Navin MiniHomer GPS-Datenlogger und Positionsfinder
Dieser Testbericht entstand mit freundlicher Unterstützung von:
Hierfür ganz herzlichen Dank.
![]() |
Mitten in der Flut der GPS-Datenlogger ist ein neues interessantes Gerät aufgetaucht. Der MiniHomer von Navin, dessen Vertrieb in Deutschland die Firma znex übernommen hat, bietet ein paar Neuerungen und interessante Funktionen.
Das Gerät versteht sich in erster Linie nicht als GPS-Maus. Es kann über Kabelverbindung zwar als solche verwendet werden, bringt aber kein Bluetooth-Modul mit. Wie der Name schon andeutet, ist das Haupteinsatzgebiet das Zurückfinden zu vorher gespeicherten Punkten. So ganz nebenbei ist es mit einer Datenloggerfunktion ausgestattet, die Speicherplatz für 250000 Punkte bietet. Da es auch kein "hauptberuflicher" Logger sondern ein "Heimfinder" ist, braucht das Gerät natürlich ein Display. Dieses ist sogar mit einer Hintergrundbeleuchtung ausgestattet. Ganz besonders macht den MiniHomer schliesslich der integrierte elektronische Kompass. Zu den ganzen Funktionen jedoch später mehr.
Lieferumfang
|
Die überraschend kleine Verpackung enthält den MiniHomer, ein USB-Kabel, eine - sehr vernünftige - deutschsprachige Anleitung, und ein buntes Kärtchen zur Software dessen Sinn ich nicht ergründen konnte. Vielleicht soll es bedeutet, dass die zugehörige N-trip-Software mit dem Gerät freigeschaltet ist und nicht getrennt bezahlt werden muss.
Software ist das Stichwort, die wird nämlich nicht mitgeliefert. Die wesentlichen Funktionen funktionieren zwar auch ohne Software, wer das Gerät aber zum Aufzeichnen von Strecken und Geotagging einsetzen will, braucht die Software dann schon. Ganz so schlimm ist es nun nicht, auf der schön gestalteten Homepage von znex lässt sich die Software nTrip sowie der Treiber und auch alle Handbücher herunterladen. Vorteil gegenüber einer mitgelieferten CD: man hat gleich die neueste Version. Ausserdem legt znex dem Gerät einen Netz- sowie einen Autoladeadapter bei. Sehr ordentlich, vor allem bei dem günstigen Preis des Gerätes.
Erster Eindruck
Der erste Eindruck des Gerätes ist positiv. Der Logger wirkt gut verarbeitet und hochwertig. Das Gerät ist mit 73x35x17 mm und 42 g angenehm klein und leicht. Es ist gemäss IPX6 wasserdicht, hält also problemlos einen Regenschauer aus. Dieser Wasserschutz ist eine Seltenheit bei GPS-Loggern. Richtig untergetaucht werden möchte er nicht, schwimmen tut er auch nicht.
Die Bedienung erfolgt über lediglich zwei Tasten und ist - sobald man das Prinzip begriffen hat - absolut einfach. Das Display ist unheimlich klar und scharf, die Hintergrundbeleuchtung sehr angenehm.
Bedienung
|
Bedient wird das Gerät mit den beiden auf der Oberseite befindlichen Tasten. Ein langer Druck auf die linke Taste schaltet das Gerät ein, und wieder aus. Ein kurzer Druck auf die linke Taste schaltet die verschiedenen Modi durch.
So gibt es eine Kompassansicht (siehe links), bei der ein Pfeil immer nach Norden zeigt und die Zahl die Richtung angibt in die man das Gerät hält. In der Kompassansicht ist der digitale Kompass immer aktiv, sowohl im Stand als auch bei höheren Geschwindigkeiten (bei denen er sich im Zielführungsmodus abschaltet). Dementsprechend ist der Stromverbrauch in diesem Modus am höchsten. Drückt man in dieser Ansicht die rechte Taste kurz, wird die Hintergrundbeleuchtung permanent aktiviert (erkennbar im PM-Symbol unten rechts). Drückt man lang, kommt man in den Kompass-Kalibriermodus in dem man sich in 20 Sekunden zweimal im Kreis drehen soll.
Die nächsten Ansichten erreicht man wieder über kurzes Drücken der linken Tasten. Hier werden Richtung und Entfernung zu fünf per Software oder auch unterwegs programmierbaren Zielpunkten angezeigt. Die Punkte werden durch die Symbole Haus, Auto, Fahne, Herz, Messer&Gabel unterschieden. Die ersten drei Symbole werden im Kreis, die anderen unterhalb dargestellt.
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Langes Drücken der rechten Taste in der Ansicht eines der Punkte speichert die aktuelle Position ab. Kurzzeitig blinken dabei alle Richtungspfeile. Drückt man in einer der Zielansichten kurz beide Tasten schaltet die Entfernung zwischen metrisch und Meilen hin und her. Auch in dieser Ansicht schaltet kurzes Drücken der rechten Taste die Hintergrundbeleuchtung auf permanent (Symbol "PM"). In diesem Zielführungsmodus ist im Stand und bei Geschwindigkeiten unter 10 km/h der digitale Kompass aktiv. Bewegt man sich schneller, schaltet sich der Kompass ab und die Richtung wird über GPS bestimmt. Wichtig dabei: Während mit aktivem digitalen Kompass der Zielpfeil immer aufs Ziel zeigt, auch wenn man das Gerät dreht, geht bei schneller Bewegung der MiniHomer davon aus, dass man ihn auch wirklich in Bewegungsrichtung hält. Dreht man das Gerät dann, zeigt der Pfeil natürlich in eine falsche Richtung.
|
In der nächsten Ansicht wird die aktuelle Uhrzeit mit Stunden und Minuten angezeigt. Langes Drücken auf die rechte Taste verändert die Stunde, dient also dazu, die lokale Zeit entsprechend der Zeitzone in der man sich befindet einzustellen.
Die nächste Ansicht gibt Auskunft über den Restspeicher des Datenloggers. 1.00 bedeutet 100%, die 0.93 auf dem Bild links sagen: 93% Speicher verfügbar. Ein langer Druck auf die rechte Taste in diesem Modus startet bzw. stoppt die Aufzeichnung der Position. Wenn die Aufzeichnung aktiv ist blinkt in jeder Ansicht rechts unten ein Notensymbol.
|
Die letzte Ansicht schliesslich gibt Auskunft über die empfangenen Satelliten und die zugehörige Signalstärke. Die Pfeile zeigen die Richtung der Satelliten am Himmel, die zahlen geben der Reihe nach Satellitennummer (P) und Signalstärke (C) an. Für die Positionsbestimmung verwendete Satelliten haben einen Doppelpunkt zwischen Buchstaben und Zahl. Diese Ansicht ist weitestgehend Spielerei, lediglich bei Problemen mit dem Empfang kann es ganz hilfreich sein.
|
In der Firmware vom 23.08.2010 kamen noch zwei Funktionen dazu, die den MiniHomer praktisch zu einem vollständigen GPS-Handgerät machen.
Das ist zum einen die links gezeigte Where-AM-I (wo bin ich)-Ansicht, erkenntlich am Icon (AM) links unten im Display. In dieser Ansicht schaltet die Anzeige laufend durch und zeigt die Koordinaten. Im nebenstehenden Fall N47° 31.8887 E007°48.9397. Die Hemisphäre N wird durch einen Pfeil nach oben (Süd entsprechend unten), E und W durch Pfeile rechts und links gekennzeichnet . Auf diese Weise wird die aktuelle Position in der meistverwendetsten Koordinatenschreibweise in sechs Displayansichten auf weniger als 1 m Genauigkeit angegeben. Mehr kann man nun wirklich nicht erwarten.
|
Die zweite Funktion, genannt "Free Mode" wird mit dem Symbol FM links unten im Display gekennzeichnet. Sie funktioniert in ähnlicher Weise wie die AM-Funktion zur Anzeige, aber zur Eingabe von Koordinaten. Man kann somit nicht nur für fünf Punkte die Position abspeichern, sondern für einen zusätzlichen Punkt auch direkt Koordinaten eingeben. Die Eingabe erfolgt Ziffer für Ziffer, so dass das ganze ein wenig Konzentration braucht. Man tut gut daran, sich die einzugebenden Koordinaten zuerst aufzuschreiben, denn sonst kommt man leicht aus dem Konzept. Der Eingabemodus ist jedoch genial, ich habe noch nie eine funktionierende Koordinateneingabe mit nur einer Taste gesehen. Um Koordinaten einzugeben, hält man im FM-Modus die rechte Taste so lange gedrückt, bis "---" und ein blinkender Pfeil oben erscheint. Die Eingabe fängt jetzt mit der Auswahl der Hemisphäre an. Der Pfeil nach oben blinkt und bedeutet man ist auf der Nordhalbkugel, die Koordinaten sind also N. Ein kurzer Druck auf die rechte Taste wechselt zu einem Pfeil nach unten, aso für Koordinaten der Südhalbkugel. Drückt man 3 Sekunden keine Taste, wechselt die Eingabe zum nächsten "Feld". Es erscheinen nun nacheinander im Display Ziffern. Diese beginnen mit 0 und werden bei jedem Druck der rechten Taste um eins erhöht. Nach 9 kommt wieder 0. Wartet man drei Sekunden, springt die Eingabe zur nächsten Ziffer. Auf diese Weise gibt man Koordinaten wie folgt ein:
N(Pfeil oben) 4 7 3 1 8 8 8 7
E (Pfeil rechts) 0 0 7 4 8 9 3 9 7
Sind alle Ziffern eingegeben, wird die Position automatisch gespeichert und der MiniHomer zeigt Richtung und Entfernung zum Ziel.
Ein kurzer Druck der rechten Taste im FM-Modus zeigt die aktuell programmierten Zielkoordinaten so an wie die eigene Position im AM-Modus.
Die Firmware FNAM_Sports_v2 vom Oktober 2010 bietet nun noch mehr.
Im Modus AM kann nun auch die aktuelle Höhe angezeigt werden.
Zusätzlich gibt es einen FM/AM-Modus, genannt Sport-Modus,
in dem die abgelaufene Zeit, Entfernung und Geschwindigkeit angezeigt werden kann.
Diese Änderungen machen den MiniHomer definitiv zu einem kompletten GPS-Gerät.
Ab Firmware 2.4, (Dezember 2010) gibt es neu noch eine Wegpunktprojektion.
Als zusätzlichen Modus gibt es "Pro", dieser erscheint nach FM/AM. Drückt man dann länger auf den Mark-Knopf (rechts) lassen sich Entfernung (xxx.xxx km) und anschliessend Richtung (xxx°) eingeben und Richtung (Pfeil) und Entfernung zum projizierten Punkt wird angezeigt. Drückt man den Mark-Knopf nicht längere Zeit wird nach 2 Sekunden zum Anzeigemodus gewechselt, also Richtung und Entfernung angezeigt.
In allen Ansichten zeigt das Display links oben ein kleines USB-Symbol wenn der Logger mit dem Computer verbunden ist. Während man Daten überträgt erscheint "Log" als Text in der Mitte. Rechts innerhalb des Kreises sieht man die Ladestandsanzeige, links daneben das Satellitensymbol wird blinkend dargestellt wenn der Logger noch keinen Empfang hat und Satelliten sucht. Hat er eine gültige Position wird das Symbol konstant angezeigt. Es erhält umso mehr kleine Bögen, je stärker der Empfang ist. Die blaue LED auf dem Gehäuse leuchtet, solange der Akku geladen wird.
Empfang
|
Der Navin MiniHomer arbeitet mit dem Venus 6 Chipsatz von Skytraq. Dieser wurde 2008 entwickelt und ausgehend von den technischen Daten würde man ähnlich guten Empfang erwarten wie von den MTK-Chipsätzen. Bei der Aufzeichnung eines Tracks im Kofferraum unseres Autos, also unter erschwerten Bedingungen, hat sich der Logger keinerlei Schwächen geleistet. Der Empfang ist vergleichbar mit den Loggern WBT202 und der 747-Serie von transystems.
Theoretisch sollte der Logger AGPS unterstützen, die Software (Skytraq Viewer) liess sich jedoch nicht dazu bewegen, die Daten auf das Gerät zu laden. Möglicherweise ist diese Funktion des Chipsatzes im Logger nicht aktiv.
Im Test erreichte der Logger sehr gute - und den technischen Daten des Chipsatzes entsprechende - Zeiten für die Bestimmung einer ersten Position nach den verschiedenen Startbedingungen.
| Bedingungen | Zeit bis zur Position |
|---|---|
| Hot-Start | < 2 s |
| Warm-Start | ca. 27 s |
| Kalt-Start | ca. 27 s |
Software
|
Für den MiniHomer sind zwei Softwareprogramme (Windows) vorgesehen. Einmal ein Tool names GPSViewer, welches weitreichende Manipulationen am System des MiniHomer zulässt und mit Vorsicht benutzt werden sollte. Zum anderen das eigentliche Nutzerprogramm namens NTrip. Ich möchte nur NTrip ein wenig vorstellen. Vorneweg sei gesagt, dass sowohl die Installation des Treibers als auch der Software ohne Probleme vonstatten ging.
Die Software NTrip ist Shareware und schaltet sich beim ersten Verbinden mit dem MiniHomer automatisch frei. NTrip wird benötigt um das Aufzeichnungsverhalten des Loggers einzustellen, aufgezeichnete Daten auszulesen, anzeigen zu lassen weiterzuverarbeiten oder in andere Programme zu exportieren. Ausserdem können damit die fünf gespeicherten Zielpunkte ausgelesen oder geschrieben werden.
|
Mit Hilfe von NTrip wird zunächst das Verhalten des Loggers eingestellt. Hierbei gibt es die bekannten Einstellungen, wonach der Logger nach einer bestimmten Zeit oder Entfernung einen Datenpunkt aufzeichnet. Ausserdem kann eine Minimalgeschwindigkeit eingestellt werden ab der geloggt werden soll. Weiterhin kann man die automatische Abschaltung (bei Nichtbewegen und ohne Satellitenempfang) des Loggers deaktivieren.
Die Software sollte aber bezüglich der Einstellerei noch so verbessert werden, dass die aktuellen Geräteeinstellungen die neue Vorgabe sind und nicht immer ein Intervall von 5 Sekunden. Das ist jetzt etwas verwirrend gelöst, denn der Gerätestatus wird nur rechts angezeigt
Hat man den Logger nun so konfiguriert wie man möchte, kann man sich auf die Reise begeben.
|
Wieder zuhause (oder unterwegs mit dem Laptop) lädt man die aufgezeichneten Daten vom Logger. Man kann zusätzlich noch Fotos hinzufügen, für die dann die Software sofort versucht passende GPS-Koordinaten zuzuordnen. Sollte die Kamerazeit von der Zeit des Loggers abweichen kann die Differenz unter dem Menüpunkt "Foto - Aufnahmezeit korrigieren" manuell eingegeben werden. Beim Geotagging kann diese Korrektur und auch die Sache mit den Zeitzonen manchmal knifflig werden. Hilfreich beim Geotagging ist damit die Uhrenfunktion des Loggers. Man kann nämlich während der Reise das Display des Loggers fotografieren und somit ein Bild für den Abgleich zwischen Loggerzeit und Kamerazeit erzeugen. Auf dem Bild sieht man die tatsächliche Zeit und in den EXIF-Daten steht die Kamerazeit. Leider zeigt der Logger keine Sekunden, man muss also entweder direkt beim Minutenwechsel fotographieren oder man verzichtet auf eine sekundengenaue Synchronisation. Man sollte aber nicht unterschätzen welche Strecke man selbst als Fussgänger in einer Minute zurücklegt und welchen Fehler somit eine falsche Uhrzeit der Kamera ausmacht. Selbstverständlich könnte man mit Hilfe des Loggers auch während der Reise die Uhrzeit der Kamera kontrollierne oder einstellen. Das ist ein echter Zusatznutzen.
In die nun geocodierten Fotos kann man nun die Koordinaten in die EXIF-Daten des Bildes zurückschreiben lassen um auch später noch sagen zu können wo die Aufnahme war. Mittlerweile kann eine ganze Reihe von Programmen diese Informationen auslesen. Oder man kann eine Google-Earth KMZ-Datei erstellen lassen auf der die Bilder an Ihren geografischen Positionen eingetragen sind.
Als zusätzliche Export-Funktionen stehen ein Speichern im KML, CSV, NMEA sowie GPX-Format sowie die Übertragung der Bilder zu flickr, locr und Picasa zur Verfügung. Der NMEA-Export enthält nur Zeit, Position und Höhe, keine Satellitendaten. Öffnen kann die Software leider keinerlei Dateiformate ausser dem der eigenen Projekte. Somit ist die Software fest an den MiniHomer gebunden und kann keine Daten von anderen Loggern verarbeiten.
![]() |
Eine weitere Funktion von NTrip ist die Analyse des Tracks. Der Modus nennt sich Sport und zeigt statistische Daten zum Track an wie ein Höhen- oder Geschwindigkeitsprofil, Gesamtweg etc.
![]() |
Die letzte wichtige Funktion ist die Bearbeitung der fünf Zielpunkte des MiniHomers. Mit dieser Funktion können Punkte per Koordinaten eingegeben werden, Punkte auf der Karte markiert werden und die Punkte auch vom MiniHomer ausgelesen werden, falls man unterwegs Punkte markiert hat. Für die minuelle Eingabe legt man über die Systemeinstellungen fest, ob die Koordinaten in Dezimalgrad, Grad und Dezimalminuten oder Grad, Minuten und Sekunden angezeigt und eingetragen werden sollen.
Die ausgelesenen Punkte werden mit einem Projekt gespeichert, können aber nicht exportiert werden. Man kann den gewünschten Zielpunkt Punkt auch auf der Karte anklicken.Sehr unschön finde ich, dass die Software beim Übertragen der Punkte an den MiniHomer immer alle fünf Punkte schreibt. Hat man z.B. drei Punkte im Gerät programmiert, gibt manuell einen Punkt ein und überträgt an den MiniHomer, dann ist nur noch der eine soeben übertragene Punkt vorhanden. Leere Eintragungen in der Software löschen nämlich die Punkte im MiniHomer beim Übertragen. Möchte man also Punkte hinzufügen, so muss man zuerst die Punkte vom Gerät laden, die entsprechenden Ergänzungen eingeben und dann alle Punkte wieder auf das Gerät speichern. Das hätte ich mir anders gewünscht da man so leicht ungewollt Punkte löscht.
Akkulaufzeit
Die Akkulaufzeit des MiniHomer ist aufgrund der vielen Möglichkeiten ein wenig schwer zu messen und fassen. Laut Hersteller sind es 14 Stunden mit aktivem Datenlogger, ich habe etwas über 12 Stunden gemessen. Je nachdem wie die Hintergrundbeleuchtung geschaltet ist, kann dies auch kürzer ausfallen. So halbiert sich die Laufzeit fast, wenn die Hintergrundbeleuchtung dauerhaft voll aktiviert wird.
| Bedingung | Laufzeit |
|---|---|
| Logger an; Hintergrundbeleuchtung aus; Log alle 5 s | 12 h 30 min |
Logger an; Hintergrundbeleuchtung schwach; Log alle 5 s |
11 h 30 min |
| Logger an; Hintergrundbeleuchtung voll; Log alle 5 s | 10 h 30 min |
Einsatzbereiche
Aus den ganzen Beschreibungen lässt sich erkennen, dass es sich beim MiniHomer nicht um einen klassischen GPS-Logger handelt. Der Einsatzbereich ist deutlich anders. Nachfolgend ganz kurz ein paar Eindrücke zum Einsatzbereich des MiniHomer.
Heimfinder
Ja, der MiniHomer taugt als "Platzwiederfinder". Das kann das Hotel sein, das Auto, ein Platz im Wald oder auf einem See. Das Gerät führt einem nicht auf dem Weg zurück den man beim Weggehen genommen hatte sondern direkt zum Ziel. Dank des integrierten elektronischen Kompasses zeigt er in die richtige Richtung, selbst wenn man sich nicht bewegt. Das ist grossartig und man kennt es nur von deutlich teureren Outdoor GPS-Geräten. So hat beispielsweise der Garmin Oregon 200 keinen solchen Kompass integriert.
Punktemerker
Als Zusatzfunktion des Heimfinders taugt der MiniHomer auch, um sich Punkte für zuhause zu merken. Alle mir bekannten Datenlogger unterstützen das manuelle Setzen von Wegpunkten auch für mehr als fünf. Die anderen können einen aber nicht hinführen und alle haben das Problem gemeinsam, dass man am Ende nicht mehr weiss, was wo war. Immerhin könnte man sich beim MiniHomer Notizen machen, für welches Symbol man sich was gemerkt hatte.
Kompass
|
Dank des eingebauten Kompasses eignet sich der MiniHomer ganz wunderbar als Kompassersatz. Beim Wandern kann man damit Karten einnorden und sich bei der Orientierung helfen lassen. Auf dem Bild links sieht man gut diese Funktion. Während der Pfeil nach Norden zeigt, gibt die Zahl im Display die Richtung an, in der der Logger liegt. Hier ist es West-Süd-West, 253°.
Datenlogger
Der Minihomer hat richtig viel Speicherplatz und kann 250000 Punkte aufzeichnen. Das funktioniert sehr gut. Diese Funktion leidet lediglich ein klein wenig dadurch, dass die Akkulaufzeit recht begrenzt ist. Der MiniHomer ist kein Langläufer. Das liegt sicherlich am Display, speziell wenn es zwischen 5 Uhr abends und 7 Uhr morgens automatisch ein wenig beleuchtet wird. Das ist toll, sorgt aber für etwas zusätzlichen Stromverbrauch. Eine Möglichkeit zum Abschalten wäre nett gewesen.
Der grosse Speicher lässt so also das Loggen von langen Urlauben zu, das mindestens tägliche Aufladen des Akkus sollte dann aber nicht vergessen werden.
Schön wäre im übrigen noch gewesen, wenn das Gerät direkt als USB-Gerät und nicht über den seriell-USB-Wandler angesprochen würde und sich als Massenspeicher meldet. Aber das ist sogar bei reinen Datenloggern im Moment noch die absolute Ausnahme.
Geotagging
Geotagging funktioniert natürlich wie mit jedem GPS-Logger. Und die dedizierte Software nTrip unterstützt Geotagging auch sehr vernünftig, da die Positionen der Bilder auch direkt in die EXIF-Daten geschrieben werden können.
Geocaching
Wenn einen der MiniHomer zu einem eingespeicherten Punkt bringen kann, dann sollte er auch zum Geocachen geeignet sein. Überraschung? Er ist nahezu perfekt geeignet.
Hier ganz kurz das Vorgehen. Man geht auf die Geocaching-Seite seiner Wahl, z.B. geocaching.com. Dort wählt man den Cache aus, den man besuchen möchte. Nun kann man die Koordinaten abschreiben oder mit copy/paste in die nTrip-Software übertragen wobei man entweder in nTrip oder auf der Geocaching-Seite das Koordinatenformat so wählen muss, dass es mit dem anderen übereinstimmt. Also z.B überall Dezimalgrad.
Jetzt muss man noch darauf achten, dass die nTrip-Software - zumindest in der deutschen Version - Kommas als Dezimaltrennzeichen erwartet, keine Punkte. Das gehört sich eigentlich in Deutschland auch so (in der Schweiz ist es anders) wird aber im Zuge der Amerikanisierung gerne verschlampt.
Dann überträgt man die Koordinaten auf den MiniHomer und los geht's.
|
In meinem Versuch musste sich der MiniHomer gleich mal dem Garmin Oregon 400t stellen, dem ich die Koordinaten ebenfalls übertragen hatte (Hier vorteilhaft über ein Plugin direkt von der Geocaching-Seite). Dank des elektronischen Kompasses kann sowohl der MiniHomer als auch der Oregon auch ohne Bewegung die Richtung zum Ziel anzeigen. Das Bild wurde im Innenraum gemacht und der Oregon hat deutliche Mühe mit dem Signal, weswegen er eine Geschwindigkeit anzeigt und auch die Entfernung nicht stimmt.
|
Der programmierte Geocache konnte mit Hilfe des Minihomers problemlos und exakt gefunden werden. Bis auf Fünf Meter ans Ziel führt einen der MiniHomer mit Hilfe des Richtungspfeils danach zeigt er lediglich die Entfernung an und keine Richtung mehr. Ab dieser Entfernung ist die Positionsbestimmung mittels GPS jedoch sowieso nicht mehr zuverlässig genug und die eigentliche Aufgabe des Geocachers beginnt: Nachdenken und Suchen.
Der MiniHomer ist also hervorragend fürs Geocachen geeignet. Einschränkungen gibt es nur wenn man mehr as fünf Positionen braucht, was selten sein dürfte. Man kann in der aktuellen Firmware sogar unterwegs noch Koordinaten eingeben und damit selbst kompliziertere Rätselcaches mit Hilfe des MiniHomer in Angriff nehmen.
Fazit
Ein tolles Gerät. Ein seltener Fall von guter Verarbeitung, nettem Design und einem äusserst vielfältigen Funktionsumfang. Und wetterfest ist es auch noch. Eigentlich ein Datenlogger und eine Zurückfindehilfe macht der Minihomer mit der aktuellsten Firmware und dem vollständigen Funktionsumfang eines GPS-Gerätes wesentlich grösseren Geräten Konkurrenz. Der GPS-Teil ist hervorragend, die Integration eines elektronischen Kompasses in einen Logger zu diesem Preis ist fast schon eine Sensation, die Loggerfunktion funktioniert reibungslos und bietet sehr viel Speicher.
Will man die Loggingfunktion nicht nutzen, braucht man nicht einmal einen Computer.
Sogar die Akkulaufzeit ist mit 12-14 h absolut ausreichend. Es gibt zwar reine Logger mit wesentlich längerer Laufzeit aber diese können bezüglich Funktionsumfang dem MiniHomer nicht das Wasser reichen.
Meine absolute Empfehlung für alle, die eigentlich alles wollen aber kein grosses GPS-Gerät. Oder ein kleines "Immer-dabei"-Zweitgerät.
Für die Superneugierigen hier noch ein paar Einblicke.



























