Namibia

Afrika für Anfänger
05.08.2012

...Fortsetzung...

Swakobmund, Henties Bay, Damaraland

Am nächsten Morgen machten wir uns wiederum recht früh auf den Weg nach Norden bis Swakobmund. Die knapp 400 km waren wenig spannend, grossteils sandige oder steinige Wüste, umso flacher je mehr man sich der Küste nähert. Durch Walvis Bay sind wir durchgefahren, ohne auszusteigen. Der erste Eindruck war recht trostlos, wenn man von dort nicht eine Schifffahrt unternehmen möchte kann man den Ort vermutlich getrost auslassen. Auch in Swakopmund verbrachten wir nur eine Nacht. Nachmittags spazierten wir durch den Ort, der ganz nett aber nicht furchtbar spannend ist, assen im Resturant "The Jetty" sehr gut zu Abend und verschwanden am nächsten Morgen wieder Richtung Norden. Der Küste folgten wir nur bis Henties Bay, wo wir östlich auf die B2 ins Landesinner abbogen. Im Verlauf des Vormittags wurde die Landschaft wieder hügeliger, wir passierten den Brandberg, die höchste Erhebung Namibias. Am Strassenrand verkaufen Frauen Gesteine, die aus der Gegend stammen sowie Holzschnitzereien. Unsere Fahrt führte uns ins Damaraland bis zum Mowani Mountain Camp, der mit Abstand schönsten Unterkunft dieser Reise. Hätten wir nicht die Route schon zu Hause mit Hilfe von Google Earth im GPS gezeichnet, hätten wir den Abzweig Richtung Camp vermutlich verfehlt. Ein einspuriger Fahrweg führt zwischen roten Granitfelsen hindurch ins Nichts. Nach ein paar hundert Metern steht eine Holzhütte mit einem Wächter, der eine Holzschranke hütet. Danach führt der Fahrweg noch einige hundert Meter durch die Felsenlandschaft. Die Hütten des Camps erkennt man erst, wenn man auf den Parkplatz einbiegt, so genial sind sie in die Landschaft eingefügt. Die Hauptgebäude sind runde, strohgedeckte Holzhäuser, die aber in alle Richtungen offen sind. Die Gäste wohnen in Bungalows mit gemauerten halbhohen Wänden, über welche ein Zeltdach gespannt ist. Die Bungalows sind sehr schön und vornehm ausgestattet und verfügen über Strom, Toilette, Dusche und Waschbecken. Die wenigen Hütten des Camps stehen sehr verstreut und versteckt zwischen den Granitfelsen, sodass man fast immer das Gefühl hat, allein zu sein. Das Camp verfügt über einen wunderschön in den Fels integrierten Pool und eine Bar auf der höchsten Erhebung, wo man einen Sundowner geniessen sollte, bevor man sich in die Obhut des brillanten Küchenchefs und des absolut zuvorkommenden und unaufdringlichen Personals begibt.

Landschaft in der Nähe des Kuiseb Canyon
Landschaft in der Nähe des Kuiseb Canyon
Felszeichnungen am Twyfeltfontein
Felszeichnungen am Twyfeltfontein
Weibliche Felsagame im Movani Mointain Camp
Weibliche Felsagame im Movani Mointain Camp
Wüstenelefant im Damaraland
Wüstenelefant im Damaraland
Wasserloch im Okakukoejo Camp - Etosha
Wasserloch im Okakukoejo Camp - Etosha

 

 

Am folgenden morgen brachen wir recht früh auf zum 12 km entfernten Am nächsten Tag buchten wir einen Nature Drive im Geländewagen. In Ermangelung anderer Gäste hatten wir für ca. 6 h unseren eigenen Guide, der uns sehr kompetent in bestem Englisch über Geologie, Fauna und Flora des Landes informierte, auf vieles aufmerksam machte das wir selbst nie bemerkt hätten und zu guter Letzt eine Herde der seltenen Wüstenelefanten aufspürte. Nachmittags fuhren wir selbst die Sehenswürdigkeiten der Gegend ab - Burnt Mountain, die Organ Pipes und Twyfelfonein mit den sehr schönen Felszeichnungen. Den Rest des Tages verbrachten wir auf der Terrasse unseres Zelts und beobachten die bunten Felsagamen, bevor es wiederum zum Sundowner auf den Aussichtsfelsen ging. Der Abschied vom Mowani Mountain Camp am nächsten Tag fiel uns immens schwer.

Etosha

Die nächste Station war der Etosha Nationalpark, wo wir drei Nächte am westlichen Ende in Okaukuejo und 2 Nächte im Osten in Fort Namutoni verbrachten. Okaukuejo ist als Unterkunft sehr auf Massenabfertigung ausgerichtet, liegt aber sehr günstig zur Erkundung der Etosha Pfanne. Fort Namutoni ist weniger überlaufen und gemütlicher. Ungewöhnlich war, dass die ganze östliche Hälfte der Salzpfanne voll mit Wasser stand.

Schabrackenschakal
Schabrackenschakal
Giraffe
Giraffe
Oryx
Oryx
Elefant am Wasserloch
Elefant am Wasserloch
Baum im Etosha Park
Baum im Etosha Park

 

Etosha Nationalpark

Wir klapperten, wie das so üblich ist, mit dem Auto 5 Tage lang alle Wasserlöcher ab, die der Park zu bieten hat und sahen letztendlich bis auf Löwen alles, was wir sehen wollten.
Vielleicht waren 5 Tage etwas lang, der Tagesrhythmus Aufstehen - Frühstück - Auto - Kekse und Schokolade - Abendessen lässt ziemlich rasch die Bewegung vermissen. Andererseits haben wir bis zum letzten Tag immer wieder neue Tiere gesehen. Auch wenn das Aussteigen wegen der Raubkatzen verboten ist, wird man nicht immer sofort gefressen: Uns kam in der Nähe von Fort Namutoni ein junger Mann zu Fuss entgegen, der ca. 2 km weiter seinen Geländewagen in einem Schlammloch festgefahren hatte. Da längere Zeit niemand vorbei kam und es auf den Abend zuging, machte er sich schliesslich zu Fuss zur nächsten grösseren Strasse auf. Wir standen dann noch etwa eine halbe Stunde im Freien, bis wir das Auto aus dem Loch befreit hatten, ohne auch nur so viel wie ein Erdmännchen gesehen zu haben.
Aber auch aus dem Auto heraus sind die Tiere sehr imposant: Die meisten sind an Autos gewöhnt und räumen nur sehr widerwillig die Strasse, wenn man passieren möchte. Vögel bleiben direkt am Strassenrand im Gebüsch sitzen. An einem Wasserloch wurden wir sehr gründlich von einem Elefanten begutachtet, der sich direkt vor unserer Kühlerhaube aufbaute und seine beachtliche Grösse zur Schau stellte. Im gesamten Etosha Park kann man Übrigen kein Bargeld beschaffen. In Läden kann man mit Kreditkarte zahlen, das ist aber lästig wenn man nur ein Eis oder Kekse kaufen möchte. Tanken mit Kreditkarte war zumindest in Okaukuejo eigentlich nicht vorgesehen und recht kompliziert. Es lohnt sich, mit etwas mehr Bargeld unterwegs zu sein, als wir es waren.

Weissbürzelsinghabicht
Weissbürzelsinghabicht
Herde Giraffen
Herde Giraffen
Gabelracke (lilac-breasted roller)
Gabelracke (lilac-breasted roller)
Chamäleon
Chamäleon
Zebra
Zebra

Rückweg nach Windhuk

Von Namutoni fuhren wir auf direktem Weg zurück Richtung Windhuk, mit einem nicht weiter erwähnenswerten Stop in Okahandja. Dieser blieb nur wegen eines Stromausfalls im Hotel in Erinnerung, der sich besonders unangenehm bemerkbar machte, weil er das bischen Heizung zunichtemachte, welches das Zimmer den 2 °C Aussentemperatur entgegenzusetzen hatte.
Am letzten Tag begutachteten wir noch Windhuk selbst, das uns nicht besonders gefiel. Das hat grundsätzlich nichts zu bedeuten, da wir generell von Städten wenig angetan sind. Windhuk stellt die Art von Lebhaftigkeit zur Schau, die ich mit laut und schmutzig in Verbindung bringe. Erwähnenswert ist aber das Namibia Crafts Center, das auf mehreren Stockwerken und in verschiedenen Läden authentische und sehr schöne afrikanische Handwerksarbeiten verkauft.
Die Rückgabe des Autos am Flughafen erfolgte wiederum völlig problemlos. Als Fazit kann man sagen, dass Namibia problemlos auf eigene Faust zu bereisen ist. Vom Auto über die Hotels bis zur Ballonfahrt hatte ich alles im Internet von zu Hause aus gebucht und nirgends gab es die geringsten Probleme damit.

Vogelschwarm in der Abendsonne
Vogelschwarm in der Abendsonne
Vogel Strauss
Vogel Strauss
Blick auf die Etosha Pfanne
Blick auf die Etosha Pfanne
Riesentrappe
Riesentrappe
Gelbschnabeltoko (southern yellow-billed hornbill)
Gelbschnabeltoko (southern yellow-billed hornbill)

Die Route