum Geocaching oder für Autofahrten zu verstellen. Zur leichteren Erkennung des aktuellen Profils kann auch das Hintergrundbild für jedes Profil getrennt eingestellt werden. Das Gerät merkt sich die meisten Einstellungen inklusive spezielle Karteneinstellungen, das Aufzeichnen der Drucks im ausgeschalteten Zustand usw. Eine rundum gelungene Sache.
Ebenfalls "wieder im Programm" beim Oregon sind die Möglichkeit, den Luftdruck auch im ausgeschalteten Zustand aufzuzeichnen. Hierbei wird alle 15 Minuten der Druck gemessen und gespeichert. Das erlaubt die Verwendung des Gerätes als Barometer auch ohne es immer eingeschaltet zu haben. Eine tolle Sache, speziell beim Segeln, sicherlich aber auch beim Wandern.
Auch der Wecker hat seinen Weg zum Oregon wieder gefunden, was ich sehr begrüsse. Gerade für ein Outdoor-Gerät gehört das einfach dazu.
Recht neu hinzugekommen ist die Option, dass das Gerät selbstständig die richtige Zeitzone anhand der aktuellen Position anzeigt. Hierzu ist eine eigene "Karte" installiert.
Der Oregon (300 und 400) unterstützt nun, wie bisher nur reine Lauf- und Fahrradgeräte, Pulsgurt und Trittfrequenzsensor. Kompatibel sind hier die aktuell angebotenen (ANT+) Sensoren für die Forerunner und Edge-Serie. Die Verbindung hatte einwandfrei funktioniert und die Reichweite ist mit 2-3 Metern ebenfalls hervorragend. Nach einem Verbindungsabbruch wird auch sofort selbständig wieder hergestellt.
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