Gerätetests
2010-03-21

GPS-Datenlogger Wintec WBT-202

Dieser Testbericht entstand mit freundlicher Unterstützung von:

 

Hierfür ganz herzlichen Dank.

 

Die Firma Wintec hat vor einiger Zeit mit dem WBT-202 den Nachfolger des Datenloggers WBT-201 auf den Markt gebracht. Der WBT-201 war einer der ersten bei kowoma getesteten Logger und basierte auf dem u-blox Antaris 4 Chipsatz. Dieser war damals jedoch bei Erscheinen des Loggers bereits technisch den Chipsätzen der Konkurrenz (SIRF III und MTK I) unterlegen.

Mit dem WBT-202 setzt Wintec nun auf den neuesten Chipsatz der schweizer Firma u-blox, den u-blox 5-Chip. Dieser Chipsatz spielt von den technischen Daten her durchaus in der gleichen Liga wie der grossartige MTK II Chipsatz den der Logger iblue 747A+ beherbergt, den ich als Referenz-Logger bezeichnen würde. Als erster GPS-Chipsatz auf dem Markt ist der u-blox 5 bereits Galileo-kompatibel und kann - sollte es irgendwann (2013?) mit Galileo soweit sein - nach einem Firmwareupdate auch die Signale der europäischen Navigationssatelliten empfangen.

 

Lieferumfang und erster Eindruck

Der Lieferumfang des Wintec WBT-202 entspricht etwa dem momentan bei Datenloggern Üblichen. Die Packung enthält den Logger selbst, einen LiIon-Akku (1200 mAh; kompatibel zu Nokia BL-5C), ein USB-Kabel, eine 1GB-micro-SD-Speicherkarte, eine (leider nur englische und koreanische) Anleitung und einen Antirutschaufkleber zum selber Aufkleben für die Unterseite des Loggers. Gegenüber frühern Loggern gibt es trotz des recht hohen Preises keine Netzadapter für die Steckdose oder das Auto mehr. Eine CD liegt der Packung ebenfalls nicht bei da die notwendige Software auf der Speicherkarte installiert ist.

Der erste Eindruck des Loggers, der mit 55 g und Ausmassen von 61x40x17 mm zu denen eher kleineren Vertretern seiner Gattung gehört, ist sehr gut. Er fühlt sich solide verarbeitet an und wie bereits beim WBT-201 sind die Tasten wasserdicht. Der ganze Logger wird als spritzwassergeschützt angegeben. Man kann erwarten, dass er nicht sofort beim ersten Regenschauer den Wassertod stirbt, richtig nass oder untergetaucht werden sollte er dennoch auf keinen Fall. Gegenüber dem iBlue 747A+ macht der Logger einen hochwertigeren Eindruck, ist etwas zierlicher und leichter. Der Akku ist bei beiden Geräten übrigens baugleich.

Besonders ins Auge fällt beim Lieferumfang die Speicherkarte. Bisher gibt es nur wenige Logger die nicht auf einem internen Speicher sondern einem Wechseldatenträger speichern. Der WBT-202 ist insofern ganz besonders, denn er verfügt über beides, denn er hat auch einen internen Speicher der 260000 Datenpunkte fasst. Das war für bisherige Generationen von Loggern schon viel Speicher und reicht für ca. 72 Stunden Datenaufzeichnung, wenn man jede Sekunde einen Punkt aufnimmt.
Installiert man jedoch die mitgelieferte 1GB-Speicherkarte, deren Steckplatz unter dem Akku zu finden ist, so speichert das Gerät unglaubliche 66 Millionen Datenpunkte. Das entspricht etwa zwei Jahren ununterbrochenem Aufzeichnen mit 1 Datenpunkt pro Sekunde. Und wem das nicht reicht, der kann eine 2 GB-Karte einbauen. Nur der Vollständigkeit halber: Grössere Karten als 2 GB (Also die SDHC-Karten) werden nicht unterstützt.

Der WBT-202 ist also ein GPS-Logger bei dem die Speicherkapazität überhaupt kein Thema mehr ist.

 

Bedienung

Die Bedienung des Loggers selbst ist einfach, bei nur zwei Tasten gibt es auch nicht viele Möglichkeiten. Durch Drücken der linken Taste (Ein/Aus) für mindestens drei Sekunden schaltet man das Gerät ein. Es leuchten dann zunächst die beiden linken LEDs (rot und blau). Die mittlere LED signalisiert die Bereitschaft zur Bluetooth-Verbindung. Nach einer einstellbaren Zeit ohne Verbindungsaufbau (standardmässig 10 Minuten) wird das BT-Modul abgeschaltet, die mittlere LED erlischt dann. Baut man über BT eine Verbindung auf, so blinkt die mittlere LED blau.

Die linke LED leuchtet konstant solange kein ausreichendes GPS-Signal empfangen wird und blinkt sobald eine gültige Position bestimmt wurde. Bricht der Kontakt zu den Satelliten ab, leuchtet die LED wieder permanent. Sobald der Logger Daten aufzeichnet, blinkt die mittlere LED in orange beim Speichern des Datenpunkts.
Drückt man die linke Taste kurz, lässt sich das Bluetooth-Modul manuell ein- und ausschalten. Ein Drücken auf die rechte Taste (Zielflagge) lässt die linke LED grün blinken und der Logger speichert einen Positionspunkt mit spezieller Kennung. Man kann damit also besondere Punkte markieren.
Drückt man die rechte Taste länger (bis die dann grün leuchtende linke LED wieder ausgeht), startet der Logger ein neues Logfile.
Die rechte LED leuchtet während des Ladevorgangs rot und wird grün bei vollständig geladenem Akku. Sie blinkt rot wenn die Akkuladung dem Ende entgegen geht.

Die LEDs leuchten durch das Gehäuse und sind bei Tageslicht und besonders in der Sonne sehr schlecht zu erkennen.

Langes (> 3 Sekunden) Drücken der Linke Taste schaltet den Logger wieder aus.

 

Empfang

Um es vorweg zu nehmen: Der u-blox-Chipsatz hält was er verspricht und kann mit dem grossartigen MTK II Chip mithalten. Je nach Bedingungen hatte ich den Eindruck, der Empfang wäre sogar noch einen Tick besser, speziell unter schwierigen Bedingungen in Innenräumen. Der Unterschied ist aber zumindest marginal. Ein Test der Fix-Zeiten ergab minimal kürzere Zeiten als beim iblue 747A+, wobei beide Geräte hier wirklich Grosses leisten.
Nach einem Hot-Start haben beide Geräte innerhalb 1 Sekunde wieder eine Position, ein Warmstart dauerte zwischen 20 und 30 Sekunden beim WBT-202, zwischen 30 und 35 beim iblue747A+. Nach einem Kaltstart war bei beiden Geräten zwischen 30 und 40 Sekunden wieder eine Position verfügbar. Man kann also davon ausgehen, dass in den meisten Fällen der Benutzer, auch nach längerem Nichtgebrauch und unter nicht ganz optimalen Bedingungen, nicht länger als 1-2 Minuten auf den Logger warten muss.

Mit der mitgelieferten Software oder dem u-blox u-center (beim Hersteller herunterzuladen) kann man beim WBT-202 noch einiges konfigurieren, speziell bei Letzterem sollte man jedoch Vorsicht walten lassen und wissen was man tut.

 

Der Bluetooth-Teil des Loggers entspricht dem Marktüblichen. Die Reichweite war exakt wie beim iblue 747A+ und betrug im Test ca. 6 Meter. Der Verbindungsaufbau war problemlos. Obwohl bei GPS-Loggern üblich, hätte es nicht geschadet wenn nicht nur die extra herunterladbare pdf-Bedienungsanleitung nicht nur unter Trouble-Shooting erwähnen würde, dass der Geräteschlüssel "0000" ist.

 

Akkulaufzeit

Bei der Akkulaufzeit leistet sich der WBT-202 keine Schwächen, kann aber nicht ganz mit dem iblue747A+ mithalten. Im Test lief das Gerät 32 h mit einer Akkuladung, was sogar mehr ist als die vom Hersteller angegebenen 28 h. Ich werte alles über 24 h als hervorragend.

Das Laden des Akkus mit USB-Kabel am Rechner dauerte mit 4 h erstaunlich lange. Möglicherweise lässt sich der Akku an einem USB-Lader schneller füllen. Da der Akku aber auch leicht gewechselt werden kann, ist es kein Problem auch auf längeren Touren ohne Möglichkeit zum Laden den Logger zu verwenden.

 

Verbindung mit dem PC

Was die Kabelverbindung mit dem PC und das Auslesen der Daten angeht ist der WBT-202 nicht ganz wie andere Logger. Verwendet man ihn ohne Speicherkarte, so verhält er sich wie z.B. der WBT-201 oder andere Logger mit internem Speicher. Er kann dann mit der Standardsoftware von Wintec (TimeMachineX) ausgelesen und konfiguriert werden, die man jedoch erst von der Webseite herunterladen muss.

Verwendet man den Logger hingegen mit Speicherkarte, was absolut empfehlenswert ist, funktioniert das Ganze anders und wesentlich komfortabler. Hierzu schliesst man den Logger per USB-Kabel an den PC an, schaltet Ihn (falls noch nicht geschehen) ein und dann durch längeres Drücken auf den Ain/Ausschalt-Knopf in den MSD-Modus, wobei MSD für MassStorageDevice steht, also Massenspeichergerät. In diesem Modus leuchtet die mittlere LED orange und der Logger wird als USB-Speicher gemeldet. Öffnen man nun das Hauptverzeichnis, so findet man unter anderem ein Programm namens WBT_Tool.exe.

Verlassen kann man den MSD-Modus dann wieder durch Drücken der Flaggentaste oder Trennen des USB-Steckers.


Software

Startet man das WBT_Tool liest es die letzten aufgezeichneten Daten aus, stellt diese in einem Browser-Fenster mit Google-Maps Karte dar und "verschwindet" in die Taskleiste. Das Programm ist ein komfortabler Weg um schnell zu sehen, was aufgezeichnet wurde. Ein Beispiel dazu in untenstehendem Bild und ein weiteres als html-Seite.

Aufgezeichneter Track als Browser-Darstellung durch WBT-Tool
Aufgezeichneter Track als Browser-Darstellung durch WBT-Tool

 

Man kann die Linienstärke und Farbe des Track verändern und sich einzelne Wegpunkte anzeigen lassen, wobei die Farbe je nach Geschwindigkeit dargestellt wird.

Will man mehr, muss man zunächst das WBT_Tool aus der Taskleiste "wecken". Das Tool ist erfreulicherweise auch auf deutsch und man sieht auf dem ersten Bildschirm alle gespeicherten Tracks und einige Reiter und Funktionen im Menü.
Doppelklick auf einen Track unter "Log Verwaltung" zeigt Details zum Track wie Startzeit, Endzeit, Anzahl Datenpunkte sowie Start- und Endpunkt als Adresse. Man kann auch alle oder einzelne Logfiles löschen oder zum Computer übertragen. Ein Menü erscheint nach Druck auf die rechte Maustaste.

 

Im zweiten Reiter "LOG Daten Transfer" lassen sich die aufgezeichneten Tracks in viele gängige Formate umwandeln. Hier stehen die Formate für GoogleMaps (.html), Google Earth (.kmz), VirtualEarth (.htm), TimeMachineX (.tk2), OziExplorer (.plt), PaPaGo (.txt), GPX, NMEA, Excel (.csv), UTM (.txt) sowie TMD67TM2 (.txt) zur Verfügung.
Über den Export als GoogleMaps-Datei lassen sich auch andere als die zuletzt aufgezeichnete Strecke so darstellen wie es nach dem Start des Tools geschieht.

Für normale Anwender eher unwichtig, könnten sich vertiefende Naturen daran stören, dass nur die drei NMEA-Datensätze RMC, GGA (teilweise) und VTG geloggt und somit exportiert werden können. Tiefschürfende Informationen zu HDOP, VDOP, Anzahl und Details der empfangenen Satelliten stehen nicht zur Verfügung. Hier ist der iBlue747A+ flexibler einzusetzen. Eigentlich verwunderlich, dass diese Informationen nicht gespeichert werden, denn Speicherplatz zu sparen wäre nicht unbedingt notwendig gewesen.

 

Der dritte Reiter "Geräte Einstellungen" erlaubt Zugriff auf einige - wie der Name schon vermuten lässt - Geräteeinstellungen. Hier kann ein Passwort vergeben werden, das Gerät mit einem Namen versehen werden sowie die Zeit bis zum Abschalten des Bluetooth-Moduls festgelegt werden.
Ebenfalls hier kann festgelegt werden ob der Bewegungssensor (eigentlich ein mechanischer Schüttelsensor, den man auch leise klappern hört) aktiviert werden soll und nach welcher Zeit der Inaktivität der Logger in den Stromsparmodus wechseln soll.
Der Bewegungssensor ist mit Vorsicht zu geniessen, da die Empfindlichkeit nicht übermässig hoch ausfällt. Während man mit dem Logger in der Tasche bei Wanderungen eher keine Probleme haben dürfte, kommt es bei Autofahrten leicht dazu, dass der Logger sich abschaltet, auch wenn subjektiv die Fahrt nicht übermässig ruhig war. Der Logger braucht also deutliche Bewegungen um wach zu bleiben.

Im nächsten Reiter wird das Logging-Verhalten definiert. Wie bei allen modernen Loggern üblich, kann man verschiedene Varianten wählen. Loggen nach definierter Zeit, Wegstrecke, Richtungswechseln, Kombinationen davon und unterschiedliche Aufzeichnungsraten je nach Geschwindigkeit. Es gibt ein paar vordefinierte Modi oder die Möglichkeit das Verhalten recht frei einzustellen. Für viele Fälle und da man ja beim Speicher nicht knausern muss, ist ein einfaches Intervall von 1 Sekunde/Wegpunkt eine sinnvolle Einstellung.
Achtung: Die Standardeinstellung beinhaltet eine seltsame Falle. Das Geschwindigkeitsintervall innerhalb dem geloggt wird, liegt zwischen 1 und 100 km/h. Bei einer (schnellen) Autofahrt kommt es da leicht zu "Aussetzern". Es empfiehlt sich also hier einen höheren Wert (maximal ist 2000 km/h möglich) einzustellen.

 

Beim vorletzten Reiter "GPS Einstellungen" lassen sich nochmals Geräteparameter konfigurieren. Darunter die Auswahl welche NMEA-Daten über die Schnittstelle ausgegeben werden (das sind nicht die, die auch geloggt werden) und wie sich die linke LED verhalten soll. Weiterhin kann der WAAS/EGNOS-Empfang aktiviert und deaktiviert werden und ein Neustart des GPS-Moduls erzwungen werden.

 

Der letzte Reiter "GPS Parameter" enthält nochmals Geräteeinstellungen. Hier kann nun recht weitreichend das Verhalten des GPS-Empfängers manipuliert werden. Es gibt ein paar Einstellungen die verschiedenes Verhalten in Bezug auf Schnelligkeit und Genauigkeit bei der Positionsberechnung beeinflussen. Wer hier in die Tiefe gehen will kann das aber auch mit dem u-center-Programm von u-blox machen, welches noch weiterreichende Möglichkeiten bietet. Ich würde hier die Werkseinstellungen beibehalten.

 

Schliesslich gibt es noch unter dem Menüpunkt "Additional Tool" zwei Funktionen. Zum einen das "GIS Shapefile Tool" welches ich nicht weiter besprechen will, weil der Anwenderkreis sehr speziell ist sowie das "Geotagging / Report" Tool.
Letzteres ist im Prinzip eine schöne Idee, die Umsetzung gefällt mir jedoch nicht. Ich bevorzuge das Freewarwe-Programm Geosetter, möchte die Funktion im WBT-Tool dennoch kurz beschreiben. Ein Klick auf den Menüpunkt öffnen ein weiteres Programmfenster.

WBT-Tool Geotagging Teilprogramm
WBT-Tool Geotagging Teilprogramm

 

In diesem Fenster können nun - müssen aber nicht, dazu aber später - JPEG-Fotos geöffnet werden. Das Programm versucht sofort anhand des EXIF-Zeitstempels den Fotos eine Position aus der links oben ausgewählten Trackaufzeichnung zuzuordnen. Dies gelang im Versuch gut, solange die Uhrzeit der Kamera exakt stimmt sowie die Zeitzoneneinstellung des GPS-Tracks (Im Reiter "LOG Daten Transfer") korrekt ist. Das Programm lässt aber keine Korrektur durch Verschiebung der Zeiten zu. Es nützt also nichts wenn man weiss, dass die Kamera noch auf Sommerzeit stand und die Uhr 30 Sekunden nachgeht. Das Bild wird dann unvermeidlich nicht oder falsch zugeordnet. Immerhin kann man die Zuordnung vollständig manuell durchführen.

Ist man damit fertig oder verzichtet ganz auf das Einbinden von Fotos, so kann man einen Bericht erstellen oder die Fotos mit oder ohne Track als GoogleMaps- oder GoogleEarth-Datei speichern. Speziell die Tracks in Google-Earth (auch ohne Fotos) sind recht gut gelungen da man sich z.B. den Track farblich je nach Geschwindigkeit unterschiedlich anzeigen lassen kann (allerdings nur fest definierte Farben zwischen 0 und 120 km/h).
Der Button "Bericht erstellen" erstellt eine html-Datei mit z.B. Karte, Höhen und Geschwindgkeitsprofil. Die Darstellung der Grafiken hat mich allerdings nicht überzeugt. Wichtig hierbei ist, dass man vorher einmal unter dem Menüpunkt "Help" im WBT-Tool den Befehl "MSCHART Register" ausführen muss, da das Programm offensichtlich dieses Windows-Modul benötigt. Um diesen Befehl ausführen zu können muss man in Windows 7 (vermutlich auch Vista) das WBT-Tool im Administrator-Modus gestartet haben.

 

Verschiedenes

Bei Betrieb des Loggers ohne Speicherkarte oder falls im normalen Betriebsmodus NMEA-Daten vom Computer über das USB-Kabel empfangen werden sollen, so muss ein Treiber installiert werden. Für die meisten Standardnutzer sollte das jedoch nicht notwendig sein. Die Installation des USB-Treibers ist jedenfalls ein wenig "schräg". Nach dem Start des WBT_Tools findet man im Verzeichnis "Eigene Dateien" im Unterverzeichnis WBT202 (also unter c:\Users\"Benutzer"\Documents\WBT202) eine Datei "USB_DRV.inf". Schliesst man anschliessend den Logger im nicht MSD-Modus an den Computer an und findet dieser dann einen neue Hardware, so verweist man auf diese Treiberdatei. Anschliessend ist der Logger per serieller Schnittstelle erreichbar. Die .inf-Datei ist auch normal auf der Speicherkarte gespeichert, man kommt dort aber natürlich nur an die Datei ran, wenn man im MSD-Modus arbeitet. Im MSD-Modus verlangt der Computer aber keinen Treiber, deswegen der Umweg über das Verzeichnis "Eigene Dateien". Dort sind übrigens auch die ganzen anderen exportierten Files aus dem WBT-Tool zu finden.

 

Das Programm TimeMachineX, mit welchem die Daten des internen Speichers des Loggers abgerufen werden können, kann von Wintec heruntergeladen werden. Dies geschieht ebenfalls per Menüpunkt unter Help im WBT_Tool. Da das Programm für den WBT-202 nicht wirklich wichtig ist, möchte ich nicht weiter darauf eingehen. Ein paar Informationen zu einer älteren Version sind im Testbericht zum WBT-201 hier zu finden.

 

Wie alle modernen GPS unterstützt der u-blox 5-Chipsatz des WBT-202 auch AGPS um die erste Position schneller bestimmten zu können. Die mitgelieferte Software unterstützt diese Funktion jedoch nicht. Wie im Artikel über AGPS beschrieben bin ich aber nach wie vor der Meinung, dass AGPS nur eine Berechtigung für Geräte mit Netzwerkzugriff hat wie z.B. Handys deren GPS-Empfänger zudem aus stromspargründen nicht ständig aktiv sein sollen. Bei Aktivierung soll dann jedoch so schnell wie möglich eine gültige Position bestimmt werden können. In allen anderen Fällen müssten die AGPS-Daten relativ häufig manuell aktualisiert werden was in der Praxis kaum geschieht.

 

Fazit

Der WBT-202 ist endlich mal wieder ein Logger der es bezüglich Empfangsleistung mit den Geräten mit MTK II-Chipsatz aufnehmen kann. Die zusätzliche Galileo-Kompatibilität ist zwar erfreulich, sollte aber nicht überbewertet werden. Es ist wahrscheinlich, dass bis zur Verfügbarkeit von Galileo ein paar weitere Generationen von GPS-Loggern auf dem Markt sein werden.

Das Gerät ist erfreulich kompakt, die Laufzeit ist sehr gut und die zukunftsweisende Speicherung der Daten auf einer Chipkarte befreit davon auch bei längeren Urlauben zwischendurch die Daten auf den PC übertragen zu müssen. Man kann sich darauf beschränken den Akku zwischendurch zu laden oder zu wechseln.

Die Datenverarbeitung mit dem WBT_Tool ist gelungen, man ist allerdings auf Windows-Systeme beschränkt, zumindest solange bis jemand ein Tool zur Auswertung der .TES-Dateien für MAC oder Linux schreibt.

Beim Preis-Leistungs-Vergleich kann der WBT-202 den i-blue747A+ allerdings nicht schlagen, dafür liegt der Preis des WBT-202 zu deutlich über dem des Konkurrenten, was unverständlich ist und am doch recht teuren u-blox Chipsatz liegen dürfte.

Der WBT-202 ist jedenfalls mein neuer GPS-Logger-Begleiter auf Reisen und wird den iblue747A+ ersetzen.

 

Erhältlich ist der Logger beispielsweise bei outdoortrends.de: