Namibia

Afrika für Anfänger
05.08.2012

Bei dieser Reise kamen folgende Reiseführer zum Einsatz:

Sehr umfangreicher und vielfültiger Reiseführer der eigentlich alles wissenswerte und auch hilfreiche oder notwendige zum Land enthält. Sehr übersichtlich aufgebaut und mit zusätzlicher Karte.

Ein Reiseführer, der viel über die Natur erzählt. Zu vielen Orten, Pflanzen und Tieren gibt es Erklärungen und Hintergründe. Ideal für den Naturliebhaber.

Anreise

Im Mai 2011 flogen wir von Zürich über Johannesburg nach Windhuk. Direktflüge gäbe es ab Frankfurt, die Anreise dorthin hätte aber ähnlich viel Zeit in Anspruch genommen wie der Umweg über Südafrika.

Windhuk bis Büllsport

In Windhuk am Flughafen nahmen wir einen Hyundai Tucson in Empfang. Auf einen 4x4 hatten wir verzichtet, aber wegen der Schotterstrassen ein Auto mit vernünftiger Federung und Bodenfreiheit gemietet. Der Wagen war ziemlich neu, in sehr gutem Zustand und mit einem neuen Ersatzrad ausgestattet.
Der Flughafen von Windhuk liegt ca. 40 km östlich der Stadt. Für die erste Übernachtung hatten wir ein Zimmer im Hotel/Pension Palmquell reserviert, das am östlichen Stadtrand liegt. Das Hotel ist eine hinter den üblichen hohen Zäunen und Alarmanalgen verschanzte grüne Oase. Wir verbrachten den Rest des Tages übermüdet vom Flug auf einem Liegestuhl im Garten.
Am nächsten Morgen suchten wir einen Supermarkt auf, deckten uns mit einem Zweiwochenvorrat an Wasser und Keksen ein und machten uns auf den Weg Richtung Süden. Die B1 bis Rehoboth ist geteert, von dort bogen wir auf die C24 Richtung Westen. Die Schotterstrassen sind durchweg in sehr gutem Zustand und das Fahren ist angenehm. Es herrscht sehr wenig Verkehr, ausser ein paar LKWs in fragwürdigem Zustand trifft man mehr Eselskarren als private PKWs. An diesem Tag legten wir 275 km bis Büllsport zurück, einer Gästefarm am Rand der Naukluft Berge.

Wanderung bei Büllsport
Wanderung bei Büllsport
Köcherbaum in der Köcherbaumschlucht
Köcherbaum in der Köcherbaumschlucht
Blüten des Köcherbaums
Blüten des Köcherbaums
In der Köcherbaumschlucht
In der Köcherbaumschlucht
Klippspringer auf der Wanderung zum Bogenfels
Klippspringer auf der Wanderung zum Bogenfels

Naukluft Berge

Die Gästefarm hat sehr hübsche Bungalows. Mahlzeiten werden mit den Besitzern zusammen eingenommen, wobei sich die Möglichkeit ergibt, viel über Land und Leute zu erfahren, oder mit den anderen Gästen Tipps und Sehenswürdigkeiten auszutauschen.
Auf der Farm werden Rinder und Pferde gezüchtet und es werden Touren im Jeep oder zu Pferd angeboten. Wir entschieden uns fürs Wandern auf gut beschriebenen Touren in den Naukluft Bergen. Die Startpunkte liegen alle wenige Autominuten von der Farm entfernt. Besonders empfehlenswert ist die Wanderung durch die Köcherbaum Schlucht, auf der man neben wunderschöner Landschaft unter anderem Hartmann Zebras, Klippspringer und Klippschliefer beobachten kann. Wem die ganze Tour mit etwa 7 h und 14 km zu lang ist, kann sich von der Farm aus im Jeep an den höchsten Punkt bringen lassen, und nur den Abstieg durch die Schlucht machen.
Da es nachts rund um die Farm extrem dunkel war, konnte man nach einem kurzen Spaziergang sehr schön den Sternenhimmel beobachten und fotografieren. Allerdings wurde es nach Sonnenuntergang rasch sehr kalt, fast bis an den Gefrierpunkt. Tagsüber konnte man hingegen bei sehr angenehmen 20 - 25 °C kurzärmlig wandern.

Nach drei Nächten in Büllsport fuhren wir Richtung Südosten zur Sossusvlei Lodge, wo wir ebenfalls drei Nächte gebucht hatten. Die Sossusvlei Lodge hat viele einzelnstehende Bungalows, die sehr gut in die Landschaft passen und hübsch dekoriert und ausgestattet sind. Dennoch war diese Lodge eine der touristischsten auf der ganzen Reise.
Wir trafen bereits gegen Mittag dort ein und machten uns zum ersten Mal auf durch das Sesriem Gate, um noch einen Blick auf die Elim-Düne zu werfen, die direkt am Taleingang liegt. Leider muss man bei jeder Einfahrt einen Permit kaufen (2011: ca. 20 CHF pro Auto), daher lohnt es sich, das gesamte Sossusvlei Gebiet an einem oder höchstens zwei Tagen anzuschauen. Die drei Tage die wir zur Verfügung hatten, waren etwas lang. Die Elim Düne gibt mit ihrem roten Sand und weiss-grünen Gräsern einen guten Eindruck davon, was einen im Sossusvlei erwartet, man ist aber vollständig alleine dort. Die Düne ist ausgesprochen belebt mit Echsen, Käfern und Ameisen, an ihrem Fuss Bauen Webervögel grosse Gemeinschaftsnester in die Bäume. In der Rinde eines grossen Kameldornenbaums (eine Akazienart) fanden sich Skinke, Heuschrecken und ein grösserer Gecko, der sich aber nicht für ein Foto ans Tageslicht schubsen lassen wollte.

Büllsport - auf der Wanderung zum Bogenfels
Büllsport - auf der Wanderung zum Bogenfels
Rosenköpfchenpapagei
Rosenköpfchenpapagei
Unterwegs zwischen Büllsport und Sossusvlei
Unterwegs zwischen Büllsport und Sossusvlei
Unterwegs zwischen Büllsport und Sossusvlei
Unterwegs zwischen Büllsport und Sossusvlei
Gemeinschaftsnester von Webervögeln
Gemeinschaftsnester von Webervögeln

 

Sossusvlei

Am folgenden Morgen wurden wir kurz vor Sonnenaufgang von Namib Sky Safaris mit einem Bus abgeholt und in die Wüste gebracht, wo wir zu einer Ballonfahrt starteten. Diese bot, hauptsächlich durch das pastellfarbene Licht und die langen Schatten am Boden ein atemberaubendes Erlebnis. Nach der Landung wurde ein ausgiebiges Sektfrühstück in der Wüste serviert, bevor wir zur Lodge zurückgebracht wurden.
Den Rest des Tages nutzten wir zum zweiten Abstecher Richtung Sossusvlei und schauten den Sesriem Canyon an. Man kann in den Canyon "hinunter" steigen - tatsächlich handelt es sich um nicht allzu viele Meter - und ein wenig darin herum laufen. Viel mehr als eine halbe Stunde benötigt man nicht für diese Sehenswürdigkeit.
Am dritten Tag endlich fuhren wir die 65 km nach Sossusvlei. Wir starteten wiederum recht früh, um die Sonnenaufgangsstimmung unterwegs zu geniessen. Die Strasse bis 5 km vor Sossusvlei ist geteert, die letzten 5 km hingegen sind eine sehr weiche Sandpiste, die nur mit 4x4 Fahrzeugen zu bewältigen ist. Besucher im PKW können hier auf grössere Jeeps umsteigen und sich die letzten Kilometer fahren lassen. Wir entschieden uns fürs Laufen, womit wir ziemlich alleine waren und den einen oder anderen verwunderten Blick ernteten. Tatsächlich waren die 5 km durch den zum Teil sehr weichen, tiefen Sand beschwerlich, aber auch sehr schön und recht einsam. Da es von Januar bis April 2011 in Namibia so viel geregnet hatte wir nur sehr selten, stand im Sossusvlei Wasser. Der blaue See, die roten Dünen und zahlreiche Pflanzen und Gräser boten einen wunderschönen Kontrast.
Hinter dem See lohnt sich eine weitere Anstrengung, um eine Düne zu besteigen und den See und die umliegenden Sandhügel von oben zu betrachten. Ebenfalls lohnend ist der einen guten Kilometer lange Abstecher ins Dead Vlei. Diese Lehmpfanne hat schon sehr lange kein Wasser mehr abbekommen und viele abgestorbene Bäume zusammen mit absoluter Stille verleihen dem Ort etwas unwirkliches, sehr wüstenhaftes. Den Rückweg unternahmen wir wiederum zu Fuss, waren dann aber zu erschöpft, um auf der Rückfahrt noch die berühmte Düne 45 zu besteigen.

Webervogel
Webervogel
Elim Düne am Eingang zum Sossusvlei
Elim Düne am Eingang zum Sossusvlei
Ballonfahrt
Ballonfahrt
Auf dem Weg ins Sossusvlei
Auf dem Weg ins Sossusvlei
Düne auf dem Weg durch das Sossusvlei
Düne auf dem Weg durch das Sossusvlei
Düne auf dem Weg durch das Sossusvlei
Düne auf dem Weg durch das Sossusvlei
Im Sossusvlei ganz hinten
Im Sossusvlei ganz hinten
Toter Baum im Dead Vlei
Toter Baum im Dead Vlei
Sternenhimmel
Sternenhimmel
Morgens unterwegs nach Norden
Morgens unterwegs nach Norden


 

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