Gerätetests
2010-12-04

Garmin Chirp - Geocaching Funkbake

Eigentlich ist es ja kein richtiges Gerät. Dann aber doch und interessant ist es allemal.

Geocaching ist mittlerweile ein sehr verbreitetes Hobby oder auch "nur" eine Freizeitbeschäftigung. Klar, dass verschiedene Hersteller hier mitmischen wollen. Garmin verbaut seit einiger Zeit in vielen neueren Geräten die ANT+-Technologie(englisch), as soetwas wie Bluetooth für Nichtcomputer ist, aber keine sehr hohen Datenübertragungsraten erlaubt. Es wurde aber nicht von Garmin entwickelt exlusiv benutzt sondern wird auch von diversen Herstellern eingesetzt. Garmin hat nun eine nette Anwendung für das System gefunden.

Der Chirp ist ein kleiner Antwortsender der, sobald er von einem kompatiblen GPS-Gerät angefunkt wird eine Antwort sendet. Dioese Antwort besteht aus einem Namen, einem Hinweis und neuen Koordinaten wobei alles optional ist. Er soll also neue Möglichkeiten für kreative Geocache-Leger ermöglichen. Speziell für Multi-Stage-Caches gibt es sicher eine ganze Reihe Ideen.

 

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist schnell aufgezählt. Die Verpackung enthält den Chirp selbst, eine Batterie (CR-2032), ein selbstklebendes Klett-/Flauschband zur Befestigung sowie ein mehrsprachige Anleitung. (Das 1-Frankenstück ist nicht im Lieferumfang und nur zum Grössenvergleich).

Der Chirp ist wasserdicht (vermutlich IPX7) ein untertauchen in Wasser ist laut Anleitung jedoch nicht erwünscht. Der Batteriedeckel wird jedenfalls mit einem O-Ring abgedichtet.

Nach dem Einlegen der Batterie ist der Chirp aktiv. Die Batterie soll ca. 1 Jahr halten und der Chirp meldet an kompatible Garmin-Geräte auch, wenn die Batterie ihr Lebensende erreicht.

Zum Chirp kompatible Geräte sind das Oregon 550(t), 450(t), Dakota 20 und GPSMAP 78(s,sc) und 62(s,st) (Stand Dezember 2010).

Für diese Geräte gibt es teilweise eine neue Firmware die den hirp mit Softwarefunktionen unterstützt. Bringt man nun ein Gerät mit aktivierter Chirp-Erkennung (was vermutlich etwas mehr Strom verbraucht als ohne) in die Nähe des hirp, meldet das Gerät die Erkennung und fordert die auf dem Chirp gespeicherten Daten an. Die Reichweite beträgt etwa die angegebenen 10 m wobei einzelne Wände kein Problem darstellen. Es fällt auf, dass die Erkennung eine Weile dauert, möglicherweise sendet dsa GPS nur alle paar Sekunden ein Aktivierungssignal. Ich könnte mir also vorstellen, dass man bei raschem gehen einem Chirp "entgehen" kann.

Die Programmierung des Chirp, also das Eintragen der Informationen, geschieht direkt vom GPS-Gerät aus. Verschiedentlich ist im Internet von einem Passwort-Schutz des hirp die Rede oder von der Tatsache, dass man nur mit dem Gerät, mit dem auch programmiert wurde den Chirp umprogrammieren oder löschen kann. Welche Variante nun korrekt ist, kann ich mangels mehreren kompatiblen GPS nicht ausprobieren. Da ich jedoch beim Programmieren und auch sonst nirgendwo ein Passwort entdecken konnte, gehe ich davon aus, dass der Chirp nur von dem Gerät geändert oder neu programmiert werden kann mit dem auch die Erstprogrammierung durchgeführt wurde. Das bedeutet, ein programmierter Chirp ist auf Gedeih und Verderb einem GPS-Gerät zugeordnet. Geht dieses kaputt oder verloren sind auch die zugehörigen Chirps nicht mehr veränderbar.

 

Das Einrichtung und Auslesen des Chirp auf dem GPS-Gerät ist denkbar einfach.
Sobald man die Chirp-Erkennung im Untermenü Geocaches mit Chirp-Suche aktiviert hat und sich in der Nähe eines Chirp befindet, wird der Chirp erkannt. Die deutsche Übersetzung für "Ein" ist in der aktuellen Firmware etwas holprig mit "auf" übersetzt. Bereits in der Vergangenheit hat Garmin nicht gerade mit hochqualitativen Übersetzungen in den Geräten geglänzt.

Findet das GPS-Gerät nun einen leeren Chirp, wird nachgefragt, ob er programmiert werden soll (Bild links) . Man kann dem Chirp nun einen Namen gebe (z.B. SCHATZ), eine nachricht hinterlassen (49 Zeichen) und einen Wegpunkt oder Geocache-Koordinaten.
Jede der drei Informationen kann getrennt programmiert werden. Danach ist der Chirp einsatzbereit.

Erkennt das GPS-Gerät einen programmierten Chirp, wird dessen Name angezeigt und es werden die Daten heruntergeladen (Bild oben mitte). Die Detaildaten können anschliessend angezeigt werden (Bild oben rechts) und falls auf dem Chirp ein neuer Wegpunkt programmiert wurde, kann dieser direkt als neues Ziel verwendet werden.

Die Seite geocaching.com , welches vermutlich die bekannteste Geocaching-Seite ist, scheint die Verwendung der Chirps abgesegnet zu haben solange auch einen andere Möglichkeit besteht, den Cache zu finden.
Es gibt sogar ein besonderes Icon für Caches die Chirp einsetzen.

 

Fazit

Der Garmin Chirp funktioniert gut und macht was er soll. Die Bedienung ist einfach.

Die Verwendung der ANT+-Technologie, die Garmin in viele neue Geräte einbaut, um eine Antwortbake für Geocacher zu erstellen ist eine nette Idee. Sicherlich wird es zahlreiche tolle Caches mit diesem Gimmick geben. Etwas unglücklich ist natürlich, dass die Chirps Garmin-spezifisch sind. Es gibt also viele Geocacher, die die Chirps nicht werden nutzen können. Aber wenigstens ist die ANT+-Technik als solches nicht proprietär und möglicherweise werden die Chirps ja irgendwann "allgemeingut".