Gerätetests
2010-08-31

GPS-Bluetooth-Datenlogger tsi 747pro

Dieser Testbericht entstand mit freundlicher Unterstützung von:

 

Hierfür ganz herzlichen Dank.

 

Transystem ist seit einigen Jahren für ihre GPS-Mäuse und Datenlogger bekannt, die mit dem hervorragenden MTK-Chipsatz ausgestattet sind. Nach dem 747A+ (Testbericht) gibt es nun eine aufgemotzte Version davon. Der neue 747pro arbeitet mit dem gleichen Chipsaz (MTK MT3329) wie der A+. Auch der Speicher ist mit 125000 Punkten gleich geblieben. Neu gegenüber dem 747A+ ist die Integration eines Vibrationssensors sowie eines Piezo-Piepsers. AGPS bliebt erhalten, ebenso die mitgelieferte Software GPS Photo Tagger.

 

Lieferumfang

Der Lieferumfang des 747pro umfasst das, was mitlerweile Standard geworden scheint. Das Gerät, ein Akku, ein USB-Kabel, eine CD, ein Autosteckdosenladegerät sowie ein Handbuch. Letzteres ist mehrsprachig und auch die Sprache Deutsch ist vorhanden.

Nicht mehr üblich scheint ein Netzteil, vermutlich weil man hier länderspezifisch andere Stecker bräuchte. Schade.

Die CD enthält Treiber (Windows), die Software locr (1 Monat kostenloser Zugang ist dabei) für verschiedene Systeme, die Software GPS Photo Tagger sowie GPSView. Ausserdem noch eine etwas ausführlichere Bedienungsanleitung als pdf in diversen Sprachen, auch aucf deutsch.

Alles soweit gleich wie beim 747A+.

 

Bedienung

Auch hier vertraut Transystem auf bewährtes. Das Gehäuse hat sich nur in der Farbe geändert, die Bedienung entsprechend überhaupt nicht. Während der 747 silbern war, der 747A+ schwarz ist der 747pro nun metallic-blau. Eine weitere Miniaturisierung wie sie bei den wintec-Geräten zumindest versucht wird, scheint Transystem nicht weiter zu verfolgen. Immerhin ist seit Jahren der Akku - der eine angenehm grosse Leistung hat und einen Grossteil der Gehäusedimensionen vorgibt - baugleich.

Wie gehabt gibt es einen Schiebeschalter mit den Stellungen OFF, NAV und LOG. OFF ist selbsterklärend, bei NAV dient der Logger als GPS-Maus die dich selbst in einen Schlafzustand schaltet, wenn 2 Minuten keine Bluetooth-Verbindung besteht, jedoch wieder "aufwacht" sobald verbunden wird.

In der Stellung "LOG" zeichnet das Gerät Daten auf und akzeptiert Bluetooth-Verbindungen.

 

Vibrationssensor

Neu ist der Vibrationssensor. Eine Funktion, die viel neuen Logger haben. Und bei allen ist sowohl Funktion als auch Funktionalität ähnlich. Das Gerät schaltet in einen Schlafzustand, wenn es längere Zeit nicht bewegt wird. Die Funktion wird über einen kleinen Sensor erreicht in der eine Kugel Kontakte schliesst bzw. öffnet. Diese Art Sensor ist günstig und braucht keinen Strom, erfasst aber keine Beschleunigungen oder feine Bewegungen. Entsprechend ist bei der Nutzung des Vibrationssensors ein wenig Vorsicht geboten um ungewolltes Abschalten zu verhindern. Für Fussgänger und Radfahrer ist die Empfindlichkeit in aller Regel ausreichend, bei Auto und anderen Fortbewegungsmitteln kommt es leicht zu einem ungewollten Abschalten oder das Gerät schaltet bei Bewegung nicht mehr ein. Dies hängt von der Intensität der Bewegung und auch von der räumlichen Lage des Loggers ab.

Wanderer und Radler profitieren natürlich durch den Sensor da jegliche Pausen und Übernachtungen "ausgeblendet" werden. Man kann das Gerät also einfach längere Zeit eingeschaltet lassen.

Hält man den Logger ans Ohr und schüttelt ihn, hört man den Sensor fein klappern.

 

Piezo-Piepser

Ebenfalls neu ist der Piezo-Piepser. Beim Einschalten piepst der Logger einmal, bei erfolgreichem GPS-Fix piepst er zweimal und wenn man per Druck auf die Taste auf der Oberseite einen manuellen "Wegpunkt" setzt, piepst der Logger dreimal.

Die Akustische Rückmeldung einzelner Stati ist ganz nett, aber man hätte wohl mehr daraus machen können. So z.B. ein Signal wenn man eine bestimmte Geschwindigkeit überschreitet. Oder eine bestimmte Wegstrecke zurückgelegt hat. Oder wenn man sich einem oder mehrern definierten Punkten nähert. Leider nein. So ist es nett, wirkt aber etwas nach dem Prinzip: "Was könnten wir denn noch einfaches in den Logger integrieren?". Richtig wertvoll ist diese Funktion nicht.

 

Log-Modi

Wie die Vorgängermodelle lässt sich auch der 747pro sehr detailliert programmieren. Die Software GPS Photo Logger stellt Aufzeichnungsintervalle gesteuert durch Zeit, zurückgelegte Strecke und Geschwindigkeit zur Verfügung wobei die Modi auch kombiniert werden können. Z.B. Alle 10 m, aber auch alle 60 Sekunden, wenn man sich über 5 km bewegt. Welche Daten aufgezeichnet werden sollen, ob also zusätzlich zur Position und Höhe noch Informationen zu den empfangenen Satelliten geloggt werden sollen, kann nicht mit der mitgelieferten Software eingestellt werden. Für die meisten Benutzer ist dies auch nicht notwendig. Für die Detailverliebten, Bastler und Spezialisten funktioniert der Logger auch mit der freien Software BT747.

 

Speicher

Der Speicher ist mit 125000 Punkten gross, aber nicht riesig. Für die meisten Nutzer und Zwecke wird es ausreichen. Technisch fällt der Logger mit dem internen Speicher, der seriell-zu-USB Schnittstelle und somit der Tatsache, dass er nicht direkt als USB-Massenspeicher erkannt wird ab. Für die vorige Generation war das ok, mittlerweile wünscht man sich eine Speicherkarte, direktes Speichern von z.B: GPX-Files und den direkten Zugriff auf diese Daten nach Einstecken am USB.

Der Logger ist also nicht wenig gut ausgestattet wie der grossartige Vorgänger, er hat nur eine Entwicklungsstufe nicht mitgemacht die die Konkurrenz wie Wintec mit dem WBT-202 vollzogen hat.

 

Bluetooth

Über Bluetooth war problemlos ein Kontakt mit dem Laptop möglich, die Reichweite entspricht den typischen 10-15 Metern. Interessanterweise liesse sich mit der Software GPS Photo Tagger keine Verbindung über Bluetooth mit dem Logger aufbauen, wohl aber mit allen anderen Programmen. Offensichtlich ist die Idee von transystem, dass man Konfiguration und Auslesen der Daten über das Kabel erledigt. Immerhin wird so der Logger auch gleich aufgeladen.

 

Empfang

In Sachen Empfang ist kein Unterschied zum 747A+ zu erwarten und auch nicht zu bemerken.

Der Logger (und auch die Software GPS Photo Tagger) unterstützt AGPS. Hierbei werden vorausberechnete Satellitenpositionen auf den Logger geladen und somit die Zeit bis zur ersten gültigen Position verkürzt. In der Praxis dürften die meisten Anwender die Funktion nicht viel nutzen da man daran denken muss die Daten zu aktualisieren und diese dann für 1 Woche gültig sind.

Hat man aber gültige Daten auf dem Gerät gibt es Unterschiede:

  Ohne AGPS-Daten Mit AGPS-Daten
Hot-Start < 2 s < 2 s
Warm-Start ca. 35 s < 2s
Kalt-Start ca. 35 s ca. 12 s

Hot-Start entspricht kurzem Ausschalten oder kurzzeitiger Verlust des Signals in einem Tunnel etc.
Warm-Start entspricht einem Ausschalten bis ca. 4 Stunden.
Kalt-Start ent spricht längerem Ausschalten des Geräts.

Die Unterschiede in den Zeiten sind riesig, wenngleich in der Praxis selten von Bedeutung.

 

Akkulaufzeit

Der Akku ist bauglich wie der der Vorgängermodelle (1000 mAh wenn meine Infos stimmen). Damit erreicht der Logger auch exakt die gleichen Laufzeiten wie der 747A+. Im Test also beispielsweise 27.5 h bei einem Aufzeichnungsintervall von 1 Sekunde.

 

Fazit

Der Logger ist sehr gut, er bringt nette Ergänzungen gegenüber dem 747A+, unterscheidet sich aber GPS-technisch nicht und setzt keine neuen Massstäbe. Preislich günstiger als der teure Wintec WBT-202 aber "in der Peripherie" technisch eine Generation zurück. Bezüglich GPS-Empfang spielt der Logger nach wie vor in der ersten Liga und gehört zum besten was es gibt. Die Gerätegrösse ist ok, hat den Vorteil, dass ein starker und austauschbarer Akku integriert ist. Die ZUsatzfeatures wie Piezop und Vibrationssensor sind ok, der Sensor kann sogar richtig nützlich sein. Nach wie vor verdient der Logger eine Empfehlung vor allem für Wanderer oder Radfahrer, natürlich auch für Geotagging und um Strassen für das openstreetmap-Projekt zu kartographieren.

In einem Satz zusammengefasst:
Der 747pro ist ein 747A+ mit zusätzlichem Vibrationssensor und PiezoPiepser.

Es gibt ihn hier.

Herzlicher Dank fürs zur Verfügung stellen des Loggers geht nochmals an: