Seychellen

Schnorcheln und Wandern im Paradies
25.03.2007

...Fortsetzung...

Schnorcheln, Strände und Buchten auf Mahé

Man muss zwischen Buchten unterscheiden, die ein vorgelagertes Korallenriff haben und solchen, die offenen Zugang zum Meer besitzen. Letztere sind oft zum Baden wegen höherer Wellen ungeeignet oder gefährlich, eignen sich aber zum Surfen gut. Die Grand Anse an der Westküste ist solch eine Bucht.
Zum Baden und insbesondere Schnorcheln eignen sich besser Buchten mit Korallenriffen. Am schönsten zum Schnorcheln fanden wir Port Launay an der Westküste, wo man ohne weit zu schwimmen einen sehr guten Zugang zur Riffkannte hat. Allerdings ist bei Westwind das Wasser so trüb, dass man praktisch nichts sieht und selbst beim Baden einem Verletzungsrisiko durch die Korallen ausgesetzt ist. Die Korallen liegen selbst bei Flut so nah unter der Wasseroberfläche, dass man einen sehr guten Blick darauf hat. Bei Ebbe liegen sie allerdings teils über der Wasseroberfläche und man muss vorsichtig drum herum paddeln, um schmerzhafte Kollisionen zu vermeiden.
Wir sind nach der Erfahrung des ersten Tages dazu übergegangen, nicht nur mit T-Shirt, sondern auch noch mit kurzer Hose Schnorcheln zu gehen. Besonders Sonnenbrandgefährdet sind neben Schultern und Nacken nämlich die Waden und das Hinterteil!

Kleine Bucht am Ende von Port Launay
Kleine Bucht am Ende von Port Launay
Anse Major im Nordwesten von Mahé
Anse Major im Nordwesten von Mahé
Grand Anse auf Mahé
Grand Anse auf Mahé
Am Strand der Grand Anse
Am Strand der Grand Anse
Blick unter einen Korallenstock  (Schnorcheln)
Blick unter einen Korallenstock (Schnorcheln)
Karett Schildkröte
Karett Schildkröte
Wimpelfisch
Wimpelfisch
Wanderweg auf Mahé
Wanderweg auf Mahé
Wanderung zum Mount Copolia
Wanderung zum Mount Copolia
Vom Mount Copolia auf den Flughafen
Vom Mount Copolia auf den Flughafen

An der Ostküste ist die Anse Royal gut geeignet. Das Wasser ist hier allerdings tiefer und man muss eine weitere Strecke paddelnd zurücklegen, um an das Korallenriff zu gelangen. Die Ostküste ist bei Westwind eine gute Ausweichmöglichkeit, da hier dann das Wasser klarer ist.
Unter Wasser gibt es nur zwei Fische, vor denen man sich in Acht nehmen muss: der Rotfeuerfisch und der Steinfisch. Der Rotfeuerfisch wird bis zu 30 cm gross und besitzt giftige Stacheln, deren Berührung schmerzhafte und unter umständen tödliche Wunden erzeugen können. Er ist aber ein eher träger und scheuer Fisch und man begegnet ihm kaum. Der Steinfisch liegt so gut getarnt am Meeresgrund, dass er meist nur von erfahrenen Tauchern erkannt wird. Die grösste Gefahr geht von seinen ebenfalls giftigen Stacheln aus, wenn man auf ihn tritt. Daher empfiehlt es sich, sich nur mit Badeschuhen oder Flossen in der Nähe der Korallenriffe aufzuhalten.
Mit etwas Glück und Geduld kann man unter Wasser Karett-Schildkröten, grosse Stachelrochen, Schwärme von Tintenfischchen und eine kunterbunte Palette all der Fische beobachten, die man aus einem guten Meerwasseraquarium kennt. Eine Empfehlung ist es, beim Frühstück ein Brötchen mitzunehmen, dieses in der Sonne trocknen zu lassen und dann in einer Plastiktüte mit zum Schnorcheln zu nehmen. Etwas aufgeweicht und im Wasser zerkrümelt kann man Fische bis zur ausgestreckten Hand locken und so nah beobachten wie sonst kaum.

Bemerkenswert an allen Stränden ist, dass man sie wochentags weitgehend für sich alleine hat. Lediglich Sonntags sind sie von Einheimischen bevölkert, die dort mit der ganzen Familie baden und picknicken.
Besonders an den Stränden findet man viele frische Kokosnüsse, noch in ihrer haarigen Basthülle (in der sie übrigens ausgezeichnet schwimmen). Ein einheimischer Arbeiter auf einer Kokosplantage muss am Tag 250 Kokosnüsse "auspacken" und benötigt dazu nichts als einen angespitzen Stock, der im Boden steckt. Wir haben pro Kokosnuss etwa eine dreiviertel Stunde gebraucht - trotz zu Hilfenahme eines Schweizer Taschenmessers. Aber der Aufwand lohnt sich! Das Fruchtfleisch einer gerade von der Palme gefallenen Nuss ist nicht mit dem zu vergleichen, das man aus einer deutsch Supermarktkokosnuss kratzt.

Vom Mount Copolia auf Ste. Anne und Cerf
Vom Mount Copolia auf Ste. Anne und Cerf
Victoria vom Mount Copolia aus
Victoria vom Mount Copolia aus
Kannenpflanze (Pitcher Plant)
Kannenpflanze (Pitcher Plant)
Blühender Flammenbaum
Blühender Flammenbaum
Wilde Ananas am Wegesrand
Wilde Ananas am Wegesrand
Coco-de-Mer Palme in Viktoria
Coco-de-Mer Palme in Viktoria
Die Sea Shell wartet auf Touristen
Die Sea Shell wartet auf Touristen
Bäume auf La Digue
Bäume auf La Digue
Blick von La Digue aufs Meer
Blick von La Digue aufs Meer
Seestern auf La Digue
Seestern auf La Digue

Wandern

Die Insel bietet viele reizvolle Möglichkeiten zu Wanderungen an der Küste oder in den Bergen und Regenwäldern. Das Wandern - insbesondere im doch sehr bergigen Inneren der Insel ist aber bei den Temperaturen und sehr hohen Luftfeuchtigkeit sehr anstrengend. Man sollte zumindest die Zeit zwischen 12.00 und 14.00 Uhr ruhig im Schatten verbringen, viel Wasser mit nehmen und die meist kurz scheinenden Entfernungen zum Ziel nicht unterschätzen. Für eine Wanderung zum Mount Copolia, die auf der Karte mit 1,5 km angegeben war, haben wir zum Beispiel eine knappe Stunde benötigt.
Nichts desto trotz lohnt es sich aus verschiedenen Gründen, in den Bergen zu wandern. Das schönste ist: man ist dort vollkommen allein. Man begegnet keiner Menschenseele, weder Einheimischen noch Touristen. Aus diesem Grund kann man relativ ungestört Tiere beobachten. Auch die Pflanzenwelt ist durchaus sehenswert, nicht nur wegen ihrer Fülle. Besonders angetan hat es uns die kleine fleischfressende Kannenpflanze, die am liebsten auf den steinigen Plateaus in der prallen Sonne wächst.
Hat man es mal bis auf den Gipfel eines Berges geschafft, wird man mit herrlicher Aussicht belohnt, die mindestens zur Hälfte Wasser, Küste und andere Inseln einschliesst.
Es gibt mehrere beschriebene Wanderrouten. Tourenbeschreibungen kann und sollte man in Victoria in der Touristeninformation besorgen. Sie enthalten Beschreibungen zu Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt. Die Touren, insbesondere der Einstieg sind aber auch mit der Beschreibung sehr schwer zu finden.

Eine Bemerkung für GPS-Begeisterte: wir haben auf dem Weg zum Mount Copolia einen GeoCache versteckt, der darauf wartet, gefunden zu werden. Was ist ein GeoCache? Die Antwort auf diese Frage findet sich hier, unser Geocache hier.
Falls Ihr also einen GPS besitzt: einfach mal ausprobieren. Macht riesigen Spass...
Ausflüge auf andere Inseln

Von Mahé aus hat man verschiedene Möglichkeiten, die umliegenden Inseln zu besuchen: mit dem Flugzeug, mit Helikoptern und mit dem Schiff.
Nach Praslin und La Digue kann man täglich eine kleine Personenfähre nehmen. Die Fahrzeit nach Praslin beträgt etwa eine Stunde, dort steigt man um auf ein noch kleineres Boot und gelangt in einer weiteren halben Stunde nach La Digue. Diesen Tagesausflug sollte man unbedingt unternehmen. La Digue soll die schönsten Strände der Seychellen haben. Die Anse Source d'Argent mit ihren beeindruckenden Granitformationen ist bestens aus der Fernsehwerbung bekannt (zur Zeit von "Raffaello"). Auf La Digue ist alles bequem zu Fuss zu erreichen. Man hat aber auch zahlreiche Möglichkeiten, sich bereits am Hafen ein Fahrrad aufschwätzen zu lassen.
Der Hafen auf der grösseren Insel Praslin ist leider etwas abgelegen und man muss mit dem Bus ins Landesinnere fahren, um zum Beispiel in den Naturschutzpark Vallee de Mai zu gelangen, in dem noch 5000 der seltenen Coco de Mer Palmen zu bewundern sind.

Felsen am Strand der Anse Source D´Argent
Felsen am Strand der Anse Source D´Argent
Mogelpackung: Wo ist denn nun die Nuss?
Mogelpackung: Wo ist denn nun die Nuss?
Die Früchte des Erfolgs
Die Früchte des Erfolgs
Riesige Palme im Hotelgarten
Riesige Palme im Hotelgarten

Zu anderen Ausflügen hat uns die Zeit nicht gereicht. Alles in allem sind 2½ Wochen eine gute Zeit, wenn man nur auf Mahé bleiben möchte. Wenn es einem allerdings nicht liegt, 2 Wochen ununterbrochen am Strand zu liegen, sollte man unbedingt eine Tauch- oder Schnorchelausrüstung mitbringen oder mieten. Wandern ist auf den Seychellen nur eine bedingte Alternative, ebenso andere sportliche Aktivitäten an Land. Städtereisen oder Kultururlaub findet auf den Seychellen ebenfalls nicht statt. Also ein Urlaub zum Erholen und Ausspannen!