Norwegen

Mit dem Camper durch das Fjordland
25.02.2007

...Fortsetzung...

Von Bergen nach Jotunheimen

Von Bergen aus fuhren wir wiederum auf der E16 nach Nordosten. Wer einen halben Tag erübrigen kann, sollte unbedingt eine Fahrt mit der Flåm-Bahn unternehmen. Die steilste Normalspurstrecke der Welt windet sich in zahlreichen Serpentinen über 20 km von 2 m auf 865 m Höhe nach Myrdal. Die Zugfahrt wird dabei vom Lokführer kommentiert und der Zug legt einen Fotostopp am Wasserfall Kjosfoss ein. Myrdal selbst hat nichts zu bieten, es sei denn man wählt es als Ausgangspunkt für Wanderungen. Wir sind mit demselben Zug wieder zurück nach Flåm gefahren.

Panorama: Lustrafjord

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Die E16 führt weiter nach Osten durch den 24 km langen Laerdalstunnel. Der Tunnel wird durch die Parkmöglichkeiten zum Erlebnis, die alle 7 km in den Fels gesprengt wurden und mit blauem und gelben Licht wirkungsvoll ausgeleuchtet sind. Bleibt man nach dem Tunnel für weitere 30 km auf der E16, gelangt man in Borgund zu einer der schönsten und nach Urnes der zweitältesten Stabkirche Norwegens.
Von Borgund ging es wieder Richtung Nordwesten bis Sogndal, von dort auf der Rv 55 nach Norosten bis Lom. Dieses Stück der Strecke führt durch das Gebirge Jotunheimen und war durch die noch beachtlichen Schneemengen besonders reizvoll. Lom hat eine sehr beachtliche Stabkirche zu bieten, die im 17. Jahrhundert umgebaut und modernisiert wurde.

Panorama: Jotunheimen

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Zurück zur Küste auf die Vogelinsel Runde

Unseren Ost-West Zickzack fortsetzend fuhren wir von Lom aus auf der Rv 15 wieder Richtung Nordwesten. An sich war geplant, westlich von Grotli die Rv 15 zu verlassen und der Strasse 63 bis Geiranger zu folgen, wobei sich unterwegs der Abstecher auf den Aussichtsberg Dalsnibba angeboten hätte. Diese Strasse war jedoch noch gesperrt, Geiranger ließ sich nur von Norden her erreichen. Daher fuhren wir auf der Rv 15 zunächst weiter nach Westen bis Stryn, von dort am Hornindalsvatn entlang (dies ist mit 514 m der tiefste Binnensee Europas) bis kurz vor Nordfjordeid. Hier gelangt man auf der E39 nach Norden und wir navigierten an Fjorden entlang und über Inseln (praktisch alle mit Brücken verbunden) bis auf die Vogelinsel Runde.
Auf Runde dreht sich alles um die Vogelfelsen, und außer Campingplätzen und Bootstouren gibt es keinerlei Infrastruktur oder Aktivitäten. Die Vogelfelsen kann man am besten zu Fuß erkunden, wobei die Wege überwiegend durch Feuchtwiesen zu den Klippen führen. Wasserdichtes Schuhwerk ist von Vorteil. Neben den beliebten Papageitauchern kann man besonders gut Basstölpel, Eissturmvögel und Kormorane sowie natürlich die verschiedensten Möwen beobachten. Zwischen all die Meeresvögel gesellten sich außerdem zwei Pärchen Fischadler.

Durch Jotunheimen
Durch Jotunheimen
Durch Jotunheimen
Durch Jotunheimen
Stabskirche von Lom
Stabskirche von Lom
Vogelfelsen auf Runde
Vogelfelsen auf Runde
Vogelfelsen auf Runde
Vogelfelsen auf Runde
Basstölpel
Basstölpel
Ålesund
Ålesund
Storfjorden
Storfjorden
Blick auf Geiranger
Blick auf Geiranger
Blick auf den Geirangerfjord
Blick auf den Geirangerfjord

Von Runde zum Geirangerfjord

Von Runde ist es nicht allzu weit bis zum Städtchen Ålesund. Dieses brannte im Januar 1804 praktisch vollständig nieder. Darauf hin wurde der Bau von Holzhäusern per Gesetz verboten und es gelang, in nur 3 Jahren die Stadt fast vollständig wieder aufzubauen. Entstanden ist ein sehr einheitliches Stadtbild mit zum Teil sehr reizvollen Jugendstil-Fassaden. Wen interessiert, was sich unter der Oberfläche von Norwegens Fjorden abspielt, kann den Atlantenhavsparken besuchen, ein Aquarium mit einer umfassenden Sammlung heimischer Fische.

Panorama: Storfjorden

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Von Ålesund fuhren wir wieder Richtung Osten auf der E39, und von Sjøholt aus nach Süden nach Geiranger. Wer nicht allzu viel Zeit hat oder weniger fahren möchte, sollte sich auf den Geirangerfjord konzentrieren, der seinem Ruf der schönste Fjord Norwegens zu sein, gerecht wird. Von Norden kommend, ist bereits der erste Blick auf den Fjord atemberaubend, bevor es in zahlreichen Serpentinen nach Geiranger hinab geht.
Der Geirangerfjord ist einer der kleineren Fjorde mit fast senkrechten, bis zu 1000 m hohen Bergen, von denen sich zahlreiche Wasserfälle in den Fjord ergießen. Geiranger selbst wurde in den 1960er Jahren vom Meer her erschlossen und ist ein reiner Touristenort. Den Fjord erkundet man am besten vom Wasser aus. Dazu gibt es einen Touristendampfer, der mehrmals täglich von Geiranger aus fährt. Wesentlich günstiger kann man aber dieselbe Strecke mit der Fähre nach Hellesylt genießen. Auch auf dieser wird die Fahrt nämlich mindestens in Norwegisch, Englisch und Deutsch, bei Bedarf auch auf Japanisch kommentiert!
Ebenfalls lohnend ist eine Wanderung, die von Homlong aus den Berg hinauf führt und teils sehr beeindruckende Ausblicke auf den Fjord gewährt. Die Wanderung startet etwa in der Ortsmitte von Homlong. Von dort ist der Weg zu einer Hütte ausgeschildert, die man nach 1½ – 2 Stunden erreicht. Läuft man noch einige hundert Meter weiter, wird man durch eine wunderschöne Aussicht belohnt.
Von Geiranger aus gelang uns auch der Abstecher auf den Aussichtsberg Dalsnibba. Fährt man von Geiranger nach Südosten weiter, führt nach einem serpentinenreichen Aufstieg der Straße bis zu einer Hütte ein Abzweig nach links weiter den Berg hinauf. Im Sommer ist die Straße bis zu einem Parkplatz auf dem Gipfel des Berges befahrbar. Ende Mai war die Straße noch gesperrt; wir ließen das Auto an der Hütte stehen und gingen zu Fuß weiter bis oben, wobei auf dem letzten Stück am Straßenrand und auf der Straße selbst noch beachtliche Schneemengen lagen. Der Blick von oben auf die verschneiten umliegenden Berge und den Fjord in der Ferne ist beeindruckend.

Blick auf den Geirangerfjord
Blick auf den Geirangerfjord
Blick auf den Geirangerfjord
Blick auf den Geirangerfjord
Steinhütten auf der Wanderung von Homlong
Steinhütten auf der Wanderung von Homlong
Fähre von Geiranger nach Hellesylt
Fähre von Geiranger nach Hellesylt
Möwe
Möwe
Wasserfall "die sieben Schwestern"
Wasserfall "die sieben Schwestern"
Wasserfall in den Geirangerfjord
Wasserfall in den Geirangerfjord
Verlassene Höfe ber dem Geirangerfjord
Verlassene Höfe ber dem Geirangerfjord
Blick von Dalsnibba auf den Geirangerfjord
Blick von Dalsnibba auf den Geirangerfjord
Aussicht auf Geiranger
Aussicht auf Geiranger

Vom Geirangerfjord nach Trondheim

Von Geiranger hatten wir geplant, über den Trollstigen nach Andalsnes zu fahren. Leider war auch der Trollstigen noch gesperrt. Wir nutzen die Planänderung zu einem weiteren Abstecher an die Küste und fuhren über Molde nach Kristiansund. Beide Städte haben nichts zu bieten, das einen Besuch erforderlich macht. Kristiansund hat eine erzwungen modernen, sehr missratene Kirche, die sich als Glanzpunkt zeitgenössischer Architektur feiern lässt.
Wir flüchteten wieder ins Landesinnere nach Süden und fuhren auf hübschen kleinen Straßen von Eidvåg über Eresfjord nach Eikesdalen. Von dort führt eine ungeteerte, einspurige und schlaglochbewehrte Strasse auf ca. 65 km durch das Litldalen. Die Landschaft ist sehr karg (unser Reiseführer beschrieb das als wild-romantisch) und die Strecke führt außer an einem Stausee und zahllosen Blockhütten an nichts vorbei, was die beschwerliche Fahrerei mit dem Wohnmobil gerechtfertigt hätte.
Schöner und abwechslungsreicher (und vernünftig ausgebaut…) ist dagegen das Stück der Straße 70 von Sunndalsøra bis Oppdal. Die verbleibenden 120 km über Støren bis Trondheim hingegen sind wenig abwechslungsreich.
Trondheim hat uns von Norwegens Städten mit am besten gefallen. Besonders beeindruckend ist natürlich der Nidaros-Dom, Krönungskirche und größtes sakrales Bauwerk Norwegens. Im Jahr 1070 wurde mit dem Bau begonnen und Mitte des 19. Jahrhunderts mit einer Restaurierung und Wiederherstellung bis auf Weiteres beendet, so dass der Dom einen gelungenen Mix der verschiedensten Stilrichtungen aufweist. Besonders sehenswert ist die Westfassade mit ihren 75 Skulpturen.
Lohnend ist auch ein Abstecher zum alten Holzhausviertel Bakklandet, zu dem man über die alte Stadtbrücke Bybro gelangt.

Wanderung auf den Dalsnibba
Wanderung auf den Dalsnibba
Zwischen Eresfjord und Eikesdalen
Zwischen Eresfjord und Eikesdalen
Zwischen Eresfjord und Eikesdalen
Zwischen Eresfjord und Eikesdalen
Fahrt durch das Litldalen
Fahrt durch das Litldalen
Nidarosdom in Trondheim
Nidarosdom in Trondheim
Nidarosdom in Trondheim
Nidarosdom in Trondheim
Nidarosdom in Trondheim
Nidarosdom in Trondheim
Trondheim
Trondheim
Holzhausviertel Bakklandet
Holzhausviertel Bakklandet
Holzhäuser in Røros
Holzhäuser in Røros

Zurück nach Oslo

Von Trondheim traten wir die Rückreise durch das Gudbrabdsdal nach Oslo an. Dabei machten wir von Støren aus einen letzen Abstecher nach Røros. Über 330 Jahre lang lebte der Ort von einem großen Kupfervorkommen, bevor die letzen Gruben 1986 schlossen. Davon zeugen heute noch das zum Museum umfunktionierte Schmelzwerk, riesige Abraumhalden und eine begehbare Grube. Die intakte Holzhausstadt wurde von der UNESCO als „Kulturerbe der Menschheit“ eingestuft und wirkt wie ein bewohntes Museum.
Von Røros ging es weiter nach Süden, zunächst durch das Østerdalen, dann über den Friis Vejen nach Ringebu ins Gudbrandsdalen. Von dort führt die Strasse direkt nach Süden bis Lillehammer, das noch immer ganz im Zeichen der Olympischen Winterspiele von 1994 steht. Hier lohnt besonders ein Abstecher auf die Schiflugschanze, von wo aus man einen schönen Überblick über das Gudbrandsdalen hat.
Das letzte Stück der Reise führte entlang am Mjosa-See, mit 100 km Länge und bis zu 450 m Tiefe Norwegens größtem See. In der Nähe des Flughafens gaben wir unseren Camper zurück, um den letzten Tag in Oslo ohne Parkplatzsorgen zu verbringen.
Oslo hat sicher mehr Aufmerksamkeit verdient, als die paar Stunden, die wir dafür übrig hatten. Um sich zu Fuß einen Eindruck von Stadt zu verschaffen, war die Zeit aber ganz angemessen.
Der erste Spaziergang führt vom Bahnhof aus die Karl Johans gate entlang, Oslos Haupteinkaufsstraße. Man passiert das Parlamentsgebäude (das Storting), das Nationaltheater und die klassizistischen Gebäude der Universität. Etwas abseits liegt die eher kleine Backstein-Domkirche. Am Ende der Karl Johans gate liegt das erstaunlich schmucklose, schlichte Königliche Schloss. Der ganzjährig der Öffentlichkeit zugängliche Schlosspark wirkt wie eine Oase in der quirligen, lauten Stadt.
Lohnend ist auch der Spaziergang zur Aker Brygge, der alten Werft die Ende der 1980er Jahre zu einem modernen Einkaufszentrum umgebaut wurde.
Mit der Rückfahrt zum Flughafen endete unser Urlaub.

Wanderung bei Ringebu
Wanderung bei Ringebu
Wanderung bei Ringebu
Wanderung bei Ringebu
Wanderung bei Ringebu
Wanderung bei Ringebu
Eisstadion in Lillehammer
Eisstadion in Lillehammer
Blick von Schisprungschanze über das Gudbrandsdal
Blick von Schisprungschanze über das Gudbrandsdal
Königliches Schloss in Oslo
Königliches Schloss in Oslo
Parlamentsgebäude Storting
Parlamentsgebäude Storting
Gebäude der Aker Brygge
Gebäude der Aker Brygge