Ergänzendes
2007-01-22

Nordpol

Geografischer Nordpol

Der geografische Nordpol ist der Punkt, an dem die gedachte Erdachse die Erdoberfläche durchstößt. Es ist der Schnittpunkt aller Längengrade und die geografische Position N 90 ° 0,0 ' E 0 ° 0,0 ' (Eigentlich es gibt keinen bzw. alle Längengrade an dieser Position). Siehe auch die Seite "Längen- und Breitengrade".

 

Magnetischer Nordpol

Mit dem magnetischen Nordpol wird meist der Magnetpol bezeichnet, der sich in der Nähe des geografischen Nordpols befindet. Tatsächlich sollte dieser aber als magnetischer Südpol bezeichnet werden, da sich der Nordpol eines Magneten (z.B. der eines Kompass) zu diesem hin ausrichtet und sich bekanntlich entgegengesetzte Pole anziehen. Dieser Nordmagnetpol ist also der Punkt, an dem die Magnetfeldlinien, ausgehend vom magnetischen Pol im Süden zusammenlaufen. Die Magnetfeldlinien der Erde "sehen" im wesentlichen aus, wie die eines grossen Stabmagneten. Die magnetischen Pole selbst wandern abhängig von der Stärke der Sonnenaktivität von Tag zu Tag um bis zu 80 km. Insgesamt gesehen wandert der Nordpol momentan langsam durch den Norden Kanadas. Nachdem der magnetische Pol lange Zeit Richtung Süden gewandert war, wandert er seit etwa 1900 wieder in Richtung geografischem Norpol. Das langfristige Wandern des Pols hängt mit den geologischen Aktivitäten im Erdinneren zusammen und läßt sich recht gut über einige Jahre voraussagen.

 

Missweisung

Aufgrund der Tatsache, dass der magnetische Pol im Norden nicht mit dem geografischen Nordpol übereinstimmt und auch sonst die Magnetfeldlinien nicht sehr ideal verlaufen, zeigt der Kompass fast nirgendwo exakt nach Norden, sondern je nachdem, wo man sich befindet mehr nach Osten oder mehr nach Westen. Dies kann in einzelnen Gebieten Abweichungen von bis zu 180 ° ausmachen, der Kompass zeigt dann also nach Süden.

Da diese Missweisung (Deklination) vor allem für die Schiffahrt von großer Bedeutung ist oder zumindest war, werden auch vor allem hier sogenannte Isogonenkarten verwendet, in die die Missweisung für das befahrene Gebiet eingetragen ist.
Hier (englisch) gibt es die Möglichkeit, sich online die Kompassmissweisung berechnen zu lassen und nachfolgendes Bild zeigt eine Isogonenkarte der Welt für das Jahr 2002. Da sich diese Missweisung über die Jahre verändert, ist es wichtig, zu wissen, für wann die Werte, die in einer Karte eingetragen sind auch gelten.

Häufig findet man auch in normalen Karten einen Hinweis auf die mittlere Missweisung im abgebildeten Gebiet. Dabei wird häufig die Missweisung in zwei Teile aufgeteilt. Zum einen wie stark das verwendeten Kartengitter (Grid) vom tatsächlichen Norden (TN) abweicht und weiterhin die Kompassabweichung vom tatsächlichen Nordpol. Das Bild rechts zeigt, wie diese Angaben aussehen können. Der Winkel zwischen Norden und dem Gitternetznorden beträgt in diesem Beispiel 0° 32' W, die Deklination des Kompass in diesem Gebiet 13° 44' W. Für Mitteleuropa ist die Deklination nahe bei Null und nimmt bis mindestens zum Jahr 2005 noch weiter ab.

 

Norden und GPS-Geräte

Bei modernen GPS-Geräten hat man die Möglichkeit zwischen verschiedenen "Norden" zu wählen. Wie in obiger Zeichung gibt es ein wahres Norden (true north), das die Richtung zum Breitengrad N 90° weist. Das ist sozusagen für das GPS-Gerät das naheliegende Norden (eigentlich das einzige, dass er selbst kann). Dann gibt es das magnetische Norden, das ist entsprechend für einen Kompass das naheliegende Norden. Arbeitet man mit einer Kombination aus Kompass und GPS, so ist man zuweilen froh, wenn man den GPS entsprechend auf magnetisch Norden (magnetic north) umstellen kann. Dazu hat der GPS eine vereinfachte Isogonenkarte gespeichert und korrigiert entsprechend die Missweisung, nur andersherum. Manche GPS-Geräte haben auch zusätzlich einen Magnetkompass eingebaut (damit sie die Richtung auch im Stillstand anzeigen können). Das Gitternetz-Norden (grid north) ist schliesslich noch eine Option, auf die man viele GPS-Geräte einstellen kann. Die erleichtert das Abgleichen zwischen Karte und angezeigter Richtung am GPS. Normalerweise ist die Einstellung auf wahres Norden empfehlenswert, da weiss man dann auch wie man dran ist und muss sich keine Gedanken um die Missweisung zu machen.