GPS-Bluetooth-Datenlogger Columbus V-900
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Der Columbus V-900 ist jetzt nicht ganz neu, ich habe ihn aber für mich neu entdeckt, deswegen der Test.
Als mir bekannter einziger GPC-Datenlogger zeichnet er sich durch ein eingebautes Mikrofon und die Möglichkeit aus, Sprachaufzeichnungen einer GPS-Position zuzordnen, er bietet also sozusagen das Geotagging von Audionotizen.
Der V-900 verwendet den MTK-Chipsatz wie wir ihn aus der iblue-Serie kennen, was eigentlich sehr gute GPS-Leistungen erwarten lässt. Das Gerät hat keinen internen Speicher, unterstützt aber micoSD-Karten bis 2 GB was ihm erlaubt, 25 Millionen Datenpunkte zu speichern. Das ist zu jeder Zeit ausreichend.
Lieferumfang und erster Eindruck
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Der Lieferumfang des V-900 ist beachtlich. Neben dem Logger selbst, der einen fest eingebauten Akku (1000 mAh) enthält, werden Ladegeräte für die Steckdose sowie fürs Auto mitgeliefert. Ausserdem dabei ist ein Tragerienem, ein Schutztäschchen, ein USB-Ladekabel (nicht voll beschaltet, nur zum Laden), sowie ein Speicherkartenleser, eine CD, Anleitung auf Papier (englisch) sowie Garantiekarte und Konformitätserklärungen. Verwunderlich: Es wird keine Speicherkarte mitgeliefert. Und ohne Speicherkarte ist der Logger kein Logger, das Gerät ist also so wie geliefert nicht voll funktionstüchtig. Eine Recherche im internet hat ergeben, dass bei manchen Lieferanten eine Speicherkarte mitgeliefert wird, man sollte hier also aufpassen, was als Lieferumfang angegeben wird.
Ebenfnalls
verblüfft hat mich die Tatsache, dass keine Datenkabel aber ein Speicherkartenleser mitgeliefert wird. Doch dazu später mehr.
Auf der CD befinden sich hübsche Fotos des Geräts, die gedruckte Anleitung nochmals im pdf-Format, die Software TimeAlbum sowie ein paar allgemeine GPS-Tools.
Edle Aufmachung
Der erste optische und haptische Eindruck des Geräts ist durchwegs positiv. Neben dem hübschen znex MiniHomer ist das der schickste GPS-Logger, den ich kenne. Das Gerät wirkt gut verarbeitet und die metallene Rückseite wirkt edel (wenn auch fingerabdruckgefährdet). Eine Erinnerung an Apples i...-Geräte ist wohl nicht ganz zufällig. Der Logger ist recht klein, wenngleich flächenmässig grösser als die meisten anderen Logger. Dafür ist er deutlich flacher als alle anderen Logger, die ich in letzter Zeit in den Fingern hatte. Das Gerät eignet sich so sehr gut für jegliche Taschen.
Bedienung
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Die Bedienung ist ziemlich einfach. An der Stirnseite findet man, neben dem USB-Stecker zum Aufladen, einen kleinen Einschalter. Drückt man diesen für ca. 3 Sekunden antwortet das Gerät mit zwei kurzen Pieptönen und schaltet sich ein. Man sieht nun oben links in grün (oder rot, falls sich der Akku dem Ende neigt) eine LED, ausserdem leuchtet die orangefarbene LED mit dem Füllfederhalter, die grüne LED mit dem Satellitensymbol und es blinkt die blaue LED mit dem Bluetooth-Symbol. Stellt man nun eine Bluetooth-Verbindung her, leuchtet die blaue LED permanent. Hat man hingegen 15 Minuten lang keine Verbindung aufgebaut, schaltet das Bluetooth-Modul ab.
Sobald der Logger eine gültige GPS-Position hat, hört man eine kurze Tonfolge und die grüne LED wechselt zu einem Blinken. Auch wird das Leuchten der orangefarbenen LED dann immer wieder kurz unterbrochen, was anzeigt, dass Daten aufgezeichnet werden. Kurzes Drücken des Ein/Ausschalters deaktiviert das Loggen. Kurzes Drücken der Taste mit dem Fähnchen-Symbol auf der Vorderseite speichert einen manuellen Wegpunkt, längeres Drücken startet einen neuen Track.
Ton läuft!
Was den Logger im wesentlichen von anderen Geräten unterscheidet ist die Aufnahmefunktion für Ton. Hierzu ist ein Mikrofon eingebaut. Drückt man nun ca. 2 Sekunden lang auf die Aufnahmetaste oben an der Seite des Geräts, wechselt die Farbe der Power-LED auf rot, das Gerät piept kurz und ist bereit, eine Tonaufzeichnung auszuführen. Beendet wird die Aufzeichnung durch Loslassen der Taste. Der Logger speichert dann die Tondaten mit einer Referenz an die Position, an der man die Taste wieder losgelassen hat. Wer also ganze Romane aufspricht sollte dies berücksichtigen.
Spione aufgepasst
Der Logger hat neben dem normalen Modus noch einen Spy-Tracking-Mode.
Dieser Modus schaltet den Logger im Abstand von einer per Software wählbaren Zeit zwischen 10 und 100 Minuten ein (mit LEDs), zeichnet einige Sekunden die Position auf und schaltet wieder ab. Auf diese Weise reicht der Akku bis zu einem Monat, man hat aber nur bruchstückartige Positionsinfos. Gewarnt sei, wer die Funktion für Zwecke einsetzen will die der Name suggeriert: In vielen Ländern ist es nicht erlaubt ohne das Wissen der "Zielperson" derartige Überwachungen durchzuführen.
Empfang
Nachdem der V-900 nicht mehr ganz neu ist, beherbergt er auch nicht die allerneueste GPS-Technik. Dennoch kennt und erwartet man vom verwendeten MTK-Chip hervorragende Resultate in Sachen GPS-Empfang. Bei guten Empfangsbedingungen sind die gemessenen Startzeiten für Heiss-, Warm- und Kaltstart mit unter 2 Sekunden bzw. 35 bis etwa 40 Sekunden absolut im üblichen Rahmen.
Auch unter eher schlechten Empfangsbedingungen z.B. im Kofferraum eines Autos zeigte der Logger keine auffälligen Probleme mit der Position. Dies scheint aber nur zu gelten solange die Antenne, also die schwarze Seite des Gerätes, schön nach oben zeigt.
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Als extrem enttäuschend hat die die Qualität der aufgezeichneten Tracks herausgestellt, wenn man den Logger in eine Rückentasche eines Bike-Shirts steckt. Im direkten Vergleich mit einem WBT-202, ebenfalls in der Tasche konnte der Logger nicht überzeugen. Es traten regelmässig Abweichungen (rot) bis über 30 m gegenüber dem Vergleichsgerät und gegenüber einem am Lenker montierten Oregon 400t (grün) auf. Da diese Abweichung stärker richtungsabhängig war als - wegen der Positionierung in der Tasche - durch die Signalabschattung des Körpers zu erklären ist, vermute ich mal, dass die metallene Unterseite mit den seitlich hochgezogenen Rändern des Loggers für den schlechten Empfang verantwortlich ist. So schön die glänzende Rückseite ist, sie scheint für die Empfangsqualität nicht zuträglich zu sein.
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Nebensthende Grafik zeigt einen Vergleich der Signalstärken zwischen dem Columbus V-900 (links) und dem i-blue 747 (rechts). Beide Geräte haben den gleichen Chipsatz und die Signalstärke wurde einmal normal liegend auf ebener Fläche und einmal mit dem Gerät umgedreht liegend (kopfüber) gemessen. Bereits in normaler Lage ist das Signal beim Columbus wesentlich schwächer und es werden überhaupt weniger Satelliten gesehen. Umgedreht ist der Effekt deutlich stärker und der Columbus hat Mühe, überhaupt eine gültige Position zu erhalten. Es scheint fast, also wäre beim Columbus wohl irgendetwas nicht optimal ausgelegt worden.
Auslesen der Daten und Software
Ist man wieder zuhause, möchte man seine Daten natürlich auch auslesen. Spätestens hier fällt auf, dass der USB-Anschluss am Gerät nur zum laden, nicht aber zur Datenübertragung dient. Warum das so ist, weiss vermutlich bestenfalls der Hersteller, ich finde es keine glückliche Lösung. Gleichzeitig erklärt das jedoch auch den kleinen microSD-Kartenleser im Lieferumfang. Man liest die Daten also nicht aus dem Gerät aus, sondern aus der Karte. Der Logger macht sich übrigens akustisch bemerkbar, wenn man die Karte entfernt.
Die Daten werden nun mit dem mitgelieferten Programm TimeAlbum ausgelesen. Das Programm läuft unter Java, ist also mit verschiedenen Betriebssystemen kompatibel, braucht aber natürlich immer die Java-Installation (mit auf der CD).
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Die Software selbst ist nicht gewaltig, macht aber in etwa was sie soll. Man kann die Daten des Gerätes importieren (gespeichert werden .csv-Dateien), Fotos oder Audiodateien hinzufügen und anhand der Aufnahmezeit dem Track zuordnen lassen. Es ist sogar möglich, eine Zeitverschiebung der Kamerauhr zu berücksichtigen. Weiterhin lässt sich ein Report (Text) mit einigen statistischen Angaben zum Track generieren und man natürlich die Daten exportieren in den Formaten kmz, gpx, nmea und ViewNX (Nikon), bei kmz auch inklusive der Fotos zur Ansicht des ganzen in Google Earth. Der Export kann auch unter Options beeinflusst werden und so unter anderem die Anzahl der Punkte auf Basis der Zeit oder Strecke reduziert werden.
Schliesslich erlaubt das Tool ein einfaches Konfigurieren des Loggers. Man hat die Wahl zwischen Standard und Professional-Modus. In letzterem werden ein paar mehr NMEA-Daten aufgezeichnet (Standard: Datum, Uhrzeit, Breite, Länge, Höhe, Geschwindigkeit, Richtung und Audiofile; Professional: zusätzlich Positionsmodus-2D/3D, Typ sowie PDOP, HDOP und VDOP).
Ausserdem kann man die Geschwindigkeit einstellen ob der eine akustische Warnung abgegeben werden soll und man kann den Spy-Mode-Timer konfigurieren.
Integration in die OSM-Software JOSM
Wer bei OpenStreeMap (OSM) aktiv ist wird sich über das Plugin freuen, das es für den Columbus V-900 gibt. Dieses erlaubt in JOSM direkt das Einlesen der CSV-Files und platziert auf der Karte für jede aufgenommene Audiodatei ein anklickbares Symbol. Auf diese Weise kann man unterwegs elegant Sprachnotizen machen, die direkt an der entsprechenden auf der karte abspielbar sind. Ich habe so auf Bike-Touren die Beschaffenheit von Wegen "notiert" da mir die Digicam zu gross war zum mitnehmen. Schade ist hierbei der oben beschriebene relative schlechte Empfang des Loggers.
Akkulaufzeit
Hier gibt sich der V-900 unspektakulär und nicht übel. In der Messung belief sich die Laufzeit auf 21.5 Stunden, geloggt wird jede Sekunde, das ist auch nicht konfigurierbar. Das Laden des Akkus dauert am USB-Port etwa 3.5 h, was durchaus ebenfalls ein normaler Wert ist.
Fazit
Der Columbus V-900 macht einen recht zwiespältigen Eindruck. Auf der einen Seite glänzt er (im wahrsten Sinne) durch sein schickes Aussehen und die wohl einmalige Funktionalität der Sprachaufzeichnung. Auf der anderen Seite enttäucht er durch den recht mässigen Empfang und die Eigenart, keine eigene USB-Konnektivität aufzuweisen und zwingt einen so, die Speicherkarte immer ausserhalb des Loggers auszulesen.
Irgendwo dazwischen ist ein Logger der nicht schlecht ist, seinen Zweck erfüllt aber eben nicht - oder heute nicht mehr - in die Spitzenliga aufrücken kann. Wer etwas zur Unterstützung seiner Kartierarbeiten in OSM sucht, sollte einen Blick darauf werfen. Preislich bewegt sich der Logger mit typischerweise über 100 Euro (mit Speicherkarte) jedoch deutlich über dem, was vergleichbare Geräte kosten.





