Island

Feuerinsel im hohen Norden
24.03.2007

...Fortsetzung...

Ortschaften

Reykjavík (5A)

An Reykjavík führt fast kein Weg vorbei. Immerhin leben in der Hauptstadt etwa 112'000 der knapp 280'000 Einwohner Islands. Zu Fuß kann man die wesentlichen Punkte der Stadt in einem Tag erwandern. Möchte man Museen besichtigen, empfiehlt sich allerdings ein längerer Aufenthalt. Besichtigenswert ist insbesondere die Hallgrimmskirkja, deren Fassade Basaltsäulen nachempfunden ist. Vom Turm aus hat man einen hervorragenden Blick über die Stadt, die Bucht und auf den Hausberg Esja. Eine ebenfalls gute Aussicht kann man vom Perlan genießen. Die vier riesigen Tanks beinhalten die gesamte Heißwasserversorgung für Reykjavík.

Akureyri (5B)

Akureyri ist die zweitgrößte Stadt. Hübsch ist hier wiederum die Kirche. Sie wurde vom Staatsarchitekten Gudjón Samuelsson entworfen, von dem auch die Hallgrimskirkja in Reykjavík stammt. Sehenswert soll auch der Botanische Garten sein, der einen Überblick über beinahe alle einheimischen Pflanzenarten bietet. Wir haben in Akureyri einen Pause eingelegt, waren im Schwimmbad, im Cafe, im Kino (empfehlenswert, da in skandinavischen Ländern die meisten Filme nicht synchronisiert werden, sondern mit englischem Originalton und Untertiteln laufen) und haben Souvenirs gekauft (Islandpulllover...).

Panorama: Akureyri

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Hveragerdi (5C)

Hveragerdi ist kein Ort zum Besichtigen, aber interessant genug um sich einen kurzen Abstecher von der Hauptstraße zu gönnen. Hveragerdi hat vermutlich mindestens so viele Gewächshäuser wie Wohnhäuser und trägt wesentlich zur Versorgung der Insel mit frischem Obst und Gemüse bei. Tatsächlich ist Island diesbezüglich völlig autark und hat die Kapazitäten noch nicht mal erschöpft. Allerdings sind isländische Tomaten und Gurken nicht gerade ein Geschmackswunder... Die Beheizung der Gewächshäuser erfolgt natürlich mit Heißwasser.

Höfn... eine Warnung (5D)

Höfn hat einen Campingplatz und die einzige Jugendherberge in weitem Umkreis. Es eignet sich als Übernachtungsort wenn man den Sprung vom Myvátn zur Südküste unternimmt, oder andersrum. Darüber hinaus hat Höfn wirklich nichts zu bieten. Vielmehr war es der erste und einzige Ort, an dem uns Island furchtbar trostlos vorkam.

Basalt-Rosette bei Hljódarklettar
Basalt-Rosette bei Hljódarklettar
Karl und Kerling
Karl und Kerling
Ásbyrgi
Ásbyrgi
Blick von der Hallgrimskirkja auf Reykjavík
Blick von der Hallgrimskirkja auf Reykjavík
Hallgrimskirkja
Hallgrimskirkja
Perlan
Perlan
Kirche von Akureyri
Kirche von Akureyri
Gewächshäuser von Hveragerdi
Gewächshäuser von Hveragerdi
Beim Wandern
Beim Wandern
Isländische Schafe sind generell misstrauisch
Isländische Schafe sind generell misstrauisch

Wandern

Zu guter Letzt noch ein paar Worte über die Aktivitäten, die man auf keinen Fall versäumen sollte. Zu jedem Islandurlaub gehört wandern. Nur so kann man das Überwältigende der Natur und die Einsamkeit und Stille gebührend würdigen. Ich kann dazu den deutschen Reiseführer von DuMont aus der Reihe "Richtig Wandern" empfehlen. Die Wanderungen sind recht gut beschrieben und mit zahlreichen Informationen über Geologie, Fauna und Flora versehen. Es gibt allerdings praktisch keine ausgeschilderten Wanderwege. Meist läuft man auf Schafspfaden oder quer durch Feuchtwiesen, über Bülten und Weidezäune. Bülten sind hügelartige, trockene Erhebungen in meist sehr feuchten Wiesen und moorigem Gelände, die durch Ausfrieren im Winter entstehen. Bülten machen das Wandern sehr beschwerlich, da sie dicht aneinander gereiht bis zum Knie oder höher reichen können.

Wollgras
Wollgras
Sumpfige Wiese
Sumpfige Wiese
Ein kleiner Fuchs
Ein kleiner Fuchs
Heisses Bad bei Hveravellir
Heisses Bad bei Hveravellir
Heizkraftwerk am Mývatn
Heizkraftwerk am Mývatn
Blaue Lagune
Blaue Lagune

Baden

Was man auf keinen Fall versäumen darf ist Baden auf Island. Bereits die Schwimmbäder in Ortschaften und Städten haben ihren Reiz: es gibt kein Bad ohne wenigstens ein bis zwei "heiße Töpfe", in denen man sich bei 40 °C und mehr entspannen kann. In den heißen Quellen in freier Natur kann oder darf man nicht baden, meistens stimmt auch die Wassertemperatur nicht. Es gibt aber sehr authentische und stilvolle Kompensationsmöglichkeiten für dieses kleine Manko. Bei Hveravellir wird in der Nähe des Parkplatzes in einem Becken, das wohl mal eine heiße Quelle war, heißes und kaltes Wasser zum Baden gemischt. Eine echte Bereicherung waren die drei gut gelaunten Russen, die es sich darin mit Pfeife und Vodkaflasche gemütlich gemacht hatten. Bei Reykjalíd am Myvátn gibt es einen See neben dem Heizkraftwerk, eine kleine Kopie der Blauen Lagune. Dort kann man ebenfalls baden, zur Zeit noch ohne Eintritt zu bezahlen. Man sollte sich nicht von den Schildern abschrecken lassen, die einen über die aktuelle Wassertemperatur an einigen Stellen informieren (100 °C...). Und den blubbernden, kochenden Strudel am einen Ende des Sees haben wir auch erst hinterher entdeckt. Der Bereich in dem man gefahrlos baden kann, ist eingegrenzt und gut beschildert. Man kann dabei auf einer "Grad-Wanderung" bis in den persönlichen Bereich des Unerträglichen paddeln, oder ganz gemütlich bei kühlen 37 - 38 °C entspannen. Und die Blaue Lagune selbst steht natürlich auch auf dem Programm des durchschnittlichen Islandreisenden. Früher lag der Badesee direkt neben dem glänzenden, dampfenden Kraftwerk. Heute ist er im Zuge des Neubaus der Einrichtung einige hundert Meter abseits und ich fand das frühere Arrangement stilvoller.