Gerätetests
2005-05-10

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Garmin GPSmap60CS

Batterielaufzeit

Die Stunde der Wahrheit, denn es war zu vermuten, dass ein schnellerer Prozessor und ein Farbdisplay keine Glanzleistungen bei der Batterielaufzeit erwarten lassen. Garmins Angabe mit typischen 20 Stunden für den GPSmap60CS und 30 Stunden für den GPSmap60C schienen maßlos übertrieben.

Also: Neue Batterien (Alkaline electric power; 4,99 € für 10 Stück, also wirklich nichts Spezielles) ins Gerät reingepackt, das Gerät (im Stromsparmodus) aufs Fensterbrett mit dem mittelmäßigen Empfang gelegt, wobei die Temperatur mit ca. 10 °C diesmal relativ batteriefreundlich war. Den PC mit VisualGPS mit aktiviertem Logfile gestartet um die NMEA-Daten mit Uhrzeit aufzuzeichnen und abwarten...

Nach 20 Stunden konnte ich es kaum glauben, denn ich habe noch immer gewartet. Nach 26 Stunden hat das Gerät dann endlich aufgegeben. Das sind Laufzeiten, die ich nicht einmal beim beim gelben etrex gesehen habe.

Eigentlich kann das auch gar nicht sein, zumal Garmin bei Ihren "typische Batterielaufzeiten" bisher niemals untertrieben hat. Ich erkläre mir das so: Das Gerät besitzt, ähnlich wie die Palms, die Möglichkeit den Prozessor runterzufahren. Auf diese Weise würde nur der Empfangsteil und das Display normal laufen, der Prozessor wäre aber im Schlafmodus, der Hauptstromverbraucher wäre nahezu inaktiv. Dieser arbeitet nur, wenn die Displayansicht aktualisiert werden muss.

Das würde auf der anderen Seite bedeuten, dass bei diesen neuen Geräten die Lebensdauer sehr stark davon abhängt, wie fleissig man auf den Tasten herumdrückt. Ständiges Zoomen und Verschieben der Karte wird also die Batterien vermutlich schneller leeren. Gute Nachrichten für alle, die den GPS bei Wanderungen "mitlaufen" lassen um Tracks aufzuzeichnen.

 

Bedienung

Als erster fällt auf: Das Gerät hat mehr Tasten. Das ist natürlich kein Nachteil, da so mehr Funktionen ohne Doppelbelegungen unterzubringen sind. Die Einschalt-Taste, die wie gewohnt bei kurzem Drücken die Beleuchtung ein-, um- und ausschaltet (um, weil eine reduzierte Helligkeitsstufe eingestellt werden kann) befindet sich oben neben der Antenne. Die anderen 9 Tasten sind beleuchtet, wobei die mittlere große Taste der bekannte "Rocker" ist, also eine Art Cursortaste mit vier Richtungen.

Die Tasten sind weitestgehend selbsterklärend. Die IN und OUT Tasten dienen aussschliesslich zum Zoomen in der Karte, der "Rocker" dient zum Verschieben des Cursors in der Kartenansicht. Dies muss netterweise nicht zuerst über eine Funktion "Karte verschieben" wie beim etrex vista angewählt werden, sondern beim Drücken der Wipptaste in eine Richtung erscheint der Cursor sofort. Weiterhin wird mit der zentralen Wipptaste der Cursor in allen Menüs bewegt. Die Taste FIND ruft ein Suchmenu auf, das je nachdem, was für Kartendaten geladen sind, eine unterschiedliche Auswahloptionen enthält.
Bei der FIND-Funktion für Wegpunkte und geladenen Punkten auf Karten gibt es verschiedene Möglichkeiten der Suche: Nächstgelegene, nach Namen und sehr praktisch, zuletzt gefundene Punkte.

Links: Anzeigen von Wegpunkten in der Nähe; Mitte: Suchen von Wegpunkten nach Namen; Rechts: Zuletzt gefundene Wegpunkte anzeigen
Anzeigen von Wegpunkten in der Nähe Suchen von Wegpunkten nach Namen Zuletzt gefundene Wegpunkte anzeigen

Mit PAGE und QUIT können die verschiedenen Ansichten vorwärts und rückwärts durchgeschaltet werden, wobei frei gewählt werden kann, zwischen welchen Ansichten und in welcher Reihenfolge gewechselt wird. Die Taste QUIT bringt einen in Menüs immer eine Stufe zurück, langer Druck auf die Taste PAGE schaltet den Magnetkompass (Fluxgate) ein, der bekanntermaßen nicht gerade zimperlich beim Stromverbrauch ist. Auch ist schade, dass der Kompass noch immer kein 3-Achsen-Kompass ist, wie bei den Magellan-Geräten, wo es keine Rolle spielt, wie man das Gerät hält.

Mit der Taste MARK wird ein Wegpunkt markiert, eine Mann-über-Bord-Funktion gibt es auch, diese wird aber durch längeres Drücken auf die FIND-Taste aktiviert. Sehr zur Freude von Geocachern läßt sich beim Speichern eines Wegpunktes eine Mittelwertbildung über eine frei wählbare Zeit aktivieren. Damit kann die Genauigkeit der Position des Punktes erhöht werden.

Die Taste ENTR schliesslich dient als Eingabetaste und zur Bestätigung von Hinweisen.

 

Funktionsumfang

Ein paar Funktionen wurden schon bei der Bedienung erwähnt, insgesamt wird man vom Funktionsumfang des Gerätes fast erschlagen. Alle Funktionen sind sehr intuitiv zu bedienen, das Handbuch ist beinahe unötig. Man entdeckt jedoch bei der Fülle an Funktionen immer wieder neue Möglichkeiten.

Im Bild (rechts) das Hauptmenü mit der Auswahl der Grundfunktionen. Nett und platzsparend gelöst ist die Anzeige der Menübezeichnung in der Statusleiste oben, die nach wenigen Sekunden ohne Tastendruck zur Statusanzeige zurückwechselt. Das rechte Bild zeigt das Einstellungen-Menü. Man beachte den Rollbalken auf der rechten Seite, der zu weiteren Einstellmöglichkeiten führt. Unten verbergen sich noch Sensorkalibrierung, Höhenmesser-Einstellung und Begrüßungsbildschirm.

 

Konfigurationsoptionen

Ganz "kurz" zu den Einstellmöglichkeiten:

Bei "System" wird die Sprache, Batterietyp, Empfang (Batteriespar, normal, WAAS/EGNOS) und das Verhalten beim Trennen der externen Stromversorgung ausgewählt. Speziell diese Funktion ist praktisch, da man selbst entscheiden kann, ob z.B. bei Stromversorgung über den Zigarettenanzünder beim Abschalten der externen Stromversorgung der GPS mit Batterien weiterlaufen oder abschalten soll.

Bei "Anzeige" wird das Displayfarbschema gewählt und die Beleuchtungsdauer und Helligkeit eingestellt.

Die Option "Schnittstelle" dient zur Konfiguration der seriellen Schnittstelle. Hier stehen die üblichen Formate (Garmin, NMEA, RTCm, Text) zur Verfügung. Die USB-Schnittstelle kann nicht konfiguriert werden.

Bei "Töne" kann für verschiedene Meldungen je eines von 19 verschiedenen Tonsignalen ausgewählt werden. So z.B. für die Abbiegehinweise beim Autorouting.

Seitenfolge ist oben bereits beschrieben.

Bei "Karte" können diverse Darstellungsoptionen wie Ausrichtung, Detailgrad, ob Wegpunkte, usw. angezeigt werden, die Beschriftung von Darstellungselementen der Karte und der Anzeigemodus der Karte konfiguriert werden. Besonders erwähnenswert ist, dass es einen Tag und Nachtmodus für die Karte gibt, wobei der Nachtmodus die Erkennbarkeit mit eingeschalteter Displaybeleuchtung verbessert. Standardmäßig schaltet das Gerät zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang der aktuellen Position den Anzeigemodus um.

Das Scrollen und der Aufbau der Karte geht übrigens angenehm schnell vonstatten und zeigt, dass die Prozessorleistung gegenüber beispielsweise dem extrex Vista, der mit detaillierten Karten häufig nahezu überfordert schien, deutlich gesteigert wurde.

Die Option "Routing" erlaubt Einstellungen zum Autorouten, also wie aufwändig die Routenberechnung erfolgen soll, den Fahrzeugtyp, zu meidende Straßen (z.B. Mautstraßen) usw.

Bei "Geocache" kann eingestellt werden, für welches Symbol die Sonderfunktion Geocaching funktioniert und ob gefundene Geocaches direkt in den Kalender eingetragen werden sollen.

"Marine" dient zur Einstellungen seefahrtstypischer Alarmoptionen wie Ankeralarm usw.

Bei "Zeit" wird Zeitformat, Zeitzone und Sommerzeitumschaltung eingestellt, bei Einheiten die angezeigten Masseinheiten für Position, Entfernung, Höhe, Druck usw. sowie das verwendete Kartenbezugssystem (map datum).

Unter "Steuerkurs" finden sich Einstellungen zum Kompass, also z.B. der Nordbezug. "Kalibrierung" erlaubt die Kalibrierung von Höhenmesser und Kompass.

Unter der Option "Höhenmesser" lässt sich ebenfalls der Höhenmesser kalibrieren und festlegen, ob der Druckmesser als Höhenmesser oder als Barometer funktionieren soll. Die Barometerfunktion ist speziell auf See interessant, wo sich die eigene Höhe nicht verändert, der Druckverlauf der Atmosphäre jedoch von besonderem Interesse ist.

In den Funktionen ist der Höhenmesser ähnlich wie andere GPS-Geräte mit Druckmesser. Das Gerät zeichnet sowohl über die Zeit also auch über die Strecke die Druck bzw. Höhenänderung auf und erlaubt eine Darstellung des Höhenprofils mit der Möglichkeit, zu einzelnen Zeitpunkten oder Kilometerangaben (rote Schnittlinien) die Höhe auszugeben (im Bild unten).

Neu in Firmware 3.41 kam noch eine sehr interessante Funktion in Bezug auf die Barometerfunktion hinzu. Das Gerät kann so eingestellt werden, dass es auch im ausgeschalteten Zustand alle 15 Minuten den Druck misst und somit der Druckverlauf als Wettervorhersage auch zur Verfügung steht, wenn das Gerät nur "herumliegt". Es versteht sich von selbst, dass sich diese Funktion nur sinnvoll nutzen lässt, wenn man die Höhe des Geräts nicht verändert.

 

Bei "Begrüßung" schliesslich kann ein individueller Text eingegeben werden, der beim Einschalten des Geräts angezeigt wird.

 

Ansichten

Bei den Ansichten gibt es natürlich die Kompassansicht, die in zwei Arten dargestellt werden kann. Mit einfachem Richtungszeiger, der immer direkt zum Wegpunkt zeigt, oder als Kurszeiger, die eigene Richtung in Relation zum geplanten Kurs und die Abweichung vom Kurs angibt. Die zweite Darstellung eignet sich vor allem für See- und Luftfahrt. Autofahrer, Wanderer und Geocacher werden damit vermutlich nicht glücklich. Einen im Navigationsmodus vor Wegpunkten abknickenden Pfeil gibt es nicht mehr, denn der Navigationsmodus bietet jetzt einige völlig neue und andere Möglichkeiten. Dazu jedoch später.

Wie bei allen "Marine"-GPS gibt es auch beim GPSmap60CS eine Autobahnansicht, welche die Route so zeigt, als würde man schräg von oben daraufschauen. Man sieht dabei sowohl wie die Route weiterverläuft als auch, ob man sich auf oder neben dem geplanten Kurs befindet. Wegpunkte werden, wie im Bild zu sehen, als "Schilder" angezeigt. Dieser Ansichtsmodus dürfte ebenfalls vor allem bei Luft- und Seefahrt eine Rolle spielen.

Eine weitere Ansicht ist der Tripcomputer, der eine Menge frei wählbarer Datenfelder enthält. Die Liste der möglichen Datenfelder möchte ich nicht aufführen, es gibt eigentlich alles, was man sich vorstellen oder auch nicht vorstellen kann einschliesslich etwas ausgefallener Dinge wie Gleitzahlen und Wassertemperatur (die eine NMEA-fähiges Zusatzgerät braucht).

 

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