Karibik

Segeln in abwechslungsreicher Kulisse
12.05.2013

...Fortsetzung...

Die Inseln

29. 12. 2012: St. Martin
Ausser der Charterbasis in Oyster Pond haben wir nichts von St. Martin gesehen. Oyster Pond ist eine recht hübsche Anlage, sehr gut geschützt gegen die Welle von Westen. Zum Auslaufen bekamen wir einen Lotsen von der Charterbasis. Es gibt ein Fahrwasser mit ein paar Tonnen, mit deren Hilfe und mit einem Blick in die Karte kann man die Einfahrt durchaus auch alleine bewältigen. Nach einem ausführlichen Chart Briefing und der Schiffsübergabe kamen wir erst am frühen Sonntagnachmittag los, mit dem nahen Ziel der Ile Fourche, die zu St. Barths gehört. In der Charterbasis von Oyster Pond kann man ausklarieren. Wir taten dies vorgezogen für den nächsten Tag, da von St. Martin kommend auf St. Barths keine eigenen Zoll- und Einreiseformalitäten nötig sind.

30. Dezember 2012: St. Martin nach Ile de la Fourche
Die Ile Fourche ist ein Naturschutzgebiet, für dessen Besuch man einen Permit benötigt; Das gilt auch wenn man nur zum Schnorcheln wenige Stunden dort vorbei schaut. Diesen Permit kann man in der Charterbasis erhalten, alternativ gibt es welche auf St. Barths in Gustavia. Die kleine, unbewohnte Insel hat im Südwesten eine halbkreisförmige Bucht, gut geschützt gegen Wind und Welle aus Nordost bis Südost. Sie bietet viel Ankerplatz über Sand und darüber hinaus ein durchaus brauchbares Schnorchelrevier, in dem man mit etwas Glück Schildkröten beobachtet.

Barbuda - Ankern in der Low Bay
Barbuda - Ankern in der Low Bay
Barbuda - Strand der Low Bay
Barbuda - Strand der Low Bay
Dinghy auf dem Strand der Low Bay, Barbuda
Dinghy auf dem Strand der Low Bay, Barbuda
Blick auf die Codrington Lagoon, Barbuda
Blick auf die Codrington Lagoon, Barbuda
Fregattvögel-Kolonie auf Barbuda
Fregattvögel-Kolonie auf Barbuda

 

31. Dezember 2012: Nachtschlag nach Antigua
Da wir einen Nachtschlag vor uns hatten, brachen wir nach gemütlichen Baden, Schnorcheln und einem ausgiebigen Mittagessen erst am frühen Nachmittag auf. Silvester stand bevor, und hatten wir kurz erwogen, vor St. Barths zu ankern um Silvester in Gustavia zu feiern. Ein Blick von Weitem auf den Megayacht-Parkplatz vor der Insel überzeugte uns, dass wir richtig entschieden hatten, die Nacht stattdessen auf dem Wasser zu verbringen.

Nahe an den Küsten sieht man vereinzelt grosse Kreuzfahrtschiffe, ansonsten gibt es nachts keinen Schiffsverkehr zwischen den Inseln. Um Mitternacht konnte man am Horizont schwach das Feuerwerk auf den Inseln erkennen. Der Seegang war im Dunkeln etwas gewöhnungsbedürftig, und insgesamt war der Nachtschlag eher anstrengend, da man bei dem Geschaukel in den wachfreien Pausen kaum schlafen konnte.

01. Januar 2013: English Harbour, Antigua
An Neujahr erreichten wir am Vormittag English Harbour auf Antigua. English Harbour ist uns auf St. Martin empfohlen worden, und wir wurden nicht enttäuscht. Die Bucht ist ausgesprochen hübsch und die Anlagen von English Harbour einen Besuch wert. Ausserdem gibt es dort ebenfalls eine Sun Sail Basis, in der wir einen Liegeplatz mit Strom und Wasser bekommen konnten. Ausserdem liessen wir unser Funkgerät austauschen, das über Nacht den Dienst quittiert hatte.

In English Harbour kann man die Besuche von Customs, Immigration und der Port Authority auf engem Raum und mit wenig Zeit erledigen. Es wird ausserdem das eSeaClear System genutzt. Man erhält einen Cruising Permit, der für ganz Antigua und das nördlich gelegene Barbuda gültig ist.

English Harbour bietet wenig Einkaufsmöglichkeiten. Es gibt einen kleinen Laden und eine Bäckerei, ausserdem eine Bar an der man Tüten mit Eis für den Kühlschrank beziehen kann und ein Restaurant. Man kann nach Falmouth Harbour laufen, aber auch dort findet man kaum einen Supermarkt in Fussgängerreichweite.

02. Januar 2013: Nonsuch Bay, Antigua
Am darauffolgenden Tag segelten wir lediglich ein paar Meilen an der Ostküste entlang nach Norden, bis zur Nonsuch Bay. Für die Einfahrt südlich Green Island empfiehlt es sich, einen genauen Blick in die Karte zu werfen. Trotz Windstärke 4-5 aus Ost und einem deutlichen Schwell, der in der Einfahrt stand, erwies sich diese aber als problemlos machbar. Sobald man an der ersten Riffbarriere vorbei ist, kann man in ruhigem Wasser einen Ankerplatz suchen. Wir ankerten die Nacht über südlich von Bird Island und fuhren mit dem Dinghi zum Schnorcheln in den Süden von Green Island (Ricket Harbour).Das Wasser war hier durch den Schwell allerdings recht trüb und unruhig. Die Bucht wird von zahlreichen Kitesurfern genutzt, hinter dem breiten Riff im Osten der Bucht liegt man auch bei starkem Ostwind verhältnismässig ruhig. Bei zu starkem Seegang ist allerdings die Ein- und Ausfahrt nicht mehr empfehlenswert, wovon zwei Wracks auf den Riffen zeugen.

03. & 04. Januar 2013: Low Bay, Barbuda
Wir brachen morgens recht früh auf und segelten an der Ostküste hinauf, mit gehörigem Abstand um die Nordküste Antiguas herum und weiter nach Barbuda. Es wird empfohlen, sich der Südküste Barbudas nur bei gutem Licht mit der Sonne im Rücken zu nähern. Wir hielten auch hier grosszügigen Abstand zu allen Riffen und ankerten schliesslich in der Low Bay an der Westküste, etwas südlich vom Lighthouse Bay Resort. Die Bucht wird von einem 11 Meilen langen, je nach Licht leicht rosafarbenem Sandstrand gesäumt, der unbedingt sehenswert ist. Über die 11 Meilen verteilen sich nur wenige Ankerlieger, und man hat die Bucht fast für sich alleine.

Ein schmaler Damm trennt das Meer von der Codrington Lagoon. Um nach Codrington zu gelangen, wo man ein- oder ausklarieren kann, müsste man das Dinghi über den Damm in die Lagune schleppen. Bequemer ist es, ein Wassertaxi zu ordern. Diese sammelt einen wenige hundert Meter südlich des Lighthouse Bay Resorts auf. Ein Schild zeigt die Stelle und gibt zwei Telefonnummern an, über die man - am besten am Vorabend - eine Abholzeit ausmachen kann. Wir liessen uns am folgenden Morgen zuerst durch die Fregattvogel-Kolonie fahren, die unbedingt sehenswert und weltweit die grösste ihrer Art ist. Danach liessen wir uns in Codrington absetzen um bereits für den folgenden Tag auszuklarieren, da wir bis Nevis segeln wollten und früh aufbrechen mussten. Hierzu muss man in der richtigen Reihenfolge (erst Customs, dann Immigration, am Schluss Port Authority) einmal durch ganz Codrington spazieren. Zuletzt versuchten wir dann noch, unsere Vorräte etwas aufzustocken. Es gibt zwar einen kleinen Laden mit Lebensmitteln, da es sich aber um eine der ärmeren Inseln ohne Kreuzfahrttourismus handelt, benötigt die Menüplanung etwas Kreativität.

Codrington, Barbuda
Codrington, Barbuda
Ansteuern von Charlestown auf Nevis
Ansteuern von Charlestown auf Nevis
St Kitts, Südende
St Kitts, Südende
Marina Port Zante auf St. Kitts
Marina Port Zante auf St. Kitts
St. Kitts, Basseterre - der Teil für die Kreuzfahrer
St. Kitts, Basseterre - der Teil für die Kreuzfahrer

 

05. Januar 2013: Charlestown, Nevis
Da wir knapp 60 Seemeilen bei Tageslicht bewältigen wollten, brachen wir mit Sonnenaufgang um 6:30 Uhr Richtung Südwesten auf. Mit viel Wind und Welle von raumschots war die Strecke gut zu schaffen aber anstrengend, und wir waren froh als wir kurz nach 17:00 Uhr an einer Boje vor Charlstown fest lagen. Der Platz ist nicht attraktiv und das Schiff rollte ziemlich, er erfüllte aber seinen Zweck und nach dem Abendwessen verschwanden alle gegen 20:00 Uhr ins Bett.

06. Januar 2013: St. Kitts, White House Bay
Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Schlauchboot nach Charlestown, um die Formalitäten zu erledigen und mal wieder richtig einzukaufen. Das Customs Office und die Port Authority sind in der Nähe des Anlegers in einem Gebäude zu finden. Es hilft, eine beliebige uniformierte Person zu fragen, die einem dort über den Weg läuft. Diese liefert einen zuverlässig bei den richtigen der vielen unbeschilderten Türen im Gebäude ab und begibt sich auf die Suche, wenn die Büros gerade unbesetzt sind. Wenn man bei Customs angibt, dass man auch St. Kitts besuchen möchte, erhält man einen boat pass, der für beide Inseln gilt. Immigration findet sich etwas entfernt im Ort, an derselben Strasse etwas weiter gibt es aber einen grösseren, gut bestückten Supermarkt. Dessen Besitzer fuhr uns anschliessend unentgeltlich mit den Einkäufen zum Bootsanleger zurück.

Der Kai ist für grössere Schiffe und Fischer gedacht. Erneut einen Uniformierten befragend, erhielten wir die Erlaubnis kurz festzumachen, und konnten für 20 Karibische Dollar die Wassertanks füllen.

Derart ausgestattet verliessen wir den eher unattraktiven Liegeplatz und motorten die paar Meilen bis zur Whitehouse Bay, St. Kitts, wo wir wiederum ankerten und den Rest des Tages schnorchelnd verbrachten.

07. Januar 2013: St. Kitts, Basseterre
Da wir nicht allzu weit mussten, kreuzten wir eine Weile zum Spass zwischen Whitehouse Bay und Basseterre. Beim Wiederanlassen des Motors kam kein Kühlwasser mehr. Wir begutachteten als erstes den Impeller, von welchem tatsächlich bis auf den Gummikorpus nicht mehr viel übrig war. Nach dem Austausch gegen einen Ersatzimpeller war das Problem behoben, und da wir recht früh in Basseterre eintrafen, ergatterten wir einen Liegeplatz in der Marina Port Zante. Die Marina bietet Strom, Wasser, und komfortable sanitäre Anlagen.

In Basseterre wurden wiederum die Formalitäten zuerst erledigt - Ausklarieren für den kommenden Tag. Basseterre wird von einem grösseren Kreuzfahrtterminal gekrönt, in dem sich Customs und Immigration auch für Privatyachten in einem Büro befinden. Die Abfertigung geht sehr effizient von Statten. Basseterre - zumindest der Bereich in Fussgängerreichweite vom Terminal - ist sauber, bunt und etwas kitschig, geprägt von Souvenierläden. Wenn gerade ein grosses Kreuzfahrtschiff angelegt hat, wird es überschwemmt von ähnlich bunten Touristenströmen.

Strominstallation auf St. Kitts
Strominstallation auf St. Kitts
Marina Port Zante
Marina Port Zante
Statia
Statia
Statia, Oranjestad
Statia, Oranjestad
Öltanker in Oranje Baai
Öltanker in Oranje Baai

 

08. Januar 2013: Statia, Oranjestaadt
Hauptsächlich weil wir noch Zeit hatten, fuhren wir am folgenden Tag nach Statia und machten an einer Boje vor Oranjestaadt fest. Der Liegeplatz ist eher unattraktiv, der Spaziergang auf den Berg zum Fort Oranje lohnt sich aber wegen der alten Verteidigunsanlage und wegen der Aussicht über die Bucht.

Auf Statia gelang es uns nicht, ein- und auszuklarieren. Trotz mehrere Anläufe am Abend und am folgenden Morgen, innerhalb und ausserhalb der Bürozeiten, trafen wir niemanden dort an.

09. Januar 2013: Gustavia, St. Barths
Durch das ergebnislose Warten vor dem Zollbüro verschwendeten wir Zeit, die wir lieber in die Segelstrecke nach St. Barths investiert hätten. Vor uns lagen 45 Seemeilen Windstärke 6, Amwindkurs mit ca. 3 m Welle ebenfalls von schräg vorne. Statia umrundeten wir südlich und versuchten, die Passage zwischen Statia und St. Kitts unter Motor hinter uns zu bringen, um nicht zwischen den Inseln durchkreuzen zu müssen. Dabei machten wir nicht viel mehr als 0.5 Knoten über Grund. Unter Segel lief es unruhig aber besser, und wir erreichten kurz vor Sonnenuntergang den Ankerplatz vor Gustavia in der Anse Du Corossol.

Alter Vulkankegel auf Statia
Alter Vulkankegel auf Statia
Yacht in Gustavia, St. Barths
Yacht in Gustavia, St. Barths
Blick auf Gustavia, St. Barths
Blick auf Gustavia, St. Barths
Leguan auf St. Barths
Leguan auf St. Barths
Ankern vor Gustavia
Ankern vor Gustavia

 

10. Januar 2013: Anse Du Colombier
Natürlich mussten wir uns nun doch Gustavia anschauen, das wir an Silvester gemieden hatten. Mit dem Dinghi machten wir in der Marina fest und klarierten ein. Auch hier war das sehr effizient unter Nutzung des eSeaClear Systems zu erledigen. Da wir die folgende Nacht im Norden in der Anse Du Colombier ankern wollten, erstanden wir noch einen Permit zum Ankern in dem Naturschutzgebiet. Diesen gab es neben dem Customs Office in einer kleinen Baracke. Danach spazierten wir etwas durch den Ort und nördlich ein Stück den Hügel hinauf um die Aussicht über die Bucht zu geniessen.

Mit ein paar letzten Einkäufen ausgestattet, fuhren wir am Nachmittag um die Nordspitze von St. Barths herum in die Anse Du Colombier, um ein letztes Mal zu schnorcheln.

11. Januar 2013: Zurück nach Oister Pond, St. Martin
Wiederum mussten wir nicht mehr weit, also liessen wir uns morgens Zeit, bevor wir zum letzten Schlag nach St. Martin zurück aufbrachen. Nachdem wir die nicht besonders gut zu erkennende Einfahrt nach Oister Pond bewältigt hatten, kam ein Bootsmann von Sund Sail an Bord und übernahm das Anlagen für uns.

Die Abgabe des Schiffes verlief wiederum problemlos, wir konnten noch mal an Bord übernachten und fuhren nach einem kleinen Mittagessen in einer Bar in Oister Pond am nächsten Nachmittag mit dem Taxi zum Flughafen.


Die Route