Gerätetests
2007-03-08

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Garmin Edge 305

Was sonst noch so aufgefallen ist – Kleinigkeiten

Licht für die Anzeige haben solche elektronischen Geräte wie der Edge 305 oder auch die Geräte von Polar ja immer. Während man aber beim Polar in der Bewegung schon genau hinschauen muss, ist der Edge 305 während der Fahrt auch im Dunkeln mit Beleuchtung super ablesbar!
Ein weiterer, eher unfreiwillig getesteter Punkt ist die Robustheit des Geräts. Einen Sturz auf den Asphalt bei ca. 30 km/h während der Fahrt überstand das Gerät ohne Schaden. Andererseits spricht der Sturz nicht für die Qualität bzw. die Art der Halterung des Edge. Der Grund dafür ist recht einfach: Das Gerät wird von rechts nach links in die Halterung gesteckt und rastet dann ein. Die Tasten am Edge befinden sich links und rechts. Solange Tasten rechts gedrückt werden kann nichts passieren und eigentlich sollte das auch für die Tasten links gelten, denn schließlich rastet das Gerät ja wie gesagt in die Halterung ein. Ganz offensichtlich zeigt jedoch das unfreiwillige Auslösen, dass sich der Einrastmechanismus mit der Zeit (etwa ein halbes Jahr nach Erstmontage) etwas lockert.
Etwas „eigensinnig“ ist manchmal auch die Wetterschutzkappe des Mini-USB Anschluss auf der Rückseite des Geräts. Diese lässt sich aufgrund der Form der Kappe und der Weichheit des Materials nicht immer ohne problemlos schließen.

 

Software

Für die Software kann ich glücklicherweise in weiten Teilen auf den Gerätetest des Garmin Forerunner 301 verweisen. Der Edge 305 verwendet mit dem Garmin Training Center (TC) die gleiche Software. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels (März 2007) aktuell ist die Version 3.2.2, jedoch erscheint der beim Forerunner 301 beschriebene Funktionsumfang auch noch in dieser Version im Wesentlichen unverändert. Die Installation des USB-Treibers und der TC Software gestaltet sich absolut problemlos und benutzerfreundlich. Steckt man den Edge 305 über das USB-Kabel an den PC startet das Modul „gStart“ automatisch die Garmin Training Center Software und fragt, ob die letzten Trainings („Vorgeschichte“ oder „History“) aus dem Edge 305 übertragen werden soll.

Aus einem Training („Aktivität“) lassen sich dann wie in der folgenden Abbildung gezeigt ganz einfach Strecken („Tracks“) erstellen, die man wiederum wie bereits beschrieben zur Navigation oder für den Virtual Partner Modus im Training nutzen kann. Es sei an dieser Stelle noch einmal speziell darauf hingewiesen: Eine „Strecke“, die z.B. aus der Aktivität vom 20.02.2007 erzeugt wird ist nicht exakt die gleiche „Strecke“ wie die, die z.B. aus der Aktivität vom 21.02.2007 erzeugt wird auch wenn man die gleiche Trainingsrunde gefahren ist. In der erzeugten Trainingsrunde ist z.B. auch die Geschwindigkeitsinformation gespeichert. Wenn man „nur“ navigieren möchte, sind die Strecken zwar gleich, aber für den Virtual Partner Modus sind sie natürlich nicht gleich!

Recht übersichtlich präsentiert sich das Garmin Training Center nach dem Start. Die mitgelieferte Basemap ist allerdings nichts für Detailverliebte.

Das Garmin für seine Tracks ein spezielles Format nutzt ist wie gesagt ärgerlich (siehe oben). Die bisher einzige, mir bekannte Möglichkeit, Tracks aus externen Kartenmaterial zu nutzen ergab sich über die neueste Version der Magic Maps. Zwar muss man hier auf Höhenprofile (aus lizenzrechtlich Gründen) verzichten und der Virtual Partner Modus funktioniert natürlich nicht (keine Geschwindigkeitsinformation im Track hinterlegt), aber ein erster Schritt in die richtige Richtung ist das auf jeden Fall. Unverständlich ist, warum die Software hier nicht zumindest das gängige gpx–Format oder einfach das txt-Format für den Import von Strecken („Tracks“) unterstützt. (Anmerkung von Michael: Hier hilft vielleicht GPSBabel weiter)

Sehr gut finde ich die im Bereich „Vorgeschichte“ („History“) die übersichtliche Darstellung der einzelnen Rundendaten im Pulldown-Menü links und die zugehörige tabellarische Darstellung oben rechts (siehe Bild).

Etwas mehr Flexibilität würde man sich dagegen bei der grafischen Darstellung unten wünschen. Generell fragwürdig in der TC Software ist die Tatsache, dass es keine Druckfunktion gibt. Auch den in jeder Software selbstverständlichen und ganz nützlichen Menüpunkt „Bearbeiten > Kopieren“ für einzelne Fensterbereiche sucht man vergebens. Weiterhin gilt es für Garmin in den Bereichen „Auswertung“ und „Bericht“ nachzubessern, wenn sich die Software als echtes „Training Center“ bezeichnen möchte.

Vorbildlich wiederum ist die Tatsache wie sich Trainings mit der Software im Bereich „Trainings“ entwerfen lassen (siehe nachfolgende Abbildung) und auch die Benutzerinformationen lassen sich, wie bereits beim Testbericht für den Forerunner 301 beschrieben, bequem aus der TC Software heraus editieren.

 

Fazit

Trotz der punktuellen Kritik sei vorneweg in diesem Fazit schon einmal eines ganz klar gesagt: Ich finde der Edge 305 ist im Bereich Radsport ein extrem leistungsfähiges Gerät, das alle erforderlichen Funktionen eines Radcomputers und Herzfrequenzmessers in kleinstem Format mit wichtigen Funktionen eines GPS-Geräts verbindet. Das Gerät hat zwar mit ca. 550 CHF (z.B. hier) (ca. 320 EURO) ein einen recht hohen Preis, man sollte aber nicht vergessen, dass z.B. eine Pulsuhr von Polar mit vergleichbaren Radfunktionen (z.B. 710i) auch erst ab ca. 230 EURO erhältlich ist und keine GPS-Funktionalität aufweisen kann. Wer GPS-Funktionen in seinem Radcomputer haben möchte, trifft mit dem Edge 305 eine ausgezeichnete Wahl.

Und sind wir doch mal ehrlich: Wer träumt nicht ab und zu auch davon eine Tour ohne ständiges „anhalten-und-auf-die-Karte-schauen-müssen“ zu fahren? Ganz erreicht hat Garmin mit dem Edge 305 dieses Ziel noch nicht, aber man ist auf dem Weg in die richtige Richtung. Bei der Nutzung von Routen und Tracks gibt es wie gesagt noch einiges zu verbessern. Mehr Wegpunkte, ein größerer Speicher oder der vereinfachte Datenaustausch mit externen Programmen (Tracks) sind hier wichtige Punkte.

Die angesprochenen Mängel bei der Software finde ich nicht so gravierend, denn die entsprechenden Verbesserungen sollten Garmin nicht allzu schwer fallen. Was einzig für einen Radcomputer in dieser Preisklasse nicht akzeptabel ist, ist die kurze Akkulaufzeit. Wenn beim Nachfolgemodell des Edge 305 und bei Nachfolgeversionen des Garmin Training Center diese Punkte konsequent verbessert werden muss ich mir ernsthaft überlegen, ob ich neben dem Edge auch in Zukunft überhaupt noch eine weitere Halterung für einen zweiten Computer am meinem Rad benötige...

 

Impressionen oder „Der Edge 305: GPS mit nur 4 Tasten“

Na ja, etwas übertrieben, aber die GPS Funktionen werden wirklich nur über 4 Tasten gesteuert. Mit den Radfunktionen („start/stop“ und „lap“) und der Power-Taste sind es dann aber auch gerade einmal 7 Tasten insgesamt.

Üblicher Eingangsbildschirm mit den gefundenen Satelliten nach dem Start des Edge305. Während der Suche wird auch die zunehmende Genauigkeit (Accuracy) der Positionsbestimmung angezeigt.

Die vier “Hauptbildschirme” des Edge 305 können sehr bequem über die Taste „mode“ durchgeschaltet werden. Abbildungen von links nach rechts: Alle wesentlichen Daten (oben links), Karten (oben rechts), Höhenangaben (unten links) und Einstellungen (unten rechts) können so schnell angesteuert werden.

Die Datenfelder der Anzeige (Zwischen 1 und 8 Datenfelder sind wählbar) sind aus einer großen Auswahl von 33 möglichen Datenfeldern(!) frei wählbar. Das Bild rechts zeigt eine kleine Auswahl. Der Benutzer hat zudem zwei dieser Bildschirme zur Verfügung, so dass sich mit einem Knopfdruck bis zu 16 (!) aktuelle Datenwerte anzeigen lassen. Das Schafft keine Pulsuhr. Das Display ist dafür übrigens groß genug und es kann natürlich auch deutsch als Sprache für den Edge gewählt werden.

Die folgenden Bilder zeigen einen Blick in die Menüs „Training“, „Navigation“ und „Settings“. Alles erscheint – wenn auch für einen absoluten „GPS-Laien“ nicht sofort - bereits nach kurzer Einarbeitungszeit sehr logisch, aufgeräumt und übersichtlich. Für den Menüpunkt „Settings“ sollte man sich einfach einmal eine halbe Stunde Zeit nehmen und alle Untermenüs durchklicken – die meisten Punkte sind selbsterklärend und man kann sich das Lesen der Anleitung sparen.

Ein Blick in ein paar „GPS-typische“ Untermenüs aus den oben gezeigten Menüs „Training“ und „Navigation“. Das Bild oben links zeigt, wie einfach man Kurse (Course) auswählen kann um sie dann nachzufahren und damit auch für den „Virtual Partner“ Modus nutzen kann. Man bestätigt „Do Course“ mit der Taste "Enter" und drückt danach nur noch die „Start“-Taste am Edge305: Los geht’s! Man kann sich vorab mit „Map“ (Karte) und „Profile“ (Höhenprofil) auch noch einmal den Kurs anschauen.

Oben rechts: Untermenü von „Routes“. Drückt man bei „Navigate“ auf die Taste "Enter", so beginnt die Navigation anhand der gespeicherten Wegpunkte. Die Angaben des Edge während der Navigation sind dabei z.B. in der Art „NW in 200 m“, d.h. nach 200 m in Richtung Nordwesten“. Zusätzlich gibt’s natürlich eine kleine grafische Darstellung auf der Karte und damit kann man sich dann eigentlich nicht mehr verfahren. Das Bild unten links zeigt den Menüpunkt „Find“, wo man auch selektiv zu einzelnen gespeicherten Wegpunkten navigieren kann. Die Wegpunkte lassen sich, wie das Bild unten rechts zeigt auch über den Edge editieren, aber um Finger, Edge und Geduld zu schonen sollte man so etwas besser einer externen Software (z.B. Fugawi) überlassen.

 

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Robert Kratzer (RadlKini) für diesen ausführlichen Testbericht.