Gerätetests
2005-05-10

Garmin GPSmap60CS

Das verwendete Testgerät wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt von:

Hierfür ganz herzlichen Dank.

 

Ergänzung 2009-05-05: Der GPSmap60CS ist mittlerweile durch den Nachfolger GPSmap60CSx ersetzt worden. Vieles im Test gilt jedoch weiterhin, ergänzender Test des CSx ist hier zu finden.

 

Erster Eindruck

Der Garmin GPSmap60CS ist neben dem GPSmap60C, von dem er sich durch den zusätzlich vorhandenen Kompass und Luftdrucksensor unterscheidet, der erste farbige Handheld GPS von Garmin. Vom ersten Eindruck her ein Zwischending zwischen etrex und der GPS70er Serie merkt man bei der Benutzung schnell, dass das Gerät mehr ist, als nur ein farbiger etrex. Doch der Reihe nach...

 

Die Verpackung enthält das Gerät (natürlich), das Handbuch, einen recht funktionellen Gürtelclip, eine Trageschlaufe, ein USB-Datenkabel, einen (nutzlosen) "Quick start guide" und eine CD mit der Mapsource Trip & Waypoint Manager Software.

Der Größenvergleich (im Bild wieder gegenüber dem etrex vista) zeigt, dass das Gerät deutlich größer ist. Diese Größenzunahme hat glücklicherweise nicht vor dem Display halt gemacht, welches ebenfalls größer geworden ist. Durch die "externe" Antenne lesen sich die "Maße über alles" des Gerätes schlimmer als sie sind.

Das Bild zeigt beide Geräte mit eingeschalteter Displaybeleuchtung. Man sieht deutlich, wie hell das Display des GPSmap60CS beleuchtet ist.

Folgende Tabelle zeigt die Größen der drei Gerätetypen geko, etrex und GPSmap60CS. Vor allem durch die Antenne ist das neue Gerät länger. Die Breite kommt vor allem dem Display zugute und das Gerät ist spürbar aber nicht unangenehm dicker. Die Rückseite ist abgerundet, weswegen der GPS gut in der Hand liegt.

 

Maße etrex (L x B x T): 11.2 cm x 5.1 cm x 3.0 cm
Maße Geko (L x B x T): 9.9 cm x 4.8 cm x 2.4 cm
Maße GPSmap 60CS (L x B x T): 15.5 cm x 6.1 cm x 3.3 cm

 

Das Gewicht ist mit 200 g inkusive Batterien etwas höher als beim etrex (160 g). Trotz der leichten Größenzunahme gereicht es dem Gerät aber leider auch nicht mehr ganz zur Schwimmfähigkeit (Naja, vielleicht in kaltem Salzwasser?).

 

Design, Handhabung und Verarbeitung

Diese neuen Geräte sind zweifellos auffälliger als die etrex und gekos. Das Design ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, speziell was die abstehende Antenne angeht, mir persönlich gefällt es aber sehr gut.

Wie bereits gesagt liegt der GPSmap60CS gut in der Hand, die Tasten sind angenehm in der Bedienung und bei eingeschalteter Displaybeleuchtung ebenfalls beleuchtet. Lediglich bei längerer Einhandbedienung führt die Lage der Tasten am unteren Geräterand zu einem Krampf im Daumen. Auf dem Bild rechts wurde die Displaybelechtung relativ stark reduziert um die Tastenbeleuchtung zu zeigen, da diese recht schwach ist. Sie ist aber unter normalen (dunklen) Bedingungen absolut ausreichend um die Tasten zu erkennen.

Das Gerät macht einen robusten Eindruck, robuster noch als die etrex-Serie. Der graue Teil (blau beim 60C) ist Kunststoff, die schwarze Armierung unten und um die Antenne ist relativ harter Gummi. Das Gerät ist verschraubt und der Batteriedeckel wird unten am Gerät eingehängt und mit dem Garmin-typischen Riegel verschlossen. Das Display liegt durch die Gehäuseform nicht auf dem Untergrund auf, wenn man das Gerät umdreht, was vor Kratzern schützt. Alles in allem macht das GPS einen stabilen Eindruck.

Auf der Rückseite sind drei mit Gummikappen verschlossene Buchsen. Das Bild rechts zeigt die Rückseite des Gerätes mit verdeckten Buchsen. Wird mit dem Mauszeiger über das Bild gefahren zeigt es das Gerät ohne Abdeckung der Buchsen. Die Buchse oben rechts ist zum Anschluss einer externen Antenne mit MCX-Stecker. Rechts unter der großen Abdeckung befindet sich die klassische runde Garmin-Daten-Strombuchse für externe Stromversorgung (8 - 30 V) und der seriellen Schnittstelle zur Kommunikation mit PC, NMEA-Geräten und DGPS-Empfängern.

Erstmalig und eine bei 56 MB Kartenspeicher dringend notwendige Neuerung ist die USB-Schnittstelle unter der Abdeckung links unten. Durch die USB-Schnittstelle läßt sich der Speicher des Gerätes in etwa 3 Minuten füllen (beim etrex vista waren es bei halb soviel Speicher noch ca. 45 Minuten).

Es ist jedoch absolut unverständlich, weswegen Garmin das USB-Kabel nur ca. 1 m lang gemacht hat. Wer also die USB-Schnittstellen auf der Rückseite seines Computers hat, kann gleich ein USB-Verlängerungskabel mit dazu kaufen. War hier ein unnötiger Sparteufel am Werk oder fand das kurze Kabel jemand praktisch?

Wo wir gerade am kritisieren sind, die mitgelieferte Handschlaufe ist dem Gerät nicht würdig. Sie ist wesentlich billiger gemacht als die beim etrex mitgelieferte, hat keine "Perle" zum Fixieren und die Klammer die das Ding zusammenhält ist aus folienüberzogenem Metall anstatt Kunststoff. Vor meinem inneren Auge sehe ich die Folie sich schon ablösen und die Metallkanten das Display verkratzen.

Also bitte schön Garmin, solche Dinge, auch wenn es Kleinigkeiten sind, müssen nicht sein.

Nachtrag 2009-05-05: Hier habe ich mich eindeutig geirrt. Die Handschlaufe hat nun viele Jahre intesivem Gebrauch überstanden.

Damit, um es vorwegzunehmen, ist auch schon fast alles Negative zum Gerät gesagt, was ich finden konnte. Es gibt noch ein paar "Unschönheiten" in der Software, dabei kann man aber davon ausgehen, dass Garmin dies in einem Update ausbügelt. Dabei ist Garmin ja bekanntermaßen äußerst vorbildlich. Getestet wurde die Version 3.00.

Die versenkte Schraubmutter oben in der Mitte des Gerätes ist bereits beim geko erstmals aufgetaucht und wird diesmal für den mitgelieferten Gürtelclip benötigt. Dazu läßt sich eine Art Knopf in die Mutter einschrauben, der sicher im Clip einrastet. Das gelbe Tuch auf dem Bild gehört natürlich nicht zum Lieferumfang sondern soll nur die Funktion des Gürtelclips zeigen. Dieser Gürtelclip ist eine gute Idee, da das Gerät aufgrund der abgesetzten Antenne auch am Gürtel einen guten Empfang hat. Nur um das Display ist mir bei dieser Trageweise ein wenig Angst, da es dann frei für Kratzer zugänglich ist.

 

Display

Ich habe es schon erwähnt, das Display ist eine Wucht. Es ist eines der besten Farbdisplays, die ich bisher gesehen habe. Es ist auch in der vollen Sonne hervorragend abzulesen, ja es zeigt dort sogar die schönsten Farben. Aber auch im Dämmerlicht und mit eingeschalteter Beleuchtung (die nahezu stufenlos einstellbar ist) ist es hervorragend zu erkennen.

Das Display ist flächenmäßig etwa 30 % größer als das der etrex-Geräte. Eine Überraschung ist allerdings, dass es eine ca. 20 % geringere Pixelanzahl hat. Das ist vor allem darum eine Überraschung, weil man durch die Klarheit und die Farbe den Eindruck hat, viel mehr darauf zu sehen.

 

Gerät Größe Auflösung
geko 201 2.5 cm x 4.0 cm 64 x 100 Pixel
etrex (einfache Modelle) 3.0 cm x 5.3 cm 64 x 128 Pixel
etrex (Modelle mit Kartenfunktion) 3.0 cm x 5.3 cm 180 x 288 Pixel
GPSmap60CS 3.7 cm x 5.5 cm 160 x 240 Pixel

 

Wer also bei den hochauflösenden etrex Probleme mit der Größe und Ablesbarkeit des Displays hatte, wird sich über das des GPSmap60CS freuen.

Das folgende Bild zeigt einen Vergleich der Displays des GPSmap60CS und des etrex vista. Die linken beiden Bilder verdeutlichen den realen Größenunterschied des Displays. Die rechten beiden Bilder zeigen den Unterschied in der Pixelzahl. Da auf dem Computerbildschirm alle Pixel gleich groß sind, ist der Screenshot des etrex vista hier größer, obwohl das Display in Wirklichkeit kleiner ist (siehe linkes Bild). Das erklärt auch, warum das Display des vista relativ schlecht zu erkennen ist, da die einzelnen Pixel dort sehr klein sind.

 

Vergleich der Displaygröße und Pixelzahl zwischen etrex vista und GPSmap60CS
Reale Größe des Displays des vista im Vergleich zum GPSmap60CS Reale Größe des Displays des GPSmap60CS im Vergleich zum Display des etrex vista Vergleich der Pixelzahl des etrex vista gegenüber GPSmap60CS

Was man ebenfalls sieht ist, dass die Basemap des etrex vista detailreicher ist. Vermutlich ist diese Reduktion ein Zugeständnis an die Zusatzinformationen die durch die Routinginformationen benötigt werden. Da die Basemap aber bei beiden Geräten für die meisten Anwendungen sowieso nicht detailliert genug ist, ist der abgespeckte Detailreichtum nur ein geringer Nachteil.

 

Empfang

Ich trau es mich ja nach dem überschwenglichen Lob über das Display kaum zu schreiben, aber der GPSmap60CS macht auch beim Empfang allen etwas vor. Sowohl was Empfindlichkeit als auch Geschwindigkeit angeht. Das erste Autolocate (das Geräte hatte eine falsche Uhrzeit und glaubte sich noch in Taiwan) hat bei mässigen Empfangsbedingungen etwa 5 Minuten gedauert. Hat das Gerät dann alle aktuellen Ephemeriden und Almanach-Daten gespeichert, reichen unglaubliche 15 Sekunden vom Druck auf die Einschalttaste bis zum erste Positionsfix.

 

Auch bei meinem "Standardtest" für schlechte Empfangsbedingungen auf dem Fensterbrett des Arbeitszimmers (siehe "brillianten" Empfang im Bild rechts) hat sich der GPSmap60CS tapfer geschlagen. Die Anzahl der empfangenen Satelliten entsprach bei gleichen Bedingungen etwa der des vista, tendenziell sogar besser, die Signalstärke war jedoch häufig höher. Auch im Auto und in Häuserschluchten ist der Empfang hervorragend. Es gibt kaum Ausfälle und es fällt auf, wie schnell das Gerät bei wechselnden Satellitensichtbarkeiten (Auto in der Stadt) jeweils auf andere Satelliten "umschaltet".

Auf dem Bild rechts sieht man übrigens auch die Statusleiste im Display, in dem der Batteriestand, Sat-Empfang, Status der Beleuchtung, des Kompass und der USB-Verbindung angezeigt werden.

Hätte ich nicht vor kurzem den GPS72 mit Helix-Antenne getestet und dort keinen grundsätzlichen Vorteil dieses Antennentyps feststellen können, hätte ich vermutlich behauptet, die Helix-Antennen sind viel besser als Patch-Antennen. Eines Besseren belehrt glaube ich, es liegt vor allem an der verbesserten Empfangs- und Auswerteeinheit des Geräts, dass es auch mit schwachen Signalen eine schnelle und bessere Auswertung schafft.

Die Antenne hat dadurch, dass sie abgesetzt ist, sicherlich auch optimale Empfangsbedingungen. Der Empfang ist nur relativ wenig richtungsabhängig, bei schwierigen Empfangsbedingungen (EGNOS-Satelliten) lässt sich aber durch Zielen auf einzelne Satelliten das Optimum herausholen. Auf diese Weise konnte sowohl der schwach zu empfangene EGNOS-Satellit IOR (ID 44) als auch der WAAS-Satellit AOR-W (ID 35) hier in Basel sehr gut empfangen werden. Der Empfang eines WAAS-Satelliten ist natürlich nicht erwünscht, und es hat sich auch gezeigt, dass die Positionsgenauigkeit tatsächlich verschlechtert wird, da eine Korrektur durchgeführt wird, obwohl die Daten nicht geeignet sind. Die Garmin-Geräte scheinen also die Gebietsinformationen der WAAS/EGNOS Daten nicht auszuwerten und korrigieren ohne Rücksicht auf Verluste. Normalerweise ist das kein Problem, da die "falschen" Satelliten sowieso kaum zu empfangen sind.

Zusammen mit Empfindlichkeit und Geschwindigkeit scheint auch die Genauigkeit des Geräts weiter gesteigert worden zu sein, obwohl das ohne zusätzliche Gerätschaften sehr schwer zu prüfen ist. Jedenfalls ist auch ohne EGNOS bei guten Satellitenpositionen die angezeigte Genauigkeit bei ca. 2 Metern und ein Versuch der Positionsbestimmung eines offiziellen Vermessungs-Referenzpunktes hatte ebenfalls eine Abweichung von unter 2 Metern ergeben.

Ein Nachteil ist mir bei der Kombination dieser Art Antenne und dem eingebauten Kompass aufgefallen. Will man den Kompass verwenden, so muss das Gerät waagerecht gehalten werden. Damit zeigt die Antenne nicht mehr Richtung Himmel sondern Richtung Horizont. Dadurch verschlechtern sich der Empfang und die Positionsgenauigkeit etwas. Ungünstig ist das dann, wenn man beim Geocaching im "Landeanflug" ist und auf den letzten Metern mit eingeschaltetem Kompass die höchstmögliche Genauigkeit bei Richtung und Position benötigen würde. Andererseits: andere Leute haben gar keinen eingebauten Kompass und finden die Geocaches auch.

 

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