Die meisten Versuche zur Pflege von fleischfressenden Pflanzen in Wohnräumen werden durch die niedrige Luftfeuchtigkeit bedroht. Ein Feuchtterrarium sollte der ideale Ort sein, um zum Beispiel an einer Kannenpflanze tatsächlich mal eine Kannenbildung zu beobachten. Man sollte allerdings nur solche Karnivoren mit Tieren zusammen halten, die durch Berührung keinen Schaden nehmen können. Eine Venus-Fliegenfalle zum Beispiel wird durch zufällige Berührungen unnötig gestresst. Ohne eine Wertung über die Terrarientauglichkeit abgeben zu wollen werden im Folgenden die gängigsten Carnivoren kurz vorgestellt:

Sonnentau (Drosera):
Pflanze oft und ausgiebig mit kalkfreiem Wasser von unten giessen (Staunässe). Im Sommer schattig stellen, im Winter hell und feucht bei 15 – 18  °C.
Niemals düngen!

Schlauchpflanze (Sarracenia flava / purpurea):
Junge Pflänzchen bei Staunässe halten. Verträgt sowohl Schatten als auch volle Sonne. Kann im Freien überwintern. Junge Pflanzen haben keine Ruheperiode und können das ganze Jahr kultiviert werden.
Die Schlauchpflanze soll sehr robust sein, unsere hat aber unseren letzen dreiwöchigen Urlaub nicht überlebt.

Venus Fliegenfalle (Dionaea muscipulla):
Standort: hell, ohne direkte Sonne. Im Sommer normale, nicht zu warme Zimmertemperatur, im Winter kühl 5 – 10 °C. Kann im Sommer auch im Freien stehen.
Pflege: Substrat ganzjährig mit kalkfreiem Wasser gleichmässig feucht halten.

Fettkraut (Pinguicula):
Kalkfreies Giesswasser ohne Dünger.Ein heller Fensterplatz wird bevorzugt. In der Blütezeit entwickeln sich viele schöne und haltbare Blüten.
Das Fettkraut ist die einzige Karnivore, deren Kultivierung uns in unserem recht trockenen Wohnzimmer problemlos gelingt. Im Sommer bildet es sogar viele Blüten.

Kannenpflanze (Nepenthes):
Bevorzugt schattigere Standorte, sehr hohe Luftfeuchtigkeit und 25 - 30 °C. Bei zu trockener Luft - vermutlich in jedem normalen Wohnraum - vertrocknen die Kannen schon im Ansatz der Neubildung.
Wir haben versuchsweise eine Kannenpflanze in unser Terrarium gepflanzt. Wenn man sie nicht vertrocknen lässt, bildet sie dort tatsächlich neue Kannen.