GPS-System
2008-09-30

NAVSTAR GPS - Geschichtliches

Das GPS-System ist ein vom amerikanischen Verteidigungsministerium (DOD; Department of Defense) ersonnenes, realisiertes und betriebenes System, das aus (geplant) 24 Satelliten besteht (21 werden benötigt, 3 sind aktiver Ersatz; heute sind es allerdings meist um die 30 aktive Satelliten), welche die Erde in einer nominellen Höhe von 20200 km umkreisen. GPS Satelliten senden Signale aus, welche die genaue Ortsbestimmung eines GPS Empfängers ermöglichen. Die Empfänger können ihre Position ermitteln, wenn sie feststehend sind, sich auf der Erdoberfläche in der Erdatmosphäre oder in niederen Umlaufbahnen bewegen. GPS wird sowohl in der Luft-, Land- und Seefahrtnavigation als auch bei der Landvermessung und anderen Anwendungen eingesetzt, bei denen es auf genaue Positionsbestimmung ankommt. Das GPS-Signal wird jedem auf oder in der Nähe des Planeten kostenlos zur Verfügung gestellt, der einen GPS-Empfänger besitzt und eine uneingeschränkte "Sicht" auf die Satelliten hat. Der eigentlich Name des Systems ist NAVSTAR (Navigation System for Timing and Ranging), bekannt ist es aber nur als GPS (Global Positioning System).

 

1973 Beschluss zur Entwicklung eines Satellitennavigationssystems basierend auf den Systemen TRANSIT, TIMATION und 621B der U.S. Air Force und der U.S. Navy.
1974 - 1979 Systemtests
1977 Erste Empfängertests noch bevor die ersten Satelliten im Weltraum waren. Es wurden Sender am Boden aufgestellt, die als Pseudolites (Pseudosatellites) bezeichnet wurden.
1978 - 1985 Start von insgesamt elf Block I Satelliten
1979 Beschluss das GPS System komplett auszubauen. Kurz darauf wurden die Mittel stark gekürzt und das Programm etwas restrukturiert. Zunächst sollten daraufhin nur 18 Satelliten in Betrieb gehen, 1988 wurde aber wieder auf die 24 ursprünglich geplanten Satelliten zurückgegangen, da die Funktionalität nicht zufriedenstellend war.
1980 Start des ersten Block I Satelliten mit Sensoren zur Erkennung von Atomexplosionen nachdem 1963 zwischen den USA und der Sowjetunion ausgehandelt wurde, keine Atomtests mehr überirdisch, unter Wasser oder im Weltraum durchzuführen.
1980- 1982 Immer wieder war die Finanzierung gefährdet, da der Nutzen des Systems für die Finanzierenden oft nicht erkennbar wurde.
1983 Nach dem Abschuss des zivilen Flugzeugs Korean Airline 007 über sowjetischem Territorium, welches dort irrtümlich unterwegs war, wurde beschlossen, das GPS-System auch für die zivile Nutzung zur Verfügung zu stellen.
1986 Der Space Shuttle "Challenger" Unfall hatte einen Rückschlag zur Folge, da zwischenzeitlich beschlossen wurde, das Space Shuttle als Transporter der Block II GPS-Satelliten in die Umlaufbahnen vorgesehen war. Schliesslich wurde wieder auf die ursprünglich geplanten Delta-Rakteten zurückgegriffen.
1989 Der erste Block II Satellit wurde "installiert" und aktiviert.
1990 - 1991 Zeitweise Abschaltung der SA (selective availability) während des Golfkriegs um zivile Empfänger nutzen zu können, da zu wenig militärische Empfänger verfügbar sind. Am 01.07.1991 wird die SA wieder aktiviert.
08.12.1993 Erste Betriebsbereitschaft (Initial Operational Capability, IOC) wurde bekanntgegeben. Im gleichen Jahr wurde auch definitiv beschlossen, dass das GPS-System für weltweite zivile kostenlose Nutzung freigegeben wird.
März 1994 Der letzte Block II Satelliten komplettiert die Satellitenkonstellation.
17.07.1995 Volle Betriebsbereitschaft (Full Operational Capability, FOC)
01.05.2000 Endgültige Abchaltung der SA und damit Erhöhung der Genauigkeit für zivile Nutzer von ca. 100 m auf 20 m.
20.03.2004 Start des 50sten GPS-Satelliten.
25.09.2005 Start des ersten Satelliten des Typs IIR-M (BLock 2 Replacement Modernized; Modernisierter Block 2 Ersatzsatellit). Dieser Satellit unterstützt als erster die neuen militärischen M-Signale und das zweite zivile Signal L2C.