Garmin Edge 305
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Ganz herzlichen Dank an Radl-Kini.de für die Erstellung dieses ausführlichen Testberichts.
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Mit dem Forerunner 201 und 301 wurden hier ja bereits zwei Geräte der Firma Garmin vorgestellt, mit denen GPS auch Sport eine nützliche Anwendung findet. Was der Forerunner dabei für den Bereich des Laufsports darstellt, sollen die aktuellen Modelle Edge 205 und 305 im Bereich des Radsports leisten. In diesem Bericht soll mit dem Edge 305 das angebliche Top-Modell der Firma Garmin für den Radsport vorgestellt werden.
Im Gegensatz zum kleinen Bruder Edge 205 ist mit dem Edge 305 zusätzlich die Aufzeichnung von Herzfrequenz und Trittfrequenzdaten möglich. Nachrüsten kann man den Edge 205 hier wohl offensichtlich nicht, d.h. man sollte sich vorher schon genau Gedanken machen was man mit dem Gerät gerne machen möchte. Es sollte vorausgeschickt werden, dass ich (der Autor dieses Berichts und Tester des Edge 305) zum Zeitpunkt des Kaufs nur (Renn)Radfahrer bin und als absoluter GPS Laie in der Welt herumlaufe(-fahre). Ich ging daher mit den Ansprüchen eines Rennradfahrers an den Test heran. Was sollte das Gerät also leisten können? Wo lagen und liegen die Erwartungen?
Zunächst einmal sollte der Edge 305 aus meiner Sicht für den angebotenen Preis durchaus im high-end Bereich üblicher Fahrradcomputer mitspielen können. Kann mir der Edge 305 bei meinem Training helfen oder es interessanter gestalten?
Was den GPS-Teil betrifft, mögen die Erwartungen sicherlich subjektiv sein, aber eines erwartet man aus meiner Sicht in jedem Fall von einem GPS-Fahrradcomputer: Unterstützung bei der jeweiligen Tour in Form eines „Routings“ oder „Trackings“. Die Frage ist also: Kann mir der Edge 305 helfen meine Tour zu planen und abzufahren? Kann er die gute alte Karte in der Trikottasche ersetzten? Kann man die gefahrene Tour aufzeichnen und lassen sich diese Daten auswerten und weiterverwerten?
Ich werde versuchen diese und ähnliche Fragen im Folgenden durch entsprechende Praxiserfahrungen zu beantworten. Ich benutze nun doch schon seit einigen Jahren verschiedene Geräte von Polar für das Training. Im Bereich Rad- und Laufsport sind dies der S710i und der S625x jeweils mit Trittfrequenzmessung. Daher wird sicherlich im Folgenden immer mal wieder der Vergleich zu einem der beiden Geräte strapaziert. Die Geräte von Polar sind hier auf keinen Fall als „Standard“ zu verstehen. Ein Vergleich der Geräte an der einen oder anderen Stelle macht die Beurteilung jedoch ab und zu einfacher und anschaulicher. Und eines ist ganz sicher: im Bereich GPS hat Polar bisher nichts zu melden und daher ist ein Vergleich „Garmin Edge gegen Polar“ auch nur für die Rad- und Trainingsfunktionen relevant und interessant. Und der Test zeigt: Nicht immer hat „Sport-Spezialist“ Polar die Nase vorne!
Der Lieferumfang – Klein aber Oho!
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Als kleiner Würfel mit nur 14 cm Kantenlänge kommt die Verpackung des Edge 305 daher. „Wo ist denn da mein Geld geblieben?“ mag man sich zuerst einmal fragen. Aber nach dem Auspacken ist man schlauer und auch recht beeindruckt. Neben dem Edge 305 selbst steckt eine ganze Menge Zubehör in der optisch kleinen Verpackung.
Die bestellte Version Edge 305 beinhaltet einen Brustgurt für die Herzfrequenzmessung und einen Trittfrequenzmesser (GSC10). Zusätzlich ist auch noch ein Speichenmagnet für die Geschwindigkeitsmessung vorhanden (falls mal kein GPS Empfang möglich ist). Die Möglichkeit zur Herzfrequenzmessung und der GSC10 unterscheiden den Edge 305 vom kleinen Bruder Edge 205. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass zwei Radhalterungen für den Garmin vorhanden sind. Besitzer mehrerer Fahrräder wie mich freut das doch sehr. Genügend Kabelbinder für alle Anbauteile lagen ebenfalls bei.
Der Edge 305 besitzt einen internen Li-Ionen Akku. Die Ladung des Akkus erfolgt wahlweise über das mitgelieferte Netzteil oder über den USB-Anschluss eines Computers. Zunächst zum Netzteil: Die Größe entspricht dem Netzteil eines heute üblichen Mobiltelefons. Das Netzteil ist also angenehm klein und auch für die Reise bestens geeignet.
Das beiliegende USB-Kabel dient natürlich primär dem Datenaustausch zwischen dem Edge 305 und einem PC, jedoch kann auch der Ladevorgang via USB Kabel erfolgen. Was auch schon für den Forerunner 301 gesagt wurde, möchte ich gerne für den Edge 305 bestätigen: Das mitgelieferte USB Kabel ist zu kurz. Für einen Laptop mag die Länge OK sein, aber viele Desktoprechner haben die USB Anschlüsse hinten und da wird das kabel es bis auf den Schreibtisch rauf doch etwas knapp. Mir ist es unverständlich, wieso der Hersteller an so trivialen Dingen einige Zehntel Cent spart. Verschiedenste Daten einer Ausfahrt (Details später) lassen sich aufzeichnen und dann auf den PC übertragen. Zur Auswertung der Daten auf dem Computer wird auf einer CD die Software „Garmin Training Center“ mitgeliefert. Die CD enthält weiterhin auch den USB-Treiber für die Datenübertragung.
Als Dokumentation liegen eine Kurzanleitung und ein Benutzerhandbuch bei (Details hierzu siehe nachfolgendes Kapitel). Sehr gut finde ich, dass für die Montage des Trittfrequenzmessers und die Anwendung des Brustgurts für die Herzfrequenzmessung eine eigene kleine Anleitung beiliegt.
Zu guter letzt noch ein Wort zur "Hauptperson", dem Edge 305: Wenn man mal ein „normales“ GPS wie z.B. den GPSmap60CSx gesehen hat, ist man begeistert vom grazilen Erscheinungsbild des Edge 305. Sicherlich ist das Gerät im Vergleich zu einem üblichen Radcomputer größer, aber nicht nur unter Berücksichtigung des deutlich höheren Leistungsumfangs ist der Edge 305 optisch sehr ansprechend und mit 88 g auch nicht übermäßig schwer (wer meint, 88 g seien doch recht viel für das neue Carbonrad, der sollte die Finger von GPS und die Tafel Schokolade sowieso zuhause lassen). Eines soll aber schon an dieser Stelle klar gesagt werden: Das kleine Format hat im Vergleich zu einem GPS Gerät wie dem z.B. dem besagten GPSmap60CSx auch seinen Preis im Funktionsumfang. Der Garmin EGDE 305 ist hier dann doch wieder deutlich stärker auf die Anforderungen eines Radcomputers ausgelegt als z.B. auf Routingfunktionen wie ein klassischen GPS-Gerät mit Karten. Doch dazu später.
Beschreibungen und Handbücher
Hier kann man fast sagen: vorbildlich. Ein sehr gutes Benutzerhandbuch (deutsch/englisch) und eine Kurzanleitung (deutsch/englisch) liegen dem Gerät bei. Zusätzlich sind noch zwei spezielle Kurzanleitungen für den Pulsmesser und den GSC10 (Trittfrequenz und zusätzlicher Geschwindigkeitsabnehmer mit Magnet) in deutscher Sprache enthalten. Diese zeigen in Kürze, aber trotzdem sehr anschaulich die Montage und Grundeinstellungen am Edge 305. Gut am Benutzerhandbuch finde ich, dass es sehr kompakt und trotzdem (fast) vollständig ist. Es ist eines der Handbücher, die bezüglich des Umfangs so gehalten sind, dass man sie sich auch in einer ruhigen Stunde mal wirklich durchschauen kann.
Die obige Einschränkung auf „fast vollständig“ bezieht sich aus meiner Sicht nur auf das Kapitel „Virtual Partner“. Dieses Kapitel sollte sicherlich etwas ausführlicher behandelt werden. Die vorhandene Beschreibung des „Virtual Partner“ Moduls sorgt eher für zusätzliche Fragezeichen und das ist eigentlich sehr schade, denn gerade die „Virtual Partner“ Funktion macht den Edge 305 für Rennradfahrer im Training interessant. Diese Funktion sollte auf jeden Fall besser beschrieben werden.
Handbuch hin oder her, wirklich gut ist die Bedienbarkeit eines Geräts dann, wenn man es auch relativ schnell ohne Handbuch bedienen kann. Solche Beurteilungen sind sicherlich immer subjektiv, aber ich finde im Großen und Ganzen verdient der Edge 305 in diesem Punkt ein echtes Lob. Ich finde das Gerät lässt sich sehr intuitiv bedienen.
Die Montage – Licht und Schatten
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Die Montage des Edge 305 ist sehr einfach und schnell erledigt. Besonders gut finde ich die Tatsache, dass die Montage am Lenkervorbau möglich ist. Der Lenker selbst ist doch oft schon durch andere Dinge wie Schalt-Bremsgriffe, Klingel und Batterielicht belegt. Auch wer ab und zu einen Triathlonaufsatz am Lenker benutzt sollte den Edge lieber am Lenkervorbau montieren. Lediglich bei sehr steilem Lenkervorbau (siehe Bild) sollte man sich wegen der Lesbarkeit der Anzeige überlegen, ob man den Edge 305 nicht lieber doch am Lenker montieren möchte. Hier heißt es probieren, denn das ist Geschmackssache. Allerdings finde ich das Display des Edge auch im unten gezeigten Fall (siehe Bild) bei einem Vorbauwinkel von ca. 25° (gemessen senkrecht zur Achse des Steuersatzes) immer noch sehr gut abzulesen. Bei einem heute üblichen Ahead Steuersatz ist dieser Winkel typischerweise ohnehin deutlich flacher und das Display damit am Vorbau besser ablesbar.
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Wer will kann dann den Edge 305 in die Halterung stecken, Brustgurt anlegen und los geht’s - wenn auch erst einmal ohne Trittfrequenz. Die Trittfrequenz ist ohne den GSC10 nämlich das einzige Feature was zum kompletten Glück noch fehlt. Sofern der GPS-Empfang ausreichend ist, wird die Geschwindigkeit nämlich über das GPS bestimmt. Per Standardeinstellung gilt: nur wenn der GPS-Empfang schlecht ist, wird die Geschwindigkeitsinformation über den GSC10 gewonnen. Mehrere Praxistests ohne den GSC10 haben bei mir gezeigt, dass die GPS-Geschwindigkeit alleine in aller Regel qualitativ sehr gute Daten liefert. Für die Geschwindigkeit könnte man also durchaus auf den GSC10 verzichten. Bleibt noch die Trittfrequenzmessung und wer die haben möchte kommt um die Montage des GSC10 nicht herum.
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Die Montage ist aus meiner Sicht sehr gelungen im Benutzerhandbuch und in einem extra Faltblatt beschrieben: Das ist vorbildlich.
Nach soviel Licht kommt aber jetzt doch etwas Schatten. Erst einmal soll nach Anleitung für die GSC10 Montage alles „locker“ montiert werden. Dann werden die beiden Magnete auf die Sensoren am GSC10 ausgerichtet und schließlich wird alles festgezogen.
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Erster Aussetzer: absolut kein Signal, auch nachdem der Speichenmagnet den betreffenden Sensor am GSC10 fast touchiert? Kein Lichtsignal am Sensor beim Drücken der Reset-Taste!?
Fazit: Die Batterie des GSC10 war leer. Zugegeben, ich habe den GSC10 erst über ein halbes Jahr nach Kauf montiert, aber die Angabe für die Batteriestandzeit gemäß Hersteller ist 1,4 Jahre bei ca. 1 Stunde Laufzeit pro Tag. Hoffentlich ist das kein schlechtes Zeichen für die Batterielaufzeit im Routinebetrieb. Die zweite Ernüchterung kommt beim Ausrichten des Pedalmagnets auf den GSC10 Sensor für die Trittfrequenzmessung. Die Angabe laut Anleitung: maximal 5 mm Entfernung. Das ist bei meinem Tretlager (meiner Achse) an diesem Fahrrad ohne Tricks absolut unmöglich. Zugegeben: Ein Vergleich mit drei anderen Fahrrädern zeigt, dass der Abstand am Testrad recht groß ist. Andererseits handelt es sich um ein gutes Markenrad „von der Stange“ mit einem gängigen (neuen) Shimano Tretlager.
Was ich generell schlecht finde, ist dabei die Tatsache dass der GSC10 hier bei der Ausrichtung der Trittfrequenzsensorik absolut unflexibel ist. Der Sensorarm für die Geschwindigkeitsmessung am GSC10 ist da deutlich flexibler (schwenkbarer Arm). Doch der Sensorarm für die Geschwindigkeitsmessung ist angesichts der GPS-Messung der Geschwindigkeit eigentlich nicht so wichtig. Nach Einbau einer neuen Batterie in den GSC10 und unterlegen von drei (!) ca. 1 mm starken Gummiplättchen unter den Pedalmagneten war es dann endlich geschafft und die Trittfrequenzmessung funktionierte. Nicht gerade sehr elegant. Was ich aber generell für elegant halte ist die Tatsache, dass nur ein Sensorteil für die Erfassung von Trittfrequenz und Geschwindigkeit montiert werden muss. Das ist bei Polar mit zwei getrennten Sensormodulen deutlich umständlicher gelöst. Was dann aber wieder doch gar nicht gut ist, sind die Folgen dieser Konstruktion: Die Einstellung Trittfrequenzsensors ist wie gesagt unflexibel und zusätzlich bin ich mir nicht sicher, ob die Platzierung des Sensors an der Kettenstrebe sehr glücklich ist. Ein falscher Schritt beim Einstieg ins (Klick)Pedal oder ein Schlenker mit der Ferse beim lässigen Rücktritt und nicht nur der Sensor ist kaputt, sondern auch unter Umständen auch ein paar Speichen…
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